ROTHENBURG: Im Schulzimmer entstehen Aliens

Mit viel Fantasie basteln Drittklässler im Schulhaus Hermolingen einen Grend. Einige warten mit speziellen Extras auf.

Sandra Monika Ziegler
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Der neunjährige Fabio bastelt im Schulhaus Hermolingen in Rothenburg einen Fasnachtsgrend – «einen freundlichen Alien». (Bild Corinne Glanzmann)

Der neunjährige Fabio bastelt im Schulhaus Hermolingen in Rothenburg einen Fasnachtsgrend – «einen freundlichen Alien». (Bild Corinne Glanzmann)

20 Kinder liessen ihrer Fantasie freien Lauf und bastelten an ihrem Grend. Gecoacht wurden sie von Klassenlehrer Marco Christen und Vertretern der Vereinigten. Die Vereinigten sind ein Zusammenschluss von etwa 80 Fasnachtsgruppen aus Stadt und Agglomeration Luzern. Sie fördern Traditionen der Fasnacht wie das Grendetragen.

Für ihre Meisterwerke hatten die Drittklässler zwei Vormittage Zeit. Claudia Dillier, verantwortlich bei den Vereinigten für das Grende-Baschtle, macht dies bereits das fünfte Mal: «Die Kinder sind immer mit Begeisterung dabei und am Schluss von ihrem eigenen Grend freudig überrascht.»

Auf den Bastel­tischen liegen Masken aus Pappmaché mit zwei bis fünf Augen, teuflischen Hörnern, mal düster dunkelblau oder knallbunt. Der neunjährige Rocco erklärt sein Sujet: «Am Anfang hatte ich keinen Plan. Plötzlich kam mir dann eine Idee, es wird ein Punk.» Roccos Maske ist in Schwarz-Weiss-Rot gehalten und trumpft mit Details auf. Später werde er noch ein «echt» blutendes Auge montieren, erzählt Rocco und strahlt. Er freut sich jetzt schon auf die Schulfasnacht vom kommenden Freitag und den Kinderumzug. Auch Ashley ist mit Begeisterung am Werk und versetzt ihrem Grend noch grüne Tupfen. «Zuerst wollte ich einen Hasen basteln, doch dann hat sich alles ein bisschen verändert, und jetzt ist es ein Alien-Spinnen-Vampir.» Ausserirdisch kommt auch Sarinas Grend daher. Es ist ein kunterbunter Alien. «Wir grüssen euch aus dem All» war das Thema, und die Kinder haben es mit Fantasie umgesetzt.

Fasnachtstradition vermitteln

Bereits seit 18 Jahren besucht eine Gruppe der Vereinigten Schulklassen, um ihnen das Grende-Baschtle beizubringen. Zuerst wird aus einem Tonblock die Maske modelliert, dann mit Halbkarton ausgelegt, lackiert und bemalt. Gestern nun galt es, Augen auszustechen, den Grend anzupassen, das Gummiband für guten Halt zu montieren und den Grend mit Details wie Fell, Glimmer, Pfeifenputzern oder Spinnen aufzumotzen. Für einige Kinder wird es das erste Mal sein, für andere ist die Fasnacht bereits fester Bestandteil im jungen Leben.

Sandra Monika Ziegler