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Ruder-EM in Luzern: Ohne die Helfer vom Rotsee geht es nicht

Drei Tage Wettkampf, Aufbau davor, Abbau danach. Die Ruder-Europameisterschaften auf dem Luzerner Rotsee wären ohne die Arbeit von 300 Helferinnen und Helfern nicht möglich. Ein Einblick in eine Welt voller Engagement, Begeisterung und vielen sehr gut gelaunten Menschen.
Kilian Küttel

Durch den Lautsprecher scheppert die Stimme des Speakers: «Auf Bahn eins startet Polen, auf Bahn zwei Grossbritannien, daneben Rumänien, Russland und das deutsche Boot.»

Wo sogar der Abwasch Spass macht

Es ist Freitagmorgen, 11.01 Uhr, der erste Tag der Ruder-Europameisterschaften in Luzern. Der Tag der Vorläufe. Ein grosses, weisses Zelt unmittelbar vor dem Ruderzentrum am Rotsee. Zwischen Apfelschorle und Mineralwasser, T-Shirts und viel Büromaterial bekommt Alice Brun wenig mit vom Trubel auf dem See.

Alice Brun, 35. Entlebuch

Alice Brun, 35. Entlebuch

Die 35-jährige aus Entlebuch hat im Organisationskomitee die Helfer unter sich. Die kommunizierten Zahlen variieren zwischen 200 und 300, «wobei wir wohl näher an 300 sind», so Brun auf dem Weg vom Helferzelt zum Ruderzentrum.

Dort, wo sich die Athleten für ihre Wettkämpfe vorbereiten und aufwärmen. In einem Zelt hinter dem Gebäude steht Katharina Drühe, 36 Jahre alt, kurze, blonde Haare, Präsidentin des Seeclubs Arbon.

Katharina Drühe, 36, Seeclub Arbon

Katharina Drühe, 36, Seeclub Arbon

Sie wäscht gerade die Teller ab, nachdem sich die Athleten verpflegt haben. Abwaschen, eine Aufgabe die im heimischen Haushalt nicht besonders beliebt ist, macht ihr nichts aus.

«Die Atmosphäre ist fantastisch, an einem solchen Anlass spürt man den Spirit des Ruderns auch wenn man abwäscht. Aber natürlich würde ich am liebsten gleich selber mitmachen.»

Das überrascht nicht, Drühe ist aktive Rudererin. So, wie viele andere Helferinnen und Helfer auch. So, wie Cornelia Egli aus Merlischachen vom Ruderclub Rigi Küssnacht.

Cornelia Egli, 60, Merlischachen

Cornelia Egli, 60, Merlischachen

Sie arbeitet an einem Verpflegungsstand unweit des Zielgeländes und der Haupttribüne. Noch läuft nicht viel an ihrem Stand. Sicher am heutigen Samstag und zum Höhepunkt von morgen werden die Zuschauer in Scharen an den Rotsee strömen. «Dann werden wir bereit sein», sagt Egli, die zum blauen T-Shirt eine rote Schürze trägt. Zum zweiten Mal ist sie hier. Die Premiere war letztes Jahr am Weltcup-Finale: «Daraufhin wurden wir wieder angefragt und haben sofort zugesagt», sagt die 60-jährige Cornelia Egli.

Von Portsmouth nach Weggis

Wir, das ist nebst Egli und einigen anderen Mitstreiterinnen auch Simon Andrews, 49 Jahre alt, ebenfalls vom Küssnachter Ruderclub.

Simon Andrews, 49, Weggis

Simon Andrews, 49, Weggis

Ursprünglich aus dem südenglischen Portsmouth, hat es in vor 18 Jahren in die Schweiz verschlagen. Heute lebt er in Weggis, seit drei Jahren ist er bei den Ruderern aus Küssnacht:

«Der Sport hat mich mit meinen Kollegen zusammengebracht. Wir haben immer eine gute Zeit und wollen nun mit unserem Engagement dem Rudersport etwas zurückgeben.»

Ob Jugendlicher oder Rentner – sie alle helfen mit Engagiert sind sie alle, sagt Helfer-Chefin Alice Brun. Sie hat nur lobende Worte für ihre Helfer, die wenige Stunden, einen halben Tag oder an fünf Tagen im Einsatz sind:

«Es ist fantastisch, dass so viele Leute kommen und hier gratis und freiwillig mithelfen, einen solchen Anlass durchzuführen.»

Darunter sind langjährige Helfer ebenso wie Neulinge, Jugendliche und Pensionäre, Ruderer und Nicht-Ruderer. Zur letzten Gattung gehört Brun, die mit Rudern «eigentlich nichts am Hut hat.» Doch gehe es um die Grundidee – zusammen etwas auf die Beine zu stellen. «Das ist überall so, ob bei einer Ruder-EM, einem Jodel- oder einem Schwingfest.»

Die Helfer sind auf ihren Posten

Einige Schritte weiter zum Zielgelände. Am Eingang zur Haupttribüne blickt Moritz Bauberger über den See. Die linke Hand in die Hüfte gestemmt, die Schultern breit wie die eines Schwingers, blaue Augen, Dächlikappe.

Moritz Bauberger, 26, Kriens.

Moritz Bauberger, 26, Kriens.

Auch er ist Hobbyruderer, auch er hilft an der Europameisterschaft mit. Er hat ein Auge auf die Bojen, die er im Fall eines Defekts austauschen muss. Der 26-Jährige aus Kriens hilft zum zehnten oder elften Mal am Rotsee mit, genau weiss er es nicht mehr. «Noch ist es ruhig, aber am Samstag und Sonntag wird es hier sicher zu einem Hexenkessel», meint er und wirft einen letzten Blick zu den Bojen und Seilen. Sie halten noch. Und sollte etwas passieren, Moritz Bauberger wäre auf seinem Posten. So, wie die anderen Helfer am Rotsee.

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