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ROTHENBURG: Brücke ist bereit für Festbesucher

Die Holzbrücke über den Rotbach zwischen Emmen und Rothenburg ist heuer 300 Jahre alt. Anlässlich des Jubiläums wird ein grosses Fest veranstaltet. Damit sie das Gewicht der vielen Besucher trägt, musste die Brücke zuvor saniert werden.
Jeannette Voltz
Auf der 300-jährigen Rotbachbrücke werden regelmässig Anlässe durchgeführt. (Bild: Roger Grütter (Rothenburg, 18. August 2017))

Auf der 300-jährigen Rotbachbrücke werden regelmässig Anlässe durchgeführt. (Bild: Roger Grütter (Rothenburg, 18. August 2017))

Jeannette Voltz

region@luzernerzeitung.ch

Brücken müssen für viele Metaphern herhalten. Der Mensch baut und schlägt Brücken, bricht sie ab oder überwindet sie. Brücken können aber auch Geschichten erzählen, wie die Holzbrücke zwischen Rothenburg und Emmen, die über den Rotbach führt. Das 300-jährige Bauwerk wurde kürzlich statisch verbessert, weil ihr runder Geburtstag Ende ­August mit einem Jubiläumsfest sowie dem Brückentheater «Von Ufer zu Ufer» gefeiert werden soll. Im alten Zustand war ihre Tragsicherheit nicht mehr gewährleistet.

Die 45,5 Meter lange und 21 Meter hohe Brücke ist eine von neun im Kanton Luzern noch bestehenden gedeckten Holzbrücken. Die erste Nennung einer Brücke über das Tobel des Rotbachs geht in das 15. Jahrhundert zurück. Wahrzeichen der ehemaligen Zollstätte und wichtige Nord-Süd-Verbindung ist aber der in seiner heutigen Form zwischen 1715 und 1717 erbaute Übergang. Johann Bosshard aus Buttisholz war damals für die Ausführung verantwortlich.

Brücke hatte von Anfang an statische Schwachstellen

1723 bestimmte die Luzerner Regierung, dass maximal 2076 Liter Wein und nicht mehr als 2650 Kilogramm Gesamtlast über die Brücke transportiert werden darf. «Es wird vermutet, dass Zimmermeister Bosshard schon damals gewusst haben muss, dass die Brücke Schwachstellen aufweist und dass deshalb die Nutzlast begrenzt wurde», sagt Hans Banholzer aus Rothenburg. Der 75-jährige Holzbauingenieur hat nachgewiesen, dass die Trag­fähigkeit der Brücke nicht mehr den aktuellen Normen entspricht. Inzwischen ist sie für den Verkehr gesperrt. Da die Brücke von der Gemeinde Rothenburg für private Anlässe vermietet wird, ist die Sicherheit der Personen, die sich darauf aufhalten, dennoch oberstes Gebot. Deshalb wurde sie nun verstärkt.

Das Brückentheater «Von Ufer zu Ufer», das anlässlich des 300. Geburtstages der Rotbachbrücke von Peter Huwyler geschrieben wurde und inszeniert wird, gab den Anlass, die Holzkonstruktion näher anzuschauen. Geplant war, dass neben der Bühne und einem kleinen Restaurant 180 Personen pro Aufführung Platz finden. Hans Banholzer, der unter anderem beim Wiederaufbau der Kapellbrücke nach dem Brand mitgewirkt hat, machte die Abklärungen zur Statik. Sein vernichtendes Fazit: Die Sicherheit für das Theaterprojekt ist mitnichten gewährleistet. Obwohl die Stützpfeiler und die Mauern im Jahr 1999 saniert worden seien, habe er feststellen müssen, dass gewisse Bodenauflager überbeansprucht wurden. Er könne nicht nachvollziehen, dass dieses gravierende Manko den Ingenieuren, die sich in all den Jahren immer wieder mit der Brücke beschäftigt hätten, nicht aufgefallen sei, so Banholzer. Im Jahr 1972 hatte der Chauffeur eines Lastwagens Glück im Unglück, als er mit seinem 12 Tonnen schweren Fahrzeug 14,5 Meter in die Tiefe stürzte und unverletzt überlebte. «Die Brücke war nur für 5 Tonnen freigegeben, so dass in der Folge ein Teil der Bodenträger versagt haben», sagt Banholzer.

Nach dem vernichtenden Urteil stellte die Gemeinde Rothenburg die Durchführung des Brückenfestes und des Theaterprojektes in Zweifel und wollte das Vorhaben gar abblasen. Banholzer, Präsident der IG Brückentheater, wehrte sich mit dem ­Argument, dass zu diesem Zeitpunkt bereits am Theaterstück geprobt wurde und rund 30000 der benötigten 100000 Franken zusammengekommen seien. Er hat daraufhin der kantonalen Denkmalpflege eine Sanierung nahegelegt, die nach eingehender Prüfung ihr Okay gab. Auch die für die Sanierung benötigten rund 180000 Franken hat der Kanton gesprochen. Ein Honorar bezog Banholzer nicht. «Ich habe 47 Jahre Geld verdient», sagt er, nun sei es an der Zeit, etwas zurückzugeben. Dank des Vertrauens, das er seitens der Denkmalpflege und des Kantons erfahren habe, sei das Projekt schnell und unbürokratisch abgehandelt worden. «Das vorgegebene Ziel war, dass wir am 26. August, dem Datum des von der Gemeinde organisierten Jubiläumsfestes, fertig sein müssen.» Die Sanierung war jedoch bereits Mitte August beendet.

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