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ROTHENBURG: Ab 22 Uhr ist das Asylzentrum geschlossen

Kanton, Gemeinde und Polizei informierten über das neue Asylzentrum in Rothenburg. So sind etwa Schulareale für die Asylbewerber tabu.
Sandra Monika Ziegler
Ab November werden in diesen Gebäuden auf dem Boa-Areal in Rothenburg 180 Asylsuchende vorübergehend eine Bleibe finden. (Bild Pius Amrein)

Ab November werden in diesen Gebäuden auf dem Boa-Areal in Rothenburg 180 Asylsuchende vorübergehend eine Bleibe finden. (Bild Pius Amrein)

Sandra Monika Ziegler

An der Gemeindeversammlung vom 26. Mai waren knapp 150 Personen anwesend, gut doppelt so viele kamen am letzten Montagabend zum Informationsanlass in die Chärnshalle Rothenburg. Das Thema Asylzentrum interessiert und polarisiert. Gleich zu Beginn der Versammlung versprach Rothenburgs Gemeindepräsident Bernhard Büchler: «Wir wollen heute Klarheit schaffen. Unser Ziel ist es, eine sachliche Diskussion zu führen.» Dass die kurzfristig anberaumte Versammlung bei vielen Rothenburgerinnen und Rothenburgern auf Unverständnis stiess, kam auch ihm zu Ohren. «Wir wollten bewusst nicht zu viel Zeit zwischen der Gemeindeversammlung und der Infoveranstaltung verstreichen lassen.»

Aufruf blieb erfolglos

Büchler machte klar, dass Rothenburg laut Verteilschlüssel 28 Personen aufnehmen muss. «Trotz Aufrufen in der Bevölkerung waren wir nicht erfolgreich mit der Suche nach Unterkünften», so Büchler. Deshalb seien die Gebäude auf dem Boa-Areal eine Chance. Auch Regierungsrat und Sozialdirektor Guido Graf kam nach Rothenburg. «Asylsuchende sind weder Sklaven noch Gefangene. Hier handelt es sich um ein Durchgangszentrum, in dem die Menschen zwischen zwei und sechs Monaten sind», erklärte Graf. Das Zentrum wird fünf Jahre bestehen. «Die Kosten werden voll durch Bund und Kanton gedeckt», betonte Graf.

Das Zentrum ist für 180 Personen, die gestaffelt anreisen, konzipiert. Das Areal ist von 22 Uhr bis um 7 Uhr geschlossen. Es besteht eine 24-Stunden-Betreuung während sieben Tagen. Zudem wird eine Hotline für die Bevölkerung eingerichtet.

Jugendtreff ist nicht zugänglich

Im Sicherheitskonzept sind als sensible Zonen Schulhäuser, Kindergärten und die Sportanlage Chärnshalle inklusive Jugendtreff benannt. Diese Bereiche sind für die Asylsuchenden tabu. Das Betreten von Einkaufsgeschäften oder auch Dorfbesuche dürfen zudem nicht in grösseren Gruppen als acht bis zehn Personen unternommen werden. Die Erfahrungen von anderen Asylzentren seien positiv, so Ruedi Fahrni, Asyl- und Flüchtlingskoordinator.

Pro Tag und Erwachsenen wird wirtschaftliche Sozialhilfe von 11.50 Franken ausbezahlt. Hält sich jemand nicht an Vorschriften oder Hausordnung, werden davon 4 Franken abgezogen, so Fahrni weiter.

Auch Christof Hufschmid, Stv. Regionalchef der Luzerner Polizei, bestätigte, dass die erarbeiteten Konzepte sich in bisherigen Unterkünften bewährt hätten.

Arbeiten ohne Sprachkenntnis?

Es gab am Montag auch zahlreiche Wortmeldungen aus der Bevölkerung. So wurde gefragt, wie Arbeitseinsätze ohne entsprechende Sprachkenntnisse funktionieren sollen. Einige fragten sich, warum beim Boa-Areal das Bewilligungsverfahren ungewöhnlich schnell vonstattenging und ob die Kleinkriminalität rund um Asylzentren zunimmt. Hufschmid: «Im Generellen nehmen wir keine Zunahme war.» Dass das Bewilligungsverfahren so schnell über die Bühne ging, so Gemeindepräsident Bernhard Büchler, habe damit zu tun, dass es sich hier um öffentliches Interesse und eine befristete Nutzung handle. Bei Beschäftigungen wie etwa dem Säubern von Bächen oder dem Entfernen von Neophyten werden die Asylbewerber durch erfahrende Caritas-Mitarbeiter angeleitet.

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