ROTHENBURG / ADLIGENSWIL: TCS kritisiert zwei Tempo-30-Zonen

Die provisorischen Tempo-30-Zonen in Rothenburg und Adligenswil sind untauglich. Dies zumindest gemäss einem am Donnerstag vom TCS veröffentlichten Bericht.

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Im Zentrum von Rothenburg ist Tempo 30 signalisiert. (Bild Nadia Schärli)

Im Zentrum von Rothenburg ist Tempo 30 signalisiert. (Bild Nadia Schärli)

In den Gemeinden Rothenburg und Adligenswil wurden im Rahmen von Versuchen zwei Tempo-30-Zonen auf verkehrsorientierten Strassen eingeführt. In Rothenburg wurde die Tempo-30-Zone im April 2014 auf einer Hauptstrasse (Kantonsstrasse) eingerichtet, in Adligenswil im Herbst 2014 auf einer Verbindungsstrasse (Gemeindestrasse) – beide für die Dauer von einem Jahr.

Am Mittwoch, 21. Januar 2015 fand in den zwei Gemeinden eine Begehung statt, organisiert von der TCS Sektion Waldstätte. Die Analyse in Rothenburg zeigte deutliche Mängel auf, heisst es in einer Medienmitteilung des TCS vom Dienstag. Der Strassenraum innerhalb der Tempo-30-Zone unterscheide sich nicht von jenem ausserhalb der Zone. Es sei unmöglich zu erkennen, dass es sich um eine Tempo-30-Zone handle. Auch nach Einführung der Zone gebe es noch immer drei Fussgängerstreifen. In einer Tempo-30-Zone sollten die Fussgängerstreifen grundsätzlich entfernt werden, abgesehen von definierten Ausnahmen. Des weiteren sollten die Kreuzungen in einer Tempo-30-Zone mit Rechtvortritt versehen sein. Dies sei auf dieser Strecke an keiner Stelle der Fall.

Auch das Provisorium in Adligenswil wurde vom TCS untersucht. Hier wurde der Strassenraum angepasst, so dass sich die Fahrbahn innerhalb der Zone von anderen Strassen unterscheidet. Die installierten Verengungen mittels Poller führten jedoch laut TCS zu Problemen beim Kreuzen der Busse, weshalb sie wieder entfernt wurden. Schon diese Handlung zeige, dass diese Signalisation auf diesem Strassenabschnitt ungeeignet ist.

Die Beispiele in Rothenburg und Adligenswil zeigen nach Angaben des TCS deutlich, dass die Gestaltung einer Tempo-30-Zone auf verkehrsorientierten Strassen keine praktikable Lösung ist oder dann von kostenintensiven Massnahmen wie Umfahrungsstrassen begleitet werden muss. Der Charakter und die Funktion dieser Strassen würden jenen einer Tempo-30-Zone widersprechen. Es reiche nicht, nur ein Signal hinzusetzen ohne weitere begleitende Massnahmen.

pd/zim

HINWEIS
Der Bericht des TCS zu dem Tempo-30-Zonen in Adligenswil und Rothenburg