RUSWIL: Für Schreinerlehrlinge wird Kreativität immer zentraler

46 Schreinerlehrlinge messen sich an einem Wettbewerb. Der Präsident der Luzerner Schreiner kennt keine Nachwuchssorgen und betont, dass der Verband trotz Herausforderungen nicht auf dem Holzweg ist.

Roseline Troxler
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Beat Bucheli, Präsident der Luzerner Schreiner im Schulhaus Bärenmatt in Ruswil, wo die Werke der jungen Schreiner gezeigt wurden. (Bild: Dominik Wunderli (4. April 2018))

Beat Bucheli, Präsident der Luzerner Schreiner im Schulhaus Bärenmatt in Ruswil, wo die Werke der jungen Schreiner gezeigt wurden. (Bild: Dominik Wunderli (4. April 2018))

Roseline Troxler

roseline.troxler@luzernerzeitung.ch

Hunderte Stunden haben Nachwuchsschreiner in eigene Möbelstücke investiert. Nun trägt ihre Arbeit Früchte. Die Werke von 46 Schreinerlehrlingen des 4. Lehrjahres aus der Zentralschweiz sind im Schulhaus Bärematt in Ruswil ausgestellt, nachdem sie von einer Fachjury bewertet wurden. Bei «Art in Wood», wie der Wettbewerb heisst, hat es Selina Stadelmann aus Ettiswil ganz oben aufs Podest geschafft. Sie hat die Jury etwa mit der Verarbeitung und dem Materialeinsatz ihres Pultes überzeugt. Alle Arbeiten der jungen Schreiner sind noch bis am 15. April zu besichtigen. Erstmals besteht die Ausstellung dieses Jahr aus zwei Teilen: Auch neun angehende Bekleidungsgestalterinnen haben heuer eigene Exponate zum Thema «fahrbar» entworfen.

Beat Bucheli präsidiert den Verband Luzerner Schreiner. «Der Wettbewerb soll für die Lernenden eine Standortbestimmung sein», sagt er. Bewertet werden die Entwurfsunterlagen sowie das Möbel. Dabei zählten vor allem Messgenauigkeit, Verarbeitung, Auswahl der Materialien und der Schwierigkeitsgrad.

Vielfalt der Materialien hat stark zugenommen

Nachwuchssorgen kennen die Schreinerbetriebe laut Bucheli nicht. «Dank gutem Image ist der Nachwuchs in unserer Branche stabil.» Bei jungen Männern war der Beruf im Jahr 2016 auf Platz 7 der zehn beliebtesten Berufe. Frauen wählen ihn weniger oft. Dennoch sagt Beat Bucheli: «Der Beruf ist schon länger keine Männerdomäne mehr.» Mit ein Grund: Das Berufsbild habe sich in den letzten Jahren stark gewandelt. «Der Schreiner arbeitet heute mit immer mehr Materialien. In früheren Zeiten waren das vorwiegend Massivholz, einige Plattenmaterialien, Glas und Metall.» Wegen gestiegener Anforderungen an Brandschutz, Wärmedämmung und Schallschutz sei die Materialvielfalt gewachsen. Auch dank neuer Arbeitsmethoden würden der Kreativität kaum mehr Grenzen gesetzt. Grosse Veränderungen sieht Bucheli durch die Industrie 4.0. «Die Frage dabei wird sein, wie weit die einzelnen Betriebe gehen wollen.» Anpassen müsse sich auch die Grund- und Weiterbildung. Insgesamt seien die Betriebe gut aufgestellt. «Es wird viel unternommen, um unsere Branche weiterzubringen. Gute Infrastrukturen, Aus- und Weiterbildungsangebote, Kreativität und Innovationen sind gefragter denn je.»

Am Wettbewerb erhielten nebst Stadelmann auch David Steiner aus Ruswil und Luca Schöpf aus Neuenkirch einen Pokal. Drei Sonderpreise, verliehen durch eine separate Jury, gehen ebenfalls an Stadelmann und Schöpfer, sowie an Simon Wicki aus Winikon.

Die Rangliste des Wettbewerbs finden Sie hier.