Ländler-Weihnacht: Ruswil bittet wieder zum Tanzen und «Bödele»

Der Veranstalter räumt vor der 19. Austragung der Innerschweizer Ländler-Weihnacht mit einem Vorurteil auf.

Stephan Santschi
Hören
Drucken
Teilen
Das Organisationskomitee und die Helfer sind fleissig am Aufbau für die Ländler-Weihnacht in Ruswil.

Das Organisationskomitee und die Helfer sind fleissig am Aufbau für die Ländler-Weihnacht in Ruswil.

Manuela Jans-Koch, 28. November 2019

Wenn am Freitag und am Samstag in der Ruswiler Mehrzweckhalle die Tür öffnet, steht wieder viel Folklore für Jung und Alt auf dem Programm. Jeweils sechs Ländlerformationen werden für zwei stimmungsvolle Musikabende sorgen, bereits zum 19.Mal geht die Ländler-Weihnacht über die Bühne. «Ein einmaliger Anlass, etwas Vergleichbares gibt es in der Region nicht», sagt Stefan Petermann vom neunköpfigen Organisationskomitee.

Der 26-jährige Luthertaler ist für die Platzreservationen zuständig und in dieser Funktion möchte er sogleich mit einem Vorurteil aufräumen: «Es heisst oft, dass wir am Samstag eine rappelvolle Hütte haben. Doch das ist in rund 20 Jahren erst einmal vorgekommen. Auch am Samstag sind jeweils Tickets an der Abendkasse erhältlich», sagt Petermann. Platz hat es für rund 1200 Personen.

Das stark verjüngte OK steht nun im vierten Jahr in Amt und Würden, nachdem es 2015 zu einem Generationenwechsel gekommen ist. «Als wir hörten, dass der Anlass womöglich nicht mehr weitergeführt werden kann, formierten wir uns. Wir kannten uns alle aus verschiedenen Gruppen in der Landjugend, wir sind dort gut vernetzt», sagt Petermann.

Ganz traditionell – trotz jungem OK

Nicht ganz einfach wird es jeweils, wenn Sitzungen auf dem Programm stehen, die Wohnsitze der OK-Mitglieder sind nämlich breit gestreut. Bauchef Felix Wiederkehr etwa kommt aus Jonen im Kanton Aargau, die Helfer-Verantwortliche Daniela Burri aus Entlebuch. Priska Odermatt (Werbung und Sponsoren) und Yvonne Marty (Musik und Dekoration) sind im Kanton Nidwalden heimisch, Tombola-Verantwortliche Karin Keiser in Uri. Petermann: «Meistens treffen wir uns bei jemandem zu Hause.»

Neben abwechslungsreicher Ländlermusik wartet der Anlass in Ruswil jeweils auch mit einer reichhaltigen Tombola auf. Pro Abend werden 600 Preise feilgeboten, Hauptgewinn ist jeweils ein Fahrrad. Daran hat sich ebenso wenig verändert wie am restlichen Anlass, seit die neue Führung am Ruder ist. «Wir haben im administrativen Bereich das eine oder andere modernisiert», sagt Petermann, «der Auftritt der Ländler-Weihnacht ist aber noch immer derselbe.» Auch die Dekoration, die jeweils am Donnerstag mit rund 30 Helfern eingerichtet wird, kommt im üblichen Stil daher – mit vielen geschmückten Weihnachtsbäumen, Lichtergirlanden und einem dunkelblauen Sternenhimmel an den Wänden sowie einer Bühne zum Tanzen und «Bödele». «Den Besuchern gefällt es», so Petermann. Und die erfahrenen Vorgänger aus dem ehemaligen OK haben nichts auszusetzen? «Nein», erwidert er lachend. «Sie halten sich zurück und geniessen das Fest.»

Prämierte Formationen eröffnen das Programm

Eröffnet werden die Abende traditionell jeweils mit den beiden höchstprämierten Formationen der Ländler-Nacht in Menzberg. Am Freitag sind dies die Äntlibuecher Hütteörgeler und am Samstag die Örgelifäger. Ist damit alles gesagt? Nicht ganz. «Die Pastetli in unserer Festwirtschaft», sagt Stefan Petermann schmunzelnd, «die werden gerühmt.»

Hinweis
Innerschweizer Ländler-Weihnacht in Ruswil (MZH): Heute ab 20 Uhr, Samstag ab 19.30 Uhr. Eintritt: 15 Franken.