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ROTHENBURG: Verfahren gegen Coiffeur eingestellt

Polizisten haben einen Coiffeur zu Unrecht angezeigt: Dieser darf seine Lehrlinge nach Ladenschluss ausbilden. Nun will man bei der Polizei über die Bücher.
Urs Wigger, Sprecher Luzerner Polizei: «Wir werden diesen Entscheid nun intern analysieren.» (Bild: Neue LZ / Roger Grütter)

Urs Wigger, Sprecher Luzerner Polizei: «Wir werden diesen Entscheid nun intern analysieren.» (Bild: Neue LZ / Roger Grütter)

Alexander von Däniken

Es war ein Abend mit Folgen: Am 11. Juni bildet der Coiffeursalon Muff in Rothenburg nach Ladenschluss Lehrtöchter an freiwilligen Modellen weiter – wie alle zwei Wochen. Doch dann kommt eine Patrouille der Luzerner Polizei vorbei und erstattet Anzeige wegen Verstosses gegen das Ladenschlussgesetz. Die Tür zum Salon war zu jenem Zeitpunkt offen, um frische Luft hereinzulassen (Ausgabe vom 17. Juni). Nun erklärt Simon Kopp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage, dass die Untersuchung gegen den Coiffeur eingestellt worden ist.

In der Begründung hält die Staatsanwaltschaft fest, dass zwar nach der allgemeinen Schliessungszeit im Geschäft Lehrlinge ausgebildet wurden. Aber: «Es wurden keine Kunden bedient, welche eine Leistung zu bezahlen hatten. Die Modelle hatten für das Frisieren ihrer Haare nichts zu bezahlen.» Der Beschuldigte hatte demnach durch die Veranstaltung keinen finanziellen Vorteil. «Somit liegt für die Staatsanwaltschaft kein strafrechtlich relevantes Verhalten vor», erklärt Kopp.

Coiffeur will dauerhafte Lösung

Andreas Muff, Inhaber des Coiffeursalons, äussert sich auf Anfrage erleichtert: «Ich bin sehr froh, dass das Verfahren eingestellt ist. Allerdings frage ich mich, ob das grundsätzliche Problem damit gelöst ist.» Was Muff meint, ist, dass nun schon zum dritten Mal eine Polizeipatrouille in die Trainingsabende geplatzt ist. «Es wäre jetzt wirklich sinnvoll, wenn eine dauerhafte Lösung gefunden würde», sagt Muff.

Polizei klärt Vorgehen für Zukunft

Polizeisprecher Urs Wigger erklärt auf Anfrage dazu: «Die Luzerner Polizei hat soeben von diesem Entscheid erfahren. Wir werden diesen Entscheid nun intern analysieren und unsere Mitarbeitenden danach entsprechend informieren, wie das Vorgehen in der Zukunft in ähnlichen Fällen sein wird.»

Von Reaktionen überhäuft

Der Rothenburger Coiffeur dürfte gespannt sein, ob sich etwas ändert. Die Trainingsabende will er auf jeden Fall weiterführen. Seit unsere Zeitung den Vorfall bekannt gemacht hat, wurde Andreas Muff regelrecht mit Reaktionen von Kunden und Zeitungslesern überhäuft, wie er erzählt: «Der Inhalt war immer derselbe: Die Aktion der Polizei sei unbegreiflich.»

Es ist nicht das erste Kapitel über Polizisten, die das Ladenschlussgesetz zu eng auslegen. Im Dezember 2014 wurde die Filialleiterin des Kosmetikgeschäfts Lush in der Luzerner Altstadt verzeigt, weil sich an einem Samstag nach 16 Uhr trotz bereits geschlossener Tür noch Kunden im Laden aufhielten. Nach einer Einsprache von Lush wurde die zuvor ausgesprochene Busse über 370 Franken wieder aufgehoben. Der Grund: Die Ladentür war verschlossen, als die Polizisten eintrafen. Es wurden nur die Kunden fertig bedient, die bis 16 Uhr ins Geschäft kamen. Anschliessend sah sich die damalige Justizdirektorin Yvonne Schärli (SP) dazu veranlasst, die Regeln genauer zu definieren. Den Polizisten wurde mitgeteilt, dass Kunden, die sich während der gesetzlichen Ladenschlusszeit schon in einem Verkaufsgespräch befinden, grundsätzlich fertig bedient werden dürfen (Ausgabe vom 26. März).

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