ROTHENBURG: Toni gibt seinen Zoo in neue Hände

Nach 16 Jahren will Toni Röösli (67) kürzertreten und hat nun seine Nachfolge geregelt. Der künftige Leiter von «Toni’s Zoo» zieht für den neuen Job eigens in die Schweiz.

Gabriela Jordan
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Toni Röösli bei der Afrika-Anlage in seinem Zoo. (Bild: Manuela Jans-Koch (Rothenburg, 18. Januar 2017))

Toni Röösli bei der Afrika-Anlage in seinem Zoo. (Bild: Manuela Jans-Koch (Rothenburg, 18. Januar 2017))

Gabriela Jordan

gabriela.jordan@luzernerzeitung.ch

Auch wenn es von aussen nicht den Anschein macht, ist im verschneiten Toni’s Zoo in Rothenburg selbst im tiefsten Winter ­einiges los. Die Tiere, die das ganze Jahr über dort sind, müssen schliesslich gefüttert, die Tropenhäuser beheizt werden. Zwischen den Gehegen geht Gründer und Geschäftsführer Toni Röösli (67) geschäftig umher, so wie praktisch jeden Tag seit der Eröffnung vor 16 Jahren. «Es ist nicht einfach, das alles aus den Händen zu geben», gesteht er im Interview mit uns in der warmen Cafeteria, in der er über seine Zukunft und jene des Zoos spricht.

«Über meine Nachfolge habe ich mir schon länger Gedanken gemacht», erzählt Röösli. Dass diese seit Dienstagabend unter Dach und Fach ist, erleichtert ihn sichtlich. Geplant ist, dass Veterinärmediziner Tobias Blaha in absehbarer Zeit Geschäftsführer des Zoos wird. Dem 27-Jährigen aus Marktoberdorf im Allgäu ­fehlen noch zwei Prüfungen zum Studiumsabschluss, weswegen er derzeit noch in Deutschland weilt und für eine Auskunft nicht ­erreichbar war. Seine Stelle in ­Rothenburg tritt er Anfang März an – vorerst, um Röösli zu entlasten. «Tobias hat ein unglaubliches Wissen über Tiere, vom Meerschweinchen bis zum ­Kamel», schwärmt Röösli. «Und fast nur Bestnoten im Studium.» Trotz seines jungen Alters habe Blaha schon viele Erfahrungen in diversen Zoos gesammelt – darunter in München, Berlin sowie im berühmten Loro Parque auf der Kanareninsel Teneriffa. Auch den Toni’s Zoo habe Blaha, ohne dass es Röösli wusste, einmal besucht, – und sei sofort begeistert gewesen. Kurz darauf meldete er sich auf Rööslis Inserat. «Als wir uns kennen lernten, merkte ich sofort: Das passt!» Blaha wird ­zusammen mit seiner Freundin, die als Kindergärtnerin arbeitet, in die Schweiz ziehen.

Stiftung soll Zukunft langfristig sichern

Ganz zurückziehen wird sich ­Röösli aber noch nicht. «Ich will weitermachen, solange es geht, aber nicht mehr 15 Stunden am Tag.» Damit es den kleinen, aber über die Region hinaus bekannten Zoo noch lange geben wird, wurde am Dienstag zudem eine Stiftung gegründet, Röösli amtet als Präsident. «Die Stiftung gibt mir Sicherheit, dass der Zoo nie zugehen wird. Das bin ich den Angestellten, den Tieren und der Bevölkerung schuldig.» Stiftungsmitglieder sind zudem Anwalt Robert Bühler, Steuerexpertin Beatrice Hunkeler und Veterinär Christian Hassler. Rööslis Ideen für den Zoo muss ab jetzt die Stiftung absegnen. Und Ideen hat er von seiner letzten Afrikareise bereits. Mehr, als dass es sich um ein Säugetier handelt, will er aber noch nicht verraten.