Gegen Coronastrafbefehl gewehrt: Rothenburger Fläckebar-Wirtin wird freigesprochen

Dem Bezirksgericht Hochdorf genügte der Anklagesachverhalt nicht. Es entscheidet zu Gunsten der Beschuldigten Sarina Conti.

Sandra Monika Ziegler
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Sarina Conti wehrt sich gegen den Strafbefehl.

Sarina Conti wehrt sich gegen den Strafbefehl.

Bild: Sandra Monika Ziegler (Hochdorf, 26. Oktober 2020)

An der Verhandlung vor dem Bezirksgericht Hochdorf wehrte sich Sarina Conti, die Betreiberin der Fläckebar in Rothenburg, mit Erfolg gegen den Strafbefehl. Sie akzeptierte die Anschuldigung nicht, sie hätte gegen das Ausschankverbot während des Lockdowns im Frühling verstossen und am 6. April zwei Gäste illegal auf der Fläckebar-Terrasse bedient. Sie forderte einen vollumfänglichen Freispruch.

Sarina Conti wurde mit Strafbefehl nebst einer bedingten Geldstrafe eine Busse von 1000 Franken und obendrauf die Verfahrenskosten von 530 Franken auferlegt. Noch vor Gericht sagte die 26-Jährige: «Ich habe die beiden Männer nicht bedient. Wir haben uns strikt an die Vorgaben gehalten.» Sie bemängelte auch, dass weder mit den beiden Männern gesprochen noch ermittelt wurde, woher das Getränk stammt, das die beiden tranken.

Wirtin setzt sich durch

Das Bezirksgericht Hochdorf glaubte der Beschuldigten und hält in seinem Urteil fest, dass «aufgrund des Beweisergebnisses der Anklagesachverhalt nicht rechtsgenüglich erstellt ist». Damit kommt der juristische Grundsatz «in dubio pro reo» – im Zweifel für den Angeklagten – zur Anwendung. Sarina Conti wird vom Vorwurf der Widerhandlung gegen Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus durch illegales Offenhalten eines Restaurationsbetriebes freigesprochen.

Die Verfahrenskosten gehen zu Lasten des Kantons Luzern. Das Urteil liegt im Dispositiv vor. Gegen das Urteil kann noch Berufung eingelegt werden.