RUSWIL: Das Chrämerhus in Ruswil bleibt ein Denkmal

Ein Teilabriss und die stilgerechte Wiederherstellung des Chrämerhus ist von den kantonalen Behörden nicht bewilligt worden. Nun kommt auch die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege zum Schluss, dass das Chrämerhus als Denkmal zu erhalten ist und nicht, auch nicht teilweise, kopiert werden darf.

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Das Chrämerhus in Ruswil muss als Denkmal erhalten bleiben. (Bild: Eveline Beerkircher (Ruswil, 30. Juni 2016))

Das Chrämerhus in Ruswil muss als Denkmal erhalten bleiben. (Bild: Eveline Beerkircher (Ruswil, 30. Juni 2016))

Im Rahmen der Dorfkernerneuerung in Ruswil soll das renovationsbedürftige Chrämerhus durch die Gemeinde erworben werden und in Zukunft ein Teil der geplanten neuen Gemeindeverwaltung am Dorfplatz sein. Die von der Denkmalpflege und dem Bundesamt für Kultur zugesicherten Beiträge von je 567‘000 Franken, also insgesamt 1,134 Millionen Franken, decken nur einen Teil der Gesamtkosten, die für die Renovation erforderlich sind.

Der Gemeinderat beantragte daher einen Teilrückbau bis auf Deckenhöhe des Restaurants im Erdgeschoss mit anschliessender Wiederherstellung des äusseren Erscheinungsbildes. Nebst der Kostenoptimierung sollten dadurch die Räume zweckmässig und bedürfnisgerecht genutzt werden können.

Rekonstruktion zerstört Denkmalwerte

Die eidgenössische Kommission beurteilt wie die Kantonsregierung und die kantonale Denkmalpflege das Chrämerhus als herausragendes Beispiel eines historisch gewachsenen Baudenkmals. Gerade seine komplexe Baugeschichte, welche mehr als 500 Jahre Baukultur dokumentiert, mache es so wertvoll als eines der ältesten erhaltenen Holzbauten des Kantons Luzern.

Das Chrämerhus sei somit in keiner Art und Weise mit dem ehemaligen Bürgerheim Rütmatt vergleichbar. Ersteres stammt aus dem späten Mittelalter und ist damit rund dreimal älter als das Bürgerheim, welches zudem nicht in einem Ensemble eingebunden ist und weder funktional noch raumgestalterisch zentrale Funktionen innehat. Diese Baugeschichte mit Spuren der Zeit macht das Chrämerhus zu einem Baudenkmal. Durch einen materiellen Neubau gehen sämtliche Denkmalwerte verloren und dieser wäre nur eine Kopie des originalen Vorgängerbaus.

Geringer Spielraum

Das Chrämerhus wurde im Jahre 2005 per Regierungsratsbeschluss unter Schutz gestellt und ist ein wichtiger Bestandteil des Ortbildes von nationaler Bedeutung. Im Denkmalinventar eingetragene, schützenswerte Bauten dürfen ohne Bewilligung der zuständigen kantonalen Dienststelle weder renoviert, verändert, noch rückgebaut werden. Ein Teilabriss ist somit mit diesem Entscheid endgültig ausgeschlossen. Der Gemeinderat versucht nun die Kosten für die Gemeinde durch weitere Förderer zu senken.