Ruswil: Ja zum 8,2-Millionen-Kredit für Schulhaus und zur Umzonung des Missionsseminars

Wegen steigender Schülerzahlen, neuer Unterrichtsformen und mehr Raumbedarf muss das Primarschulhaus Rüediswil ausgebaut werden. Den Sonderkredit von 8,2 Millionen Franken haben die Stimmbürger klar gutgeheissen. Auch die neue Nutzung des Missionsseminars in Werthenstein begrüssen die Ruswiler. 

Niels Jost
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So soll das Schulhaus in Rüediswil künftig aussehen. (Visualisierung: PD)

So soll das Schulhaus in Rüediswil künftig aussehen. (Visualisierung: PD) 

Mit 1969 Ja- zu 264 Nein-Stimmen haben die Ruswiler den Sonderkredit von 8,2 Millionen Franken für den Erweiterungsbau und die Sanierung des Schulhauses Rüediswil an der Urne klar angenommen. 

Ebenso klar Ja mit 1899 zu 269 Stimmen sagten die Ruswiler am Abstimmungssonntag zur Teilrevision des Bau- und Zonenreglements und damit zur Umzonung des Missionsseminars in Werthenstein

Auch den zwei weiteren kommunalen Vorlagen haben die Ruswiler zugestimmt, nämlich der Rechnung 2018 sowie der Neubewertung des Bilanzanpassungsberichts nach HRM2.

Schulhaus: Mehr Schulzimmer und Platz für Tagesbetreuung

Das Primarschulhaus im Ruswiler Ortsteil Rüediswil stösst an seine Kapazitätsgrenzen. Es wird dringend mehr Platz benötigt – dies nicht nur aufgrund der steigenden Schülerzahlen und der regen Bautätigkeit, sondern auch wegen der veränderten Anforderungen im und nach dem Unterricht. So haben zum Beispiel die integrative Förderung (IF) und Sonderschulung (IS) innerhalb der Regelklassen Auswirkungen auf den Raumbedarf. Mehr Platz benötigen ebenso schul- und familienergänzenden Tagesstrukturen, Schulische Dienste und die Musikschule.

Das Schulhaus erhält daher einen Anbau, wird um eine Etage aufgestockt und die bestehenden Räume werden zum Teil neu ausgerichtet. Gleichzeitig werden die Fassade des 43 Jahre alten Gebäudes wärmetechnisch saniert, die Fenster und Storen ersetzt sowie die Ölheizung durch eine Erdsonden-Wärmepumpe ausgewechselt. Auf dem Dach sorgt zudem eine Fotovoltaikanlage für sauberen Strom. Das Schulhaus wird auch bezüglich Brandschutz, Erdbebensicherheit und hindernisfreier Zugänglichkeit auf den neuesten Stand gebracht.

Diese Massnahmen kosten rund 8,2 Millionen Franken. Einen entsprechenden Sonderkredit haben die Ruswiler Stimmbürger am Sonntag mit 88 Prozent Ja- zu 12 Prozent Nein-Stimmen an der Urne genehmigt. Über das äusserst deutliche Resultat freut sich Gemeinderat Thomas Glanzmann (FDP) sehr, wie er sagt: «Das ist ein super Resultat und ein klares Zeichen der Bevölkerung für die Bildung.» Die Ruswiler haben die Notwendigkeit der Massnahmen erkannt, sagt der Bildungsvorsteher weiter. Und: «Das spricht für ein ausgereiftes und breit abgestütztes Projekt.»

Mit dem gestrigen Ja soll es nun zügig weiter gehen: Geplant ist, im Juni das Baugesuch einzureichen. Gibt es keine Einsprachen und wird die Bewilligung erteilt, ist der Start für die Bauarbeiten bereits für Oktober vorgesehen. Der Schulbetrieb kann während der rund zweijährigen Bauphase aufrecht erhalten werden. Dies aufgrund der Etappierung der Baumassnahmen, aber auch dank eines Provisoriums: Bereits in den nächsten Tagen wird ein Container beim Schulhaus aufgestellt, womit der zusätzliche Klassenzug, der ab nächstem Schuljahr in Rüediswil unterrichtet wird, aufgefangen werden kann, so Glanzmann. Läuft alles nach Plan, wird das neu sanierte und ausgebaute Schulhaus auf das Schuljahr 2021/22 hin fertig gestellt.

Missionsseminar: 33 Wohnungen für aktive Senioren

Ebenso zugestimmt haben die Ruswiler gestern der Teilrevision des Bau- und Zonenreglements, ebenso mit 88 Prozent Ja- zu 12 Prozent Nein-Stimmen. Damit ist der Weg für die Umnutzung des ehemaligen Missionsseminars Höchweid der Missionare von der Heiligen Familie in der Sonderbauzone A geebnet. Da die katholische Ordensgemeinschaft nicht mehr im Ruswiler Ortsteil lebt, plant die Bewia Höchweid AG, dort das Konzept «Begleitetes Wohnen im Alter» für aktive Senioren umzusetzen.

Dabei wird das denkmalgeschützte und 1967 erbaute Missionsseminar geringfügig umgebaut, sodass zirka 33 kleine Wohnungen für Senioren entstehen. Ungefähr die Hälfte soll vermietet, die andere verkauft werden. Vorgesehen sind zudem ein Restaurant, eine Arztpraxis sowie eine Physiotherapiestelle (Ausgabe vom 15. März 2019).

Das Wohnkonzept sieht vor, dass die aktiven Senioren am Betrieb mitarbeiten. Der geleistete zeitliche Aufwand wird ihnen dabei gutgeschrieben und kann gegen andere Leistungen im Betrieb ausgetauscht werden.

Die Bewia Höchweid AG hat bereits einen Kaufrechtsvertrag abgeschlossen, den sie nun einlösen kann. Der Preis für das Objekt liegt bei rund 3,9 Millionen Franken. Zusätzlich investiert das Unternehmen rund neun Millionen Franken in die Umbauarbeiten und in die Umsetzung des Konzepts.

Als Nächstes wird die Bewia Höchweid AG das Baugesuch einreichen. Frühestens 2023 kann mit dem Bau begonnen werden. Die Bauzeit beträgt dann ungefähr ein bis eineinhalb Jahre. Für die Bevölkerung ist im Sommer oder Herbst noch eine Informationsveranstaltung zum Projekt geplant.

Rechnung 2018: Ertragsüberschuss von 3,6 Millionen Franken

Am Abstimmungssonntag ebenso an die Urne kam in Ruswil die Rechnung 2018. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 3,6 Millionen Franken – budgetiert war ein Plus von knapp 60'000 Franken. Dies bei einem Gesamtaufwand von 33,8 Millionen Franken. Grund für das deutlich bessere Abschneiden sind in erster Linie der Buchgewinn des Verkaufs der Parzelle Tanzlaube, höhere Steuerträge sowie weniger Aufwendungen im Bereich Bildung, Gesundheit, Soziales und öffentliche Sicherheit.

Die vierte Vorlage, über welche die Ruswiler an der Urne befinden konnten, war der Bilanzanpassungsbericht, der vom übergeordneten Gesetz verlangt wird. Diese Neubewertung der Bilanz der Gemeinde ist der Einführung des Harmonisierten Rechnungsmodells 2 (HRM2) geschuldet.