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ROTSEE: Am Badi-Boom haben nicht alle den Plausch

Die Rotsee-Badi ist auch ein kultureller Hotspot. Doch einzelnen Anwohnern wurde es zu bunt. Nun wurde das Programm abgespeckt.
Simon Bordier
Bademeister Patrick Widmer (44) verzichtet diesen Sommer auf Kino-Abende in der Rotsee-Badi. (Bild Dominik Wunderli)

Bademeister Patrick Widmer (44) verzichtet diesen Sommer auf Kino-Abende in der Rotsee-Badi. (Bild Dominik Wunderli)

Die Gäste wollen feiern, die Nachbarn schlafen. Vor diesem Dilemma stehen vor allem Barbetreiber in der Innenstadt. Aber auch an einem idyllischen Ort wie der Rotsee-Badi kennt man das Problem. Denn diese lockt nicht nur Badegäste an, sondern hat sich mit Grillanlässen, Filmnächten und Konzerten in den letzten Jahren zu einem kleinen kulturellen Hotspot gemausert. Die Grenze des Wachstums scheint nun aber erreicht, denn einzelne Anwohner haben sich über das abendliche Treiben beim Ebikoner Gemeinderat beschwert, wie die Lokalzeitungen «Rigi-Anzeiger» und «Rontaler» berichten.

Maximal drei Events mit Verstärker

«Zwei Parteien, eine am linken und eine am rechten Seeufer, sind mit Reklamationen an den Gemeinderat gelangt», erklärt Gemeinderat Peter Schärli auf Anfrage. Diese hätten sich insbesondere an den Lärmimmissionen gestört. Daraufhin habe der Gemeinderat die Nutzungsvereinbarung mit dem Bademeister leicht angepasst. So darf die Badi wie bis anhin an maximal sechs Abenden als Konzert- und Veranstaltungsort genutzt werden, allerdings nur noch an drei Abenden mit Verstärkeranlage. Zudem gilt weiterhin, dass die Veranstaltung um 22 Uhr beendet sein muss und die Besucher die Anlage bis Mitternacht zu verlassen haben.

Für Bademeister Patrick Widmer, der die Rotsee-Badi seit zwölf Jahren führt, ist die Reduktion von sechs auf drei Abende mit Verstärkeranlage nicht weiter problematisch. «Letztes Jahr sind ich und mein Team durch die vielen Aktivitäten ohnehin persönlich an die Belastungsgrenze gestossen», sagt er. Widmer ist hauptberuflich Buchhalter in einem Treuhandbüro. Die Badi führt er quasi als Hobby – genauso wie die neue Winterbeiz im «Sprötzehüsli» in Ebikon, die letzten November eröffnet wurde. «Ich mache all dies, weil ich merke, dass ich damit Jung und Alt eine Freude bereiten kann», sagt der 44-jährige Ur-Ebikoner. Das Dorfleben liege ihm am Herzen. «Auf juristische Streitereien kann ich hingegen gerne verzichten.» Er sei froh, dass man sich am runden Tisch mit der Gemeinde und den Anwohnern habe einigen können.

So wird es dieses Jahr kein Open-air-Kino mehr geben – letztes Jahr gab es noch zwei «Movie Nights». Auch private Aktivitäten wie Geburtstagsfeiern sind nicht mehr zugelassen. Dafür finden wiederum drei Konzerte statt, das erste am 25. Mai mit dem Sänger Florian Ast. Neben dem reinen Badevergnügen bietet die Badi zudem weiterhin Spielnachmittage, Jassturniere, Meditationen und eine 1.-August-Feier. «Das Angebot richtet sich in erster Linie an die Quartierbewohner», sagt Widmer. Es seien deren positive Rückmeldungen, die ihn zum Weitermachen motivierten.

Beliebte «Badenische»

Martin Aregger, Co-Präsident des Quartiervereins Schachen, sagt: «Die Badi ist eine Bereicherung für das Quartier.» Das Programm sei insofern begrüssenswert, als es sich an Jung und Alt, Popfans und Schlagerfreunde – kurzum: an alle Bevölkerungsgruppen – richte. «Die Anliegen der Anwohner müssen dabei ernst genommen werden», betont Aregger. Allerdings seien nur wenige Quartierbewohner von Lärmimmissionen stark betoffen, da es nur wenige Liegenschaften direkt bei der Badi gebe.

Peter Schärli sagt: «Der Gemeinderat steht hinter dem Angebot der Badi Rotsee.» Sie erfreue sich grosser Beliebtheit seitens der Ebikoner Bevölkerung und solle auch weiterhin als «Badenische» für Familien, Gross und Klein, Alt und Jung zur Verfügung stehen. Ein Ausbau der Badi sei nicht geplant. Die neue Badesaison hat am Rotsee übrigens bereits begonnen: Sie wurde Anfang Mai mit einem Apéro eröffnet.

Simon Bordier

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