Rückbau der Autobahn am Luzerner Kasernenplatz? Parlament will davon nichts wissen

Um den Luzerner Kasernenplatz aufzuwerten, soll die Stadtautobahn nach der Eröffnung des Bypass rückgebaut werden. Das forderten die Grünen mittels Vorstoss. Doch im Grossen Stadtrat fiel das Anliegen durch.

Roman Hodel
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Blick auf den Kasernenplatz. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Dezember 2015))

Blick auf den Kasernenplatz. (Bild: Manuela Jans-Koch (Luzern, 20. Dezember 2015))

Der Kasernenplatz ist kein städtebauliches Glanzstück. Hauptsächlich dient er als Autobahnzubringer. Das sollte sich ändern. Zumindest wenn es nach den Grünen/Jungen Grünen gegangen wäre. Durch den Bau des Bypass könnte man die heutige Autobahn aufheben, so die Forderung einer Motion. «Es wäre die Gelegenheit, den Kasernenplatz städtebaulich aufzuwerten», sagte Motionärin Korintha Bärtsch und rechnete am Donnerstag an der Sitzung des Grossen Stadtrats vor: «Nimmt man den neuen Bypass und die bestehende Autobahn zusammen, führen künftig sage und schreibe zehn Spuren durch Luzern. Zum Vergleich: der Baregg im Aargau zählt sieben Spuren.» 

Allerdings: Support erhielt Bärtsch nur von der SP. «Wir sind erstens keine Fans von einem Ausbau des motorisierten Individualverkehrs», sagte Mario Stübi. «Zweitens wäre es die überfällige Stadtreparatur an diesem Ort.» Die anderen Parteien lehnten die Überweisung der Motion ab. «Die Idee ist zwar visionär, aber der Rückbau wäre dann doch eine zu grosse Kiste für die Stadt», sagte etwa Andreas Özvegyi (GLP). Roger Sonderegger (CVP) argumentierte: «Wir sind nicht bereit, einen gut funktionierenden Zubringer abzuwürgen.» Und Marco Baumann (FDP) sagte: «Es wird einfach mal etwas gefordert, obwohl die Stadt hier gar keine Entscheidungskompetenz hat.»

Letzteres erwähnte denn auch Stadtrat Adrian Borgula (Grüne): «Die Kapazitätsplanung für die Autobahn liegt in der Hand des Astra, die Planung läuft.» Deshalb erachte der Stadtrat das Erarbeiten eines entsprechenden Planungsberichts zum jetzigen Zeitpunkt als nicht zweckmässig. «Wir werden aber versuchen, Verbesserungen einzubringen», sagte Borgula. Die Überweisung der Motion wurde schliesslich, wie vom Stadtrat empfohlen, abgelehnt.