RUOPIGEN: Bumann greift darbender Beiz unter die Arme

Die Stühle im Restaurant Flyingball im Luzerner Stadtteil Ruopigen bleiben leer, obwohl das Essen gut ist. Das soll sich nun ändern – dank Daniel Bumann, dem Restauranttester.

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Stelldichein in der Küche: Daniel Bumann (Mitte) im Gespräch mit «Flyingball»-Inhaber Sandro Arnold.

Stelldichein in der Küche: Daniel Bumann (Mitte) im Gespräch mit «Flyingball»-Inhaber Sandro Arnold.

Die Lage ist ernst: «Könnten wir das Restaurant nicht durch die Tennislektionen und den Sportshop querfinanzieren, wäre die Lage sehr dramatisch», bringt es «Flyingball»-Inhaber Sandro Arnold auf den Punkt. «Jetzt müssen wir handeln.» Der Kern des Übels: «Viel zu wenig Leute kennen unser Restaurant», sagt seine Mutter und Geschäftsführerin Ginette Arnold. Tatsächlich: Die Lage des durch ein steiles Strässchen vom Ruopigenring aus zu erreichenden Sportbeiz ist alles andere als optimal.

«Helfen an erster Stelle»
Jetzt erhalten die beiden Schützenhilfe von TV-Spitzenkoch Daniel Bumann (52), der den angeschlagenen Betrieb bei den Tennisanlagen Littau in den Mittelpunkt einer Folge seiner Serie «Der Restauranttester» stellt. Diese wird im Februar 2011 auf dem Privatsender «3+» ausgestrahlt. «Die Familie ist mir wirklich sehr sympathisch – in diesem Fall steht für mich das Helfen an erster Stelle. Dass wir zugleich eine Sendung produzieren, ist zweitrangig», so der 18-Gault-Millau-Punkte-Träger. «Für mich interessant ist, dass es hier wirklich einmal um etwas total anderes als üblicherweise geht: Das Problem hier ist nicht die Hygiene oder das schlechte Essen, sondern das nicht optimale Marketing», so Bumann.

Studenten schenken Businessplan
Unterstützung hat sich der Walliser aus der Region geholt: Sechs Diplomanden der Schweizerischen Hotelfachschule Luzern (SHL) haben für die Arnolds einen Businessplan mit vielen kostengünstigen und rasch umsetzbaren Ideen, wie das Geschäft angekurbelt werden kann, erarbeitet – kostenlos. «Das ist ein ideales Übungsfeld für die Stundenten, um das Gelernte in die Praxis umzusetzen», sagt SHL-Direktor Kurt Imhof, selber ein Walliser. «Diese Aussensicht würden vielen Betrieben gut tun.» Der Businessplan würde im freien Markt laut seinen Informationen «mehrere tausend Franken» kosten.

Sandro Arnold ist sehr zufrieden – und möchte einige Punkte nun so schnell wie möglich umsetzen. «Den Vorschlag ?Entdecke den Federer in dir!?, ein Hallenmiete-Lunch-Kombi tönt sehr gut», so der 31-Jährige aus Rain. Zunächst einmal soll aber das Schild an der Strasse erneuert werden. «Ich hoffe, dass es nun vorwärts geht und uns möglichst viele neue Gäste testen!»

Dave Schläpfer/Neue LZ