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RUSWIL: 15,3 Millionen für neue Gemeindeverwaltung

Die Gemeindeverwaltung soll im Dorfkern in neue Räumlichkeiten einziehen. Doch das Stimmvolk muss zuerst noch einem 15,3-Millionen-Franken-Kredit zustimmen.
Ernesto Piazza
So soll der Ruswiler Dorfkern West dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

So soll der Ruswiler Dorfkern West dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernereitung.ch

Das Projekt Dorfkern West geniesst beim Gemeinderat höchste Priorität. Das kam an der Medienorientierung am Montag klar zum Ausdruck. «Wir brauchen für die Gemeindeverwaltung neue Räume», stellte Gemeindepräsident Leo Müller gleich zu Beginn fest. Diese sollen mit einem 15,3-Millionen-Franken-Projekt im Dorfkern erstellt werden.

Konkret geplant ist, einen Teil des Bauvorhabens im Chrämerhus und den Rest mittels Neubau zu realisieren. Beide Gebäude sollen durch eine Passerelle miteinander verbunden werden. Am 26. November befinden die Stimmbürger über das Projekt.

«Präsentieren ein Projekt mit Weitsicht»

Heute ist die Gemeindeverwaltung in zwei Gebäuden untergebracht. Die beiden Bauten sowie deren Einrichtungen würden bei weitem nicht mehr den Anforderungen entsprechen, die heute an eine moderne und effiziente Verwaltung gestellt würden, betonte Müller weiter. Kein Zugang oder Lift für gehbehinderte Menschen oder Personen mit Kinderwagen, schlechte Schallisolierungen sowie das Fehlen von Diskretionsschaltern seien Gründe für das geplante Bauvorhaben. Müller betonte: «Wir präsentieren dem Stimmbürger ein Projekt mit Weitsicht.»

Der Neubau soll künftig der Verwaltung Platz bieten. Weiter zieht die Polizei im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ein. Das dritte Obergeschoss ist erst als strategische Raumreserve gedacht. Sie kann vorderhand vermietet und später für weitere Aufgaben, die nach Ruswil zurückgenommen oder zentralisiert werden, genutzt werden. «Es wäre eine schlechte Lösung, wenn bei der Erstellung bereits alle Räume ausgeschöpft würden», sagte Leo Müller zu diesem Schritt. Und er wies in dem Zusammenhang darauf hin, dass in den letzten drei Jahren in Ruswil das regionale Steueramt Ruswil-Wolhusen sowie die Musikschule Rottal mit überkommunalen Aufgaben eine Bleibe gefunden hätten. «Damit sind die Standortattraktivität und der Zentrumscharakter der Gemeinde gestärkt worden.» Müller schliesst zudem nicht aus, dass die Sozialberatung, die aktuell nach Entlebuch ins Sozialberatungszentrum ausgegliedert ist, wieder zurückkommt. Damit der Neubau erstellt werden kann, müssen zwei Gebäude weichen.

Das Chrämerhus wird von diversen Fachstellen als «herausragendes Beispiel eines historisch gewachsenen Baudenkmals» bezeichnet und steht seit 2005 unter kantonalem Schutz. Deshalb darf das Gebäude nicht abgerissen und stilgerecht wiederhergestellt werden, es braucht eine vollständige Sanierung. Der Gastronomiebetrieb im Erdgeschoss soll bestehen bleiben. Die oberen Etagen werden von der Gemeindeverwaltung genutzt.

Ursprünglich – das heisst 2013 – waren die Kosten aufgrund des damaligen Wissensstandes auf 10,7 Millionen Franken geschätzt worden. Mittlerweile liegen sie bei 15,3 Millionen. Da die Denkmalpflege und das Bundesamt für Kultur je 567 000 Franken beisteuern, beträgt die Nettoinvestition noch 14,2 Millionen. Das heisst: Die Kosten sind 3,5 Millionen höher als seinerzeit veranschlagt. Die Gründe liegen beispielsweise bei zusätzlichem technischem Ausbau, bei der Kälteanlage und Gebäudeautomation sowie der statischen Ertüchtigung und dem Lifteinbau.

Investitionen im Finanzplan eingestellt

Müller wies jedoch darauf hin, dass der Gastrobetrieb, die Luzerner Polizei und die strategischen Raumreserven «uns Mieteinnahmen bringen». Kapitalisiert seien das rund 2,5 Millionen Franken. Weiter kalkuliert die Gemeinde mit dem Verkauf des Grundstücks Schwerzistrasse 9, welcher eine weitere Million bringen soll. Damit würden sich die Nettokosten für die Verwaltung bei rund 10,6 Millionen Franken bewegen.

Bereits am 3. März 2013 hatte das Volk einem Planungskredit von 455 000 Franken zugestimmt. Wohlwissend, dass die Kostenfrage beim Projekt zu Diskussionen führen kann, sagte Leo Müller: «Wir haben die Investitionen seit längerer Zeit im Finanzplan eingestellt. Das Projekt ist für die Gemeinde absolut tragbar. Jetzt liegen die Karten offen auf dem Tisch.»

So soll die Empfangs- und Schalterhalle aussehen. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

So soll die Empfangs- und Schalterhalle aussehen. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

Das Sitzungszimmer des Gemeinderates im Chrämerhus. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

Das Sitzungszimmer des Gemeinderates im Chrämerhus. (Bild: Visualisierung: Studio 12)

Übersicht über die geplanten Neuerungen im Dorf Ruswil. (Bild: PD)

Übersicht über die geplanten Neuerungen im Dorf Ruswil. (Bild: PD)

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