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RUSWIL: Dorfkern West: Gemeinderat nimmt neuen Anlauf

Nach dem deutlichen Volks-Nein zum Projekt Dorfkern West will der Gemeinderat die Gespräche wieder in Gang setzen. In den Prozess sollen auch Ideen der SVP einfliessen.
Ernesto Piazza
So stellen sich die Planer den neuen Dorfplatz in Ruswil vor. (Bild: Visualisierung: Studio 12 GmbH)

So stellen sich die Planer den neuen Dorfplatz in Ruswil vor. (Bild: Visualisierung: Studio 12 GmbH)

Ernesto Piazza

ernesto.piazza@luzernerzeitung.ch

Komplett den Reset-Knopf drücken muss der Ruswiler Gemeinderat zwar nicht. Dennoch ist er nach der Ablehnung seiner Vorlage für den Bau der neuen Gemeindeverwaltung – verbunden mit der Sanierung des denkmalgeschützten Chrämerhus – gefordert. Mit einem Nein-Stimmen-Anteil von wuchtigen 58 Prozent schickte das Volk die 15,3-Millionen-Franken-Vorlage bachab. Die Standortfrage und die vor allem von der SVP angeführten zu hohen Kosten bewegen die Ruswiler Bevölkerung.

Vergangene Woche hat die Exekutive für den 24. Januar zu einem runden Tisch geladen (Ausgabe vom 15. Dezember). Vertreter der Ortsparteien, des Gewerbevereins und von «Los! Ruswil» – ein Verein ohne parteipolitische Ausrichtung – sollen daran teilnehmen. Ziel des Treffens ist, sich über das weitere Vorgehen auszutauschen, beim neuen Gemeindezentrum das «Wie weiter?» festzulegen und den Prozess ohne festgefahrene Präferenzen in Gang zu setzen. Es kommt also quasi zu einem Neustart. «Wobei nicht inhaltlich, sondern formell diskutiert wird», präzisiert Gemeindepräsident Leo Müller (CVP). Dabei soll darüber befunden werden, ob eine Arbeitsgruppe zu bilden ist und wer diese beim Zustandekommen leiten soll. Oder ob ein anderes Vorgehen bevorzugt wird.

SVP befürwortet Variante Wolfsmatte

«Wir streben eine komplette Auslegeordnung an», betont Müller. Für den Gemeinderat sei wichtig, dass jetzt Vor- und Nachteile aller Varianten fundiert angeschaut würden. Dass die Ruswiler Verwaltung Bedarf an Räumlichkeiten hat, steht ausser Frage. Im Zentrum der künftigen Diskussionen wird also primär die Standortwahl stehen. Nachdem der 15,3-Millionen-Kredit für den Dorfkern West mit neuem Gemeindehaus und Sanierung des Chrämerhus in Ruswil Geschichte ist, dürften viele Optionen offenbleiben.

Die SVP befürwortet die Variante auf der gemeindeeigenen Parzelle Wolfsmatte – inklusive Parkplätze – für 10 bis 11 Millionen, wie sie schreibt. «Das neue Gemeindehaus würde dort ein Mosaikstein des Zentrums ‹Verwaltung, Schule, Sport, Kultur› bilden», erklärt Ortsparteipräsident Fabian Stadelmann. Während des Abstimmungskampfs sprach die Volkspartei auch von der Version Rosswöschstrasse und von «rund 10 Millionen Franken für deren Realisierung». Dies bedeutete wiederum, dass vorgängig eine allfällige neue Strassenführung für die Realisierung eines Halbkreisels im Dorf – auf der Strecke Wolhusen–Luzern – geklärt werden müsste. Bereits 2010 sei ein entsprechendes Verkehrsregime andiskutiert worden, so Müller. «Bevor dort ein Gebäude hingestellt wird, muss diese Frage beantwortet werden.» Der entsprechende Abschnitt fällt unter Kantonshoheit.

Aktuell spricht man in Ruswil nach dem an der Urne abgelehnten Projekt auch über ein neues Gemeindezentrum am bisherigen Standort. Bei der Version müsste jedoch das Problem der fehlenden Parkplätze gelöst werden.

Gemeinderat will Fächer nochmals öffnen

Alle Varianten aufführen, Vor- und Nachteile einander gegenüberstellen und die Machbarkeit auslotsen: «Wir möchten den Fächer nochmals aufmachen, einen breiten Konsens und als Folge davon eine möglichst grosse Akzeptanz finden», betont der Gemeindepräsident.

Die SVP hatte der Exekutive kürzlich ein Arbeitspapier eingereicht (Ausgabe vom 15. Dezember). «Dieses geben wir dem Gremium weiter, das sich mit dem künftigen Vorgehen befassen wird. Genauso verfahren wir mit allen Papieren, die bei uns eingehen», erklärt Müller. Die komplette Palette der Inputs dürfte also Gegenstand von weiteren Diskussionen sein.

Bei der in SVP-Schreiben priorisierten Variante Wolfsmatte könne der Gemeinderat in eigener Kompetenz Standort und Projektkosten festlegen, erklärt die Partei weiter. Daher geht sie davon aus, dass bis Ende 2018 die Abstimmung über ein neues Gemeindehaus möglich wäre. Und wie sieht das die Exekutive? Leo Müller vermag die Frage nach der Zeitschiene momentan noch nicht schlüssig beantworten. Dies sei Gegenstand der Diskussion am runden Tisch.

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