Mehr Platz fürs Gewerbe: Das Luzerner Rottal soll sich wirtschaftlich stärker entwickeln

Den Betrieb ausbauen oder eine neue Firma ansiedeln: Dafür soll es in Ruswil, Buttisholz, Grosswangen und Ettiswil künftig mehr Platz geben. Dieses Anliegen möchte der Regierungsrat nun prüfen.

Niels Jost
Drucken
Teilen
Im Rottal (hier Ruswil) soll künftig ein regionales Arbeitsplatzgebiet entstehen können.

Im Rottal (hier Ruswil) soll künftig ein regionales Arbeitsplatzgebiet entstehen können.

Bild: Pius Amrein (22. November 2018)

Die Situation ist paradox: Die Anzahl Arbeitsplätze ist im Luzerner Rottal in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Doch um sich anzusiedeln oder wachsen zu können, haben interessierte Firmen zunehmend Mühe, ein geeignetes Grundstück in Ruswil, Buttisholz, Grosswangen und Ettiswil zu finden. Denn gemäss gültigem Richtplan sind die vier Rottaler Gemeinden als «ländlich» eingestuft – sogenannte regionale Arbeitsplatzgebiete dürfen hier nicht geschaffen werden.

Das hat die Präsidenten der vier Gemeinden im vergangenen November dazu veranlasst, beim zuständigen Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdirektor Fabian Peter vorstellig zu werden. Mit einer gemeinsam erarbeiteten Absichtserklärung wollten sie sich bei der mittlerweile begonnenen Revision des Richtplans für die Stärkung des Rottals einsetzen – und einen «Abstieg in das Tal der Bedeutungslosigkeit» verhindern.

Rottaler Anliegen soll in Richtplan einfliessen

Die Offensive könnte sich ausgezahlt haben. Der Regierungsrat schreibt nun auf eine Anfrage der Grosswanger CVP-Kantonsrätin Yvonne Hunkeler: «Im Rahmen der anstehenden Gesamtrevision des kantonalen Richtplans wird dieses Anliegen einfliessen.»

CVP-Kantonsrätin Yvonne Hunkeler aus Grosswangen.

CVP-Kantonsrätin Yvonne Hunkeler aus Grosswangen.

Bild: PD

Denkbar sei, dass die gesetzlichen Bedingungen geschaffen werden, damit auch im Rottal ein regionales Arbeitsplatzgebiet ermöglicht werden kann. Dabei handelt es sich beispielsweise um ein Industriegebiet, welches als zentraler Wirtschaftsstandort einer Region fungiert und dadurch entsprechende Auswirkungen auf Raum und Umwelt haben kann. Solche Gebiete sind heute ländlichen Gemeinden vorenthalten.

«Es wäre schade, wenn Unternehmen abwandern würden.»

Mit der Antwort des Regierungsrats ist Yvonne Hunkeler zufrieden. «Das Ziel der Gemeinden, sich Gehör zu verschaffen, wurde erreicht», sagt die Unternehmensberaterin. Zwar sei damit noch nichts Konkretes erreicht. «Doch zumindest schliesst die Regierung ein regionales Arbeitsplatzgebiet im Rottal nicht kategorisch aus.»

Hunkeler betont zudem stellvertretend für die Gemeinden, dass für diese nicht Industriegebiete im Vordergrund stehen, sondern: «Angestrebt wird ein moderates Wachstum durch bestehende Betriebe oder neue KMU.» Die grundlegende Ausrichtung des Richtplans – die Entwicklung entlang der Autobahnen – erachtet die Vizepräsidentin der kantonalen CVP als richtig. «Der Richtplan soll lediglich korrigiert werden. Denn es wäre schade, wenn Unternehmen in andere Kantone abwandern würden.»

625 Arbeitsplätze geschaffen

Die Wirtschaft ist in den vier Rottaler Gemeinden Ruswil, Buttisholz, Grosswangen und Ettiswil in den vergangenen Jahren etwas über dem kantonalen Durchschnitt gewachsen. Von 2011 bis 2017 wurden 625 neue Arbeitsplätze geschaffen. Das entspricht einer Zunahme von 9,6 Prozent. Zum Vergleich: Über den ganzen Kanton gesehen waren es 8,4 Prozent mehr Beschäftigte. Bei der Anzahl Arbeitsstätten liegt das Rottal ziemlich im kantonalen Schnitt. Zulegen konnten die Gemeinden hier insbesondere im dritten Wirtschaftssektor, also bei Dienstleistungsbetrieben. (jon)

Mehr zum Thema