Rothenburg
Weil sie Geld brauchten: Zwei junge Frauen haben Tankstelle überfallen ‒ jetzt wurden sie ermittelt

Die Luzerner Polizei hat zwei jugendliche Schweizerinnen ermittelt, die Mitte Januar in Rothenburg einen Tankstellenshop überfallen haben. Sie sind geständig.

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(zim/rgr) Der Mittwochabend vom 13. Januar 2021 bleibt einer Handvoll Leuten in böser Erinnerung. Gegen 18.30 Uhr haben zwei Personen mit Kapuzenpullis und Masken den Tankstellenshop an der Bertiswilstrasse in Rothenburg überfallen.

Mit einer vorgehaltenen Waffe bedrohten sie die Angestellten. Nach einem Wortwechsel flüchtete das Duo schliesslich ohne Beute. Es wurde beim Überfall niemand verletzt, die Angestellten des Shops erlitten jedoch einen Schock und wurden vom Team des Rettungsdienstes betreut.

Rund zwei Wochen nach dem Vorfall konnte die Luzerner Polizei die Täterschaft ermitteln. Es handelt sich um zwei jugendliche Schweizerinnen im Alter von 16 und 17 Jahren, wie die Luzerner Staatsanwaltschaft mitteilt. Die Täterinnen seien geständig.

Geld erbeuten, um finanzielle Probleme zu lösen

Als Motiv für die Tat gaben die beiden an, sie hätten Geld erbeuten wollen, um finanzielle Probleme zu lösen. «Die Jugendanwaltschaft Luzern wird in der laufenden Untersuchung abklären, wie es zu dieser Tat unter diesen Umständen kam», erklärt Simon Kopp, Informationsbeauftragter der Luzerner Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Fest steht, dass die Ältere der beiden derzeit arbeitslos ist. Die Situation der Jüngeren wird abgeklärt. Beide seien strafrechtlich nicht vorbelastet.

Bei der Waffe, die beim Überfall benutzt wurde, handelt es sich laut Aussagen der Jugendlichen um eine Spielzeugpistole. Woher diese stammt und wo sich das Teil jetzt befindet, wird laut Simon Kopp abgeklärt. Denn: «Bis jetzt wurde die Pistole noch nicht sichergestellt.»

Zeugenaufruf mit Bildern von Überwachungskameras

Selbst wenn es sich «nur» um ein Spielzeug handelt, das bei einem Delikt verwendet wird, kann dies bei der Strafzumessung schwerwiegende Folgen haben. Nach Waffengesetz gelten Imitations-, Schreckschuss- und Soft-Air-Waffen als Waffen, wenn die Gefahr einer Verwechslung mit einer Feuerwaffe besteht.

Die Luzerner Polizei fahndete gegen das Duo unter anderem mit einem Zeugenaufruf mit Bildern in den Medien. Auf den Fotos der Überwachungskameras waren die beiden Täterinnen scharf abgebildet. Wie sehr sich die Untersuchungsbehörde auf Hinweise aus der Bevölkerung stützen konnte, kommentiert Kopp nicht detailliert. Nur so viel: «Die Polizei hat intensiv zum Fall ermittelt und konnte dabei die beiden Mädchen überführen.»