RRUSTEM MEMETI: Morde kann er nicht immer verhindern

Rrustem Memeti arbeitet als albanischer Vermittler in Luzern. Versöhnungen zu erzielen sei nicht einfach – und die Mediationsversuche sind entsprechend nicht immer erfolgreich.

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Rrustem Memeti. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Rrustem Memeti. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Rrustem Memeti* (55) ist nicht sehr glücklich mit den Schlagzeilen, welche die kosovarischen Versöhnungsräte in den letzten Tagen gemacht haben. Es war die Rede von «Paralleljustiz» – ein Begriff, den Memeti unzutreffend findet. «Versöhnungsräte und Vermittler arbeiten gleich wie die hiesigen Mediatoren – sie versuchen zu vermitteln und greifen nicht in die Justiz ein», sagt er.

Memeti selbst wurde in vier Fällen zusammen mit anderen Personen als Vermittler beigezogen. «Immer gelingt die Versöhnung nicht – es ist ein langer Prozess, der Einsicht des Täters verlangt und auch vom Verhalten der betroffenen Familien abhängt, die etwa Drohungen unterlassen sollen.» In zwei Fällen – einem Mord und einem Beziehungsdelikt – aus der Region Luzern ist das den Vermittlern nicht gelungen, und es kam zu zwei Vergeltungsmorden. Details will Memeti nicht nennen – Verschwiegenheit gehört zu seinen Pflichten. In zwei Familienstreitigkeiten konnte Memeti zusammen mit anderen Vermittlern die Situation entschärfen.

Luzia Mattmann

* Rrustem Memeti ist studierter Historiker und hatte einige Jahre als Lehrer gearbeitet, bevor er vor 27 Jahren als Saisonnier der Gastro-Branche in die Schweiz kam. Er ist seit zehn Jahren eingebürgert, und seit 1993 arbeitet er als Dolmetscher für Schulbehörden, die Fremdenpolizei und die Strafuntersuchungsbehörden. Seit acht Jahren ist er Mitglied der Schulpflege der Stadt Luzern.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Luzerner Zeitung.