Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

RUSWIL: Gewässerverschmutzung im Bielbach – tausende Fische sterben

Wegen einer Gewässerverschmutzung im Bielbach sind über 7000 Fische verendet. 3,5 Kilometer des Baches sind durch ein Lösungsmittel verunreinigt. Dessen Herkunft ist unklar.
Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei, mit toten Fischen. (Bild: Corinne Glanzmann (Ruswil, 21. Juli 2017))

Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei, mit toten Fischen. (Bild: Corinne Glanzmann (Ruswil, 21. Juli 2017))

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

Es ist ein unschöner Anblick, der sich einem am Freitag beim idyllisch fliessenden Bielbach in Ruswil bot. Auf einer Strecke von 3,5 Kilometern lagen tote Fische im Wasser. Bachforellen, Schmerlen, Groppen – alle trieben sie auf dem Rücken an der Wasseroberfläche oder befanden sich in tieferen Lagen reglos noch unter Steinen.

Grund ist eine Verschmutzung des Gewässers. Laut der Luzerner Polizei ist am Donnerstag kurz nach 11.30 Uhr die Meldung eingegangen, dass sich der Bach grünlich verfärbt habe und nach Lösungsmittel rieche. Die Polizei, die Feuerwehren von Ruswil und Wolhusen sowie Mitarbeiter der Dienststellen Umwelt und Energie sowie Landwirtschaft und Wald (Lawa) rückten umgehend aus.

Die Einsatzkräfte konnten Schlimmeres verhindern, wie Philipp Amrein, Fachleiter Jagd und Fischerei bei der Lawa, am Freitag vor Ort sagte. So musste man zunächst abschätzen, welcher Abschnitt des Baches bereits verschmutzt sei respektive wo die Feuerwehr die Sperre im noch sauberen Wasser errichten soll. Es gelang schliesslich, das verschmutzte Wasser abzupumpen. Zudem habe man mit einer weiteren Sperre verhindern können, dass dieses Gift in eine Fischzucht in Werthenstein fliesst.

Gift stammt womöglich aus Leitung

Die Ursache der Verschmutzung ist noch unklar. Die Ermittlungen wurden diesbezüglich aufgenommen. Die Verfärbung und der Geruch des Wassers am Donnerstag deuteten allerdings darauf hin, dass es sich wohl nicht um Gülle handelte, sondern um ein Lösungsmittel. «Das Mittel ist womöglich aus einer Leitung aus dem Dorf Ruswil in den Bach geflossen», mutmasste Philipp Amrein. Gewissheit würden allerdings erst die Wasserproben bringen. Die Resultate dürften in rund einer Woche vorliegen.

Das Ausmass der Verschmutzung ist beträchtlich. Auch deshalb, weil es sich beim Bielbach um ein intaktes, fischreiches Gewässer handelt, so Amrein. «Die Naturverlaichung funktioniert hier.» Deshalb werde man nun voraussichtlich keine Fische künstlich aussetzen. «Die Fischpopulation wird sich aber erst in mindestens fünf Jahren erholt haben.» Der genaue Schadenbetrag könne noch nicht beziffert werden. Die toten Fische werden im Wasser liegen gelassen. Laut Amrein werden diese schnell den Bach hinuntergespült und dienen anderen Tieren als Futter. Eine Gefahr, dass diese dabei vergiftet werden, bestehe nicht.

2017 bereits sieben Verschmutzungen

Dass Bäche und Flüsse durch das Gewerbe oder durch die Landwirtschaft verunreinigt werden, kommt im Kanton Luzern pro Jahr rund 75 Mal vor. In einigen Fällen verenden dabei auch Fische. Während solche Unfälle bis vor zwei Jahren stetig zurückgegangen sind, steigt das Fischsterben seit 2015 wieder an, wenn auch nur auf niedrigem Niveau. So kam es letztes Jahr zu 18 Verunreinigungen, bei denen die Fische starben. 2017 gab es bis dato sieben solcher Vorfälle, inklusive dem aktuellen in Ruswil.

Dass ein Fliessgewässer auf einem Abschnitt von 3,5 Kilometern vergiftet wird, wie nun in Ruswil, dürfte ein trauriger Rekord der letzten Jahre sein. In den meisten Fällen breitet sich das Schmutzwasser «nur» wenige hundert Meter aus. 2017 gab es jedoch bereits zwei Fälle, bei denen sich das Gift drei respektive zwei Kilometer ausbreitete: Anfang April bei einem Industriebetrieb in Root (betroffen war die Ron) und ebenso im April bei einem Bauer in Ruswil.

Hinweis

Im Zusammenhang mit der Verschmutzung des Bielbaches in Ruswil sucht die Polizei Zeugen. Personen werden gebeten, sich unter 041 248 81 17 zu melden.

Der durch die Verschmutzung grün gefärbte Bielbach. (Bild: Luzerner Polizei (Ruswil. 20. Juli 2017))

Der durch die Verschmutzung grün gefärbte Bielbach. (Bild: Luzerner Polizei (Ruswil. 20. Juli 2017))

Im Bielbach sind aufgrund einer Verschmutzung auf einer Strecke von über 3 Kilometer sämtliche Fische veendet. (Bild: Luzerner Polizei (Ruswil, 20. Juli 2017))

Im Bielbach sind aufgrund einer Verschmutzung auf einer Strecke von über 3 Kilometer sämtliche Fische veendet. (Bild: Luzerner Polizei (Ruswil, 20. Juli 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.