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Interview

Rückblende mit Emil Steinberger: «Oft konnten wir das Essen vor Lachen fast nicht runterschlucken»

In einem Pfarrei-Lager hat der Luzerner Kabarettist Emil Steinberger (86) auf einer Bergwanderung einen Schreckmoment erlebt. Den Spass liess er sich dadurch aber nicht verderben.
Interview: Simon Mathis
Der Luzerner Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Emil Steinberger. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, Luzern, 29. April 2019)

Der Luzerner Kabarettist, Schriftsteller, Regisseur und Schauspieler Emil Steinberger. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler, Luzern, 29. April 2019)

Emil Steinberger, an welches Lager erinnern Sie sich besonders?

Emil Steinberger: Ich war nur einmal in einem Pfarrei-Lager – und spürte schnell, dass das nicht so mein Ding ist. Das Abkochen im Freien sowieso nicht. Geschirr und Pfannen, die nur notdürftig in einem Bach gewaschen waren, stoppten eher meine Hungergefühle. Das merkte man mir nicht an, denn ich war immer für fröhliche Momente bekannt.

Welches Ereignis aus diesem Lager wird für Sie unvergesslich bleiben?

Eine Bergtour war angesagt, da machte ich mit. Ich hatte damals keine richtigen Bergschuhe, musste mit Skischuhen Vorlieb nehmen. Da war es mir schon etwas «gschmuch», als dann der Weg den Felsen entlang immer schmaler wurde. Plötzlich seilte man vor unseren Augen einen toten Bergsteiger ab. Da wurde es auch den Leitern etwas unwohl dabei. Auf die Frage, wer nicht mehr weiter aufsteigen wolle, war ich der erste, der die Hand aufhielt. So landete ich sehr glücklich und erleichtert wieder im Ferienheim.

Oha. Sie hatten aber hoffentlich auch schönere Momente?

In einem Lager fand ich immer Möglichkeiten, spassige Momente einzubringen. Oft konnten wir vor Lachen das Essen am Tisch fast nicht runterschlucken. Am Schlussabend hatte ich dann speziell Gelegenheit, meine komödiantischen Fähigkeiten zu präsentieren. Irgendjemand musste ja den Organisator spielen und Ideen vorschlagen. Da war ich dann im Element und nicht an steilen Felswänden!

Haben Sie Ihre Eltern vermisst?

Der gute Draht mit den Eltern blieb dadurch erhalten, dass ich vermutlich schrieb, dass das Essen nicht so meinen Gewohnheiten entspreche. Zum Beispiel Pferdefleisch. Jedenfalls brachte mir die Post zwei Mal ein Fresspäckli, mit Birewegge, Nussgipfel, etc. Das bindet! Von den Eltern am Bahnhof abgeholt zu werden, war für mich ein sehr schöner Moment.

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