ROTHENBURG: Nahezu grünes Licht für Autobahnzubringer

Der Autobahnzubringer zur A2 in Rothenburg kann – bis auf ein kleines Detail – wie geplant gebaut werden. Das Bundesverwaltungsgericht hat Bedenken von 21 Anwohnern in den Wind geschlagen.

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Blick von oben auf Rothenburg und Umgebung. (Bild mapsearch.ch)

Blick von oben auf Rothenburg und Umgebung. (Bild mapsearch.ch)

Um den Verkehrsfluss im Norden der Stadt Luzern zu verbessern, will der Kanton Luzern im regionalen Strassennetz Engpässe beseitigen. Ein Projekt sieht vor, die Ein- und Ausfahrt des A2-Autobahnanschlusses Emmen Nord von und in Richtung Basel zu sperren und stattdessen in Rothenburg-Station einen Vollanschluss an die A2 zu bauen. Gegen das Ausführungsprojekt gingen beim Eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) insgesamt 67 Einsprachen ein. Das Uvek genehmigte das Projekt jedoch vor einem Jahr, nachdem der Kanton Luzern einige Änderungen vorgenommen hatte. Der Bau des neuen Autobahnzubringers ist auch für die Ikea von Bedeutung. Ohne neuen Zubringer kann das schwedische Möbelhaus in Rothenburg nicht bauen.

Abwertung des Ortsbildes befürchtet
Insgesamt 21 Anwohner riefen gegen die UVEK-Genehmigung das Bundesverwaltungsgericht. Sie sind vom gewählten Projekt nicht überzeugt und fordern eine andere Linienführung – eine nördliche Umfahrung über teilweise bereits bestehende Strassen in Bertiswil. Damit wollen sie erreichen, dass der Zubringerverkehr zur Autobahn in der ersten Projektphase nicht durch ihr Wohnquartier rollt. Der A2-Zubringer mit den bis zu 2,5 Meter hohen Lärmschutzwänden, so die Anwohner, führe wie ein Kanal durch das bestehende Siedlungsgebiet, durchschneide es und habe eine Abwertung des Orts- und Landschaftsbildes zur Folge.

Einwände der Beschwerdeführer zerzaust
Das Bundesverwaltungsgericht hat die meisten Einwände der Beschwerdeführer in einem 84 Seiten umfassenden Urteil abgewiesen. Die Plangenehmigung verstosse nicht gegen Planungsgrundsätze. Auch einen unzulässigen Eingriff in den Landschafts- und Ortsbildschutz vermochten die Richter nicht zu erkennen. Im weitern sprechen auch Gründe der Verkehrssicherheit nicht gegen den Autobahnzubringer. In lärmtechnischer Hinsicht wären weitergehende Massnahmen als vorgesehen weder technisch und betrieblich möglich noch wirtschaftlich tragbar, ist das Gericht überzeugt. Schliesslich stelle der Autobahnzubringer auch aus lufthygienischer Sicht kein Problem dar. Als nicht stichhaltig erachtete das Gericht auch den Vorwurf der Anwohner, es hätte eine andere Linienführung – insbesondere die Variante Nordumfahrung Bertiswil – näher geprüft werden müssen.

Urteil kann noch angefochten werden
In einem Punkt hat das Bundesverwaltungsgericht die Beschwerde gutgeheissen: Die Einmündung der Rosengartenstrasse in die Bertiswilstrasse muss vom Kanton auf Intervention des Bundesamtes für Strassen noch einmal überdacht werden. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist nicht rechtskräftig; es kann innert 30 Tagen beim Bundesgericht in Lausanne angefochten werden.

Urs Peter Inderbitzin

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