ROTHENBURG: Die heimeligere Form der Tagwache

Kleiner als in der Stadt, aber ähnlich laut: Auch in Rothenburg gibts den Urknall. Mit einem Bohrturm.

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Die Borggeischter Rothenburg eröffnen an der Tagwache der Ameisizunft die Fasnacht im Flecken Rothenburg. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Die Borggeischter Rothenburg eröffnen an der Tagwache der Ameisizunft die Fasnacht im Flecken Rothenburg. (Bild Manuela Jans/Neue LZ)

Der Platz scheint zu beben. Kurz nach 5 Uhr morgens beginnen die drei Rothenburger Guuggenmusigen auf dem Fleckenplatz in Rothenburg gleichzeitig zu spielen. An die grössere Version des Urknalls in Luzern denkt dabei niemand. Über 200 Personen sind an der diesjährigen Tagwache zugegen. Der Fasnachtsauftakt wird von der Ameisizunft Rothenburg und den Guuggenmusigen Borggeischter, Födlibörger und Fläckegosler organisiert. «Unser Ziel ist eine Dorffasnacht, an der auch Familien problemlos mitfeiern können», erklärt Zunftpräsident Daniel Bühler.

Als Jäger auf der Pirsch
Die Sujets zeigen sich einfallsreich. So haben sich die Borggeischter unter dem Motto «Ölseich» als orientalische Ölbohrer und Scheichs verkleidet. Beeindruckend ist ihr Fasnachtswagen, der zum Bohrturm umgebaut wurde. Die Födlibörger sind als Jäger auf der Pirsch und machen sich mit wärmenden Getränken von ihrem Wagen beliebt. «Gosler-Garde» heisst das Motto bei den Fläckegoslern. Sie feiern ihr 20-Jahr-Jubiläum.

Mit dabei ist auch Irene Müller (35) aus Rothenburg. Sie und ihre Kinder Anja (7) und Pascal (4) sind als Piraten verkleidet. «Wir kommen jedes Jahr. Hier ist es einfach heimeliger, und man kennt einander», sagt Irene Müller. Ausserdem könne sie hier besser auf die Kinder aufpassen als im Getümmel auf dem Kapellplatz in Luzern.

Sasa Rasic