ROTHENBURG/RAIN: Buslinie 51: Jetzt sind alle zufrieden

Die Gemeinden haben sich erfolgreich für die direkte Busverbindung nach Luzern eingesetzt. Pendler profitieren gar von besseren Verbindungen als zuvor.

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Bus Nr. 51 fährt bis nach Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Bus Nr. 51 fährt bis nach Luzern. (Bild: Archiv Neue LZ)

Die geplante Massnahme des Verkehrsverbunds Luzern (VVL) sorgte in den Gemeinden Rain und Rothenburg für Unverständnis: Die Buslinie 51 von Rain nach Luzern hätte per Fahrplanwechsel diesen Dezember bis Rothenburg verkürzt werden sollen. In Richtung Stadt sollten Fahrgäste mit der S-Bahn verkehren. Dagegen haben sich die Gemeinden mittels einer Petition gewehrt. Insgesamt haben sie innerhalb von zwei Wochen 2780 Unterschriften gesammelt, um den drohenden Abbau beim öffentlichen Verkehr zu verhindern (wir berichteten).

Der neue Fahrplan zeigt nun: Der Aufwand der Gemeinden hat sich gelohnt, die Petitionäre waren erfolgreich. Zu Pendlerzeiten gibt es neu ab Rain im Viertelstundentakt eine Verbindung nach Luzern, bisher fuhr der Bus im 30-Minuten-Takt. Von Rothenburg gibt es weiterhin einen 15-Minuten-Takt mit dem Bus in die Stadt, zusätzlich verkehrt die Zuglinie S1 nach Luzern. Nach wie vor verkehren in den Pendlerzeiten Direktbusse nach oder von Luzern. Ausserhalb der Pendlerzeiten fährt die Linie 51, wie dies vom VVL geplant war, nur noch bis zum Bahnhof Rothenburg, wo die Fahrgäste auf die S-Bahn nach Luzern umsteigen müssen.

Gemeinderäte sind erfreut

Die Rothenburger und Rainer Gemeinderäte freuen sich darüber, dass ihnen der Verkehrsverbund entgegengekommen ist. So sagt der Rainer Bauvorsteher Oskar Berli: «Mit dieser Lösung können wir sicher gut leben.» Die beiden Gemeinden hätten ihre Einwände eingebracht, darauf habe der VVL Rücksicht genommen. «Es ist wichtig, dass wir in den Hauptverkehrszeiten weiterhin eine Direktverbindung nach Luzern haben», sagt Berli. In den Pendlerzeiten wird der Bus weiterhin direkt von Rain nach Luzern fahren, ansonsten fährt der Bus nur noch bis Rothenburg. Berli sagt weiter: «Am liebsten hätten wir es so beibehalten, wie es zuvor war. Dennoch haben wir unser Minimalziel erreicht.» Ziemlich ähnlich tönt es bei der Gemeinde Rothenburg. Beim neuen Angebot handelt es sich um einen Leistungsabbau, sagt Valentin Kreienbühl, Ressortleiter öffentliche Infrastruktur. «Die jetzige Lösung ist aber ein verhandelter Kompromiss, den wir so akzeptieren können.» Der Status quo wäre für die Rothenburger hingegen besser gewesen, findet Kreienbühl. «Schlussendlich muss man diesen Entscheid des Verkehrsverbundes aber akzeptieren.»

VVL-Sprecher Christoph Zurflüh sagt auf Anfrage: «Wir konnten den beiden Gemeinden Rothenburg und Rain entgegenkommen, da es der finanzielle Rahmen erlaubt.» Bei der Planung der Fahrpläne rechne der VVL jeweils zu Beginn eher defensiv, damit keine bösen Überraschungen passieren. Durch das kantonale Sparpaket müsse auch der VVL sparen, was in die Planung einfliesse. «Wir sind sehr froh, dass wir den Gemeinden insofern entgegenkommen konnten, dass wir in der Pendlerzeit mehr Direktverbindungen anbieten können als ursprünglich geplant», sagt Zurflüh.

Mehr Verbindungen als früher

Aus Sicht des VVL profitieren die Gemeinden nun von besseren Verbindungen: «Insgesamt gibt es gerade in der Pendlerzeit mehr Verbindungen als bisher», so Zurflüh. Dazu kommen auch mehr Verbindungen am Samstag. «Das beinhaltet sowohl die direkten, als auch diejenigen mit einem Umstieg auf den Zug.» Die heutige S 18 heisst neuerdings S 1 und geht von Sursee über Luzern bis nach Baar. «Die Fahrgäste sollen erkennen, dass sie beispielsweise von Rothenburg direkt mit der S 1 nach Rotkreuz fahren können», sagt Zurflüh. Der Zug habe zudem einen weiteren entscheidenden Vorteil: «Die Pünktlichkeit ist besser gewährleistet: Man steht bekanntlich nie im Stau.»

Die Änderung der Buslinie 51 ist Teil des ÖV-Konzepts Agglo-Mobil due des VVL. Mit diesem soll unter anderem der Bahnhof Luzern entlasten werden.

Raphael Gutzwiller