ROTHENBURG: Tempo 30: Positives erstes Fazit

Seit Montag gilt auf der Kantonsstrasse im Flecken Tempo 30. Der Gemeinderat ist zufrieden – obwohl es verunsicherte Verkehrsteilnehmer gibt

Olivia Steiner und Benno Mattli
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Im Rothenburger Dorfkern wird mit 30 km/h gefahren. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Im Rothenburger Dorfkern wird mit 30 km/h gefahren. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)

Es ist ein einjähriger Pilotversuch, der seit dem 7. April läuft: Auf der Kantonsstrasse durch Rothenburg testet der Kanton ein Tempo-30-Regime. Ziel ist, herauszufinden, ob Tempo 30 innerorts «zweck- und verhältnismässig» sein könnte. Denn immer wieder werde von Gemeinden gewünscht, dass auch auf Kantonsstrassen innerorts Tempo 30 möglich sei. Bisher hat der Kanton Tempo 30 auf Kantonsstrassen nie bewilligt.

«Nichts Negatives gehört»

Wie aber läuft der Pilotversuch auf dem 175 Meter langen Strassenstück durch den Rothenburger Flecken? Laut Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif), hat es «wenig direkte Reaktionen» gegeben. «Wir haben noch nichts Negatives gehört, abgesehen von einigen Leserbriefen in der ‹Neuen Luzerner Zeitung›.» Heller gibt allerdings zu bedenken, dass es für eine aussagekräftige Bilanz noch zu früh sei.

Ähnlich äussert sich auch Arthur Sigg, der als Gemeinderat von Rothenburg zuständig ist für das Ressort öffentliche Infrastruktur. «Ich habe bisher keine negativen Reaktionen erhalten. Wenn es Probleme gegeben hätte, wäre das sicher schnell zu mir gekommen.» Persönlich ist Sigg zufrieden mit dem Pilotversuch. «Viel schneller kann sowieso nicht gefahren werden.»

Einzig die Situation mit den Velofahrern sei von einzelnen Rothenburgern kritisch wahrgenommen worden. Sigg erklärt: «Eingangs der Tempo-30-Zone wurden kleine Hindernisse aufgebaut, um den Verkehr zu bremsen. Dadurch ist die Strasse rund 20 Zentimeter enger geworden. Das hat einige Leute verunsichert, ob zwei Autos noch kreuzen können und ob Autofahrer Velofahrer noch überholen können.» Gerade von Rain her seien die Velofahrer oft relativ schnell unterwegs, denn es geht bergab. «Daher muss man etwas besser aufpassen, aber es geht gut», findet Sigg.