Ruedi Felder regiert «locker vom Hocker»

Am Samstag hat die Egli-Zunft Horw Ruedi Felder als Eglivater inthronisiert. Mit 100 Anlässen bringt er sich im Gemeindegeschehen stark ein. Der Pfarreisaal Horw war festlich hergerichtet.

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Da der neue Eglivater ein leidenschaftlicher Fussballer ist, stellten die Zünftler ein Fussballtor ins Pfarreizentrum. Ruedi Felder nahm bei der Inthronisation auf der Trainerbank davor Platz. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Da der neue Eglivater ein leidenschaftlicher Fussballer ist, stellten die Zünftler ein Fussballtor ins Pfarreizentrum. Ruedi Felder nahm bei der Inthronisation auf der Trainerbank davor Platz. (Bild: Maria Schmid / Neue LZ)

Am Samstag, 20.30 Uhr, durfte Ruedi Felder (56), Friedhof-Anlagewart der Gemeinde Horw, unter grossem Applaus seiner rund 100 Zunftkollegen und ihrer Partnerinnen auf dem Eglivater-Thron Platz nehmen. Das Eglipaar Ruedi und Alma Felder wird zusammen mit dem ebenfalls frisch gewählten Weibelpaar Paul und Monika Waser sowie dem im vierten Amtsjahr tätigen Zunftmeister Hans-Ulrich Burri die Geschicke der Zunft 2012 leiten. Seiner Art entsprechend will Felder das aktuelle Zunftjahr unter dem Motto «Locker vom Hocker!» gestalten.

Von Brändifasnacht bis Chilbi

«Die Fasnachtstage und die Dorfchilbi sind sicherlich die Höhepunkte des Zunftjahres», sagt Felder strahlend. Die Unterstützung seiner Familie hat er auf sicher. Seine Kinder sind Mitglieder der Guggenmusik Rasselbandi Horw. Auch seine Frau, die ihn auf seinen Streifzügen als Einzelmaske durch den Konfettiregen stets begleite, sei «fasnachtsverrückt», so Felder.

Die Fasnachtszeit und die Chilbi machen gut einen Drittel der rund 100 Anlässe des Eglivaters aus. Die Egli-Zunft organisiert zusammen mit anderen Horwer Vereinen den Fasnachtsbetrieb am Schmutzigen Donnerstag in der Horwerhalle. Auch der sonntägliche Fasnachtsumzug und die Brändifasnacht stehen unter der Ägide der Zünftler. Für die Chilbi-Zeit organisiert die Egli-Zunft gar ein dreitägiges Gaudi, wobei auch hier traditionellerweise die Bewohner des Brändi-Wohnhauses Horw an einem Nachmittag zu Gast sind.

Eglivater als Krone der Zunftzeit

In der 1978 gegründeten Egli-Zunft, die zu den jüngeren Zünften gehört, müssen sich die Zünftler erst mal kräftig die Sporen abverdienen. Nach zweijähriger Kandidatenzeit gibt es zwei sehr intensive Jahre als Neuzünftler. «Während dieser vier Jahre ist man dazu aufgefordert, zusammen mit einer allfälligen Partnerin das Zunftleben aktiv mitzugestalten. Das ist sehr zeitintensiv», erinnert sich Felder. Erst nach mindestens vier Mitgliedsjahren kann man Eglivater werden. Damit unterscheidet sich die Egli-Zunft von ihrer Patenzunft Fröschen-Zunft Meggen, wo der Zunftmeister als Aussenstehender erst über die Amtseinsetzung zur Zunft stösst. Neben der Fröschen-Zunft ist auch die Zunft zum Dünkelweiher Luzern Patenzunft. «Mit ihnen pflegen wir besonders regen Kontakt», erklärt Felder.

«Im September 2011 wurde ich angefragt», so Felder. Seit dem Zunftbot im November ist er als Zunftvater offiziell bekannt. «Diesen Prozess erachte ich als sehr gut, kann man doch die Zunft zuerst während vier Jahren richtig kennen lernen», sagt Felder. Kritik am anderen Verfahren der Fröschen-Zunft wolle er damit jedoch natürlich nicht üben. Felder: «Das sind alles sehr traditionell verwurzelte Vorgänge, und beide haben sehr interessante Aspekte.»

Anlagewart, Schiri, Fasnächtler

Als Eglivater stellt sich Felder auf ein sehr geschäftiges und geselliges Jahr ein: «Doch werde ich trotz dieser Amtswürden meine Arbeit als Friedhof-Anlagewart Horws nicht geringer wahrnehmen.» Der gelernte Elektromonteur war 29 Jahre in diversen Funktionen im Zeughaus Kriens und Sarnen für die Schweizer Armee tätig. Seit 2005 arbeitet er als Horwer Anlagewart. Mit dieser Tätigkeit und seinem Wohnsitz in Horw seit 1977 sei er schon länger in das Gemeindegeschehen eingebunden. «Doch reizt mich an der Arbeit als Eglivater besonders, dass ich nun an der Front die Gemeinde und ihre Bewohner noch besser kennen lernen darf.»

Seine Freizeit verbringt er seit seiner Kindheit gerne auf dem Fussballrasen. Nach Jahren als Spieler und Schiedsrichter bringt er sich auch heute noch als Inspizient und Instruktor beim Schweizerischen Fussballverband ein. «Dass ich vom Verteidiger zum Schiri gewechselt habe, liegt wohl an meiner breiten Postur», sagt Felder und lacht.

Die Zeit in der Zunft soll für alle einer Auszeit vom Alltag gleichkommen und damit «Locker vom Hocker!» sein.

Basil Böhni/ Neue LZ