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Ruswil: Neue Varianten für ein neues Gemeindehaus

Eine Projektgruppe befürwortet zwei Standorte für die neue Gemeindeverwaltung. Eine Abstimmung soll Klarheit schaffen. Doch wie beim ersten Anlauf 2017 gibt es auch dieses Mal kritische Stimmen.
Ernesto Piazza
In Ruswil wird für ein neues Gemeindehaus erneut Anlauf genommen. (Symbolbild: Pius Amrein)

In Ruswil wird für ein neues Gemeindehaus erneut Anlauf genommen. (Symbolbild: Pius Amrein)

Ruswil nimmt beim Bau eines neuen Gemeindehauses einen erneuten Anlauf. Dies, nachdem das erste Projekt Ende November 2017 vom Souverän deutlich bachab geschickt wurde (siehe Box). In der Folge wurde eine 13-köpfige Projektgruppe mit Vertretern aller vier Ortsparteien, dem Gewerbeverein und der Gruppe «Los! Ruswil» ins Leben gerufen, welche die nächsten Schritte in Angriff nehmen sollte. Am Dienstagabend zeigte nun deren Leiter Thomas Andermatt von der Brandenberger + Ruosch AG im Rahmen einer öffentlichen Informationsveranstaltung die Ergebnisse.

Aus einer gut einjährigen Arbeit mit der Projektgruppe – unter anderem wurden ein Raumprogramm und eine Standortanalyse erstellt – kristallisierten sich fünf Varianten heraus. Diese sind: Ersatzneubau am alten Standort, Dorfkern Süd-West (Areal Landi), Dorfkern West ohne Chrämerhus, Rosswöschstrasse und Wolfsmatte. Letztlich reduzierte sie die Projektgruppe noch auf zwei Standorte.

Volk kann im November über Varianten entscheiden

An einer Konsultativabstimmung soll nun das Volk am 17. November über die Varianten Landi-Areal und Dorfkern-West ohne Chrämerhus befinden. Die drei restlichen Möglichkeiten verbleiben als Reservestandorte. Diese befinden sich bereits heute im Eigentum der Gemeinde Ruswil und sollen Handlungsoptionen bilden, weil der künftige Verlauf der Entwicklung im Moment heute noch nicht bekannt ist.

Ein wichtiger Faktor bei der Evaluation war das Raumprogramm. Beim Abstimmungsprojekt ging man noch von rund 2500 Quadratmetern aus. Darin waren auch Reserveflächen für Gastronomie, Mieter und die Kantonspolizei enthalten. Neu wurden diese Zusatz- und Drittnutzungen aus dem Raumprogramm entfernt. «Mit dem Fazit», so Andermatt, «dass die Gemeindeverwaltung im ‹Neubau› Platz hätte.» Die Berechnungen seien auch mit drei zusätzlichen Stellen (von heute 36 auf 39) gerechnet. Zudem würde weiter eine Reservefläche von über 80 Quadratmeter hinzukommen. Das entspricht einer strategischen Reserve von fünf Prozent. «Die Fläche ist ein zentraler Kostentreiber», betonte Andermatt.

Aussagekräftige Absichtserklärung unterzeichnet

Die Evaluation der Standorte erfolgte durch ein mehrstufiges Ausscheidungsverfahren. Dabei spielten Faktoren wie eine Nutzwertanalyse und die Bewertung der Standorte über Kostenindikatoren eine entscheidende Rolle. Und zu den beiden nun auf dem Tisch liegenden Varianten erklärte der Projektleiter: «Das Landi Areal überzeugte in allen Analysebestandteilen.» Mit der Grundeigentümerin, der Aplafinimo AG um Hans Aregger, habe man eine aussagekräftige Absichtserklärung unterzeichnen können. «Die Lage ist sehr gut.» Allerdings ist dort die laufende Arealentwicklung – im Vergleich zur Variante Dorfkern West ohne Chrämerhus – erst auf Stufe Gestaltungsplan im Gang. Letztere Version wäre zeitlich wohl schneller zu realisieren. Dort liegt nämlich ein bereinigter Projektrahmen sowie ein fortgeschrittener Prozess mit der Denkmalpflege auf Basis eines qualifizierten Verfahrens vor.

Auch mit den Grundeigentümern des Standortes Dorfkern West ohne Chrämerhus habe man eine detaillierte Absichtserklärung unterzeichnen können, betonte Andermatt. «Die Planung auf Stufe Vorprojekt ist heute bereits vorhanden, wobei eine Umplanung des Projektes auf die neuen Gegebenheiten zwingend notwendig ist.»

Knackpunkte: Parkplätze und Denkmalpflege

Bei der Fragerunde am Dienstag zeigte sich, dass auch der zweite Wurf «Gemeindehaus» die Bevölkerung bewegt. Da war einmal die Situation der Parkmöglichkeiten. Gemäss Norm müssten 21 Plätze (15 für Angestellte, 6 für Besucher) zur Verfügung stehen. Während beim Landi-Areal die Verwaltung Bestandteil einer ganzen Überbauung wäre und eine Tiefgarage zur Verfügung stünde, sieht es bei der Variante Dorfkern West ohne Chrämerhus prekär aus. «Da müsste rundherum nach Möglichkeiten gesucht werden», so Andermatt. Gespräche seien im Gange.

Ein Thema war auch die Denkmalpflege. Auf dem Landi-Areal befinden sich zwei erhaltenswerte und ein schützenswertes Gebäude. Dazu sagte Andermatt mit Blick auf ein Gemeindehaus auf diesem Areal: «Hans Aregger hilft eine öffentliche Nutzung wie das Gemeindehaus im Umgang mit den vorhandenen historischen Bauten auf dem Areal.» Beim Dorfkern ist dieser Aspekt ebenfalls ein Diskussionspunkt, «dort sind wir aber weiter», so der Projektleiter.

Gesprächsstoff lieferte eine Frage eines Votanten, wie die Rangierung der Varianten aussehe und ob die zur Auswahl stehenden Standorte auch die beiden ersten Plätze belegten. Dazu wollte Andermatt nichts sagen – und zwar aus verhandlungstaktischen Gründen, wie er betonte. «Im Moment befinden wir uns mit verschiedenen Grundeigentümern in Gesprächen.» Beim Antrag in der Botschaft wolle man näher informieren.

Da steht natürlich die Frage im Raum, wie das bei der Bevölkerung ankommt. Am Dienstagabend jedenfalls sprach ein Votant von «fehlender Transparenz». Eine weitere Stimme sorgte sich um die lokalen Handwerker bei der Vergabe der Arbeiten. «Hans Aregger hat schriftlich versichert, Einheimische zu berücksichtigen», sagte Andermatt dazu. Wobei es zeitlich viel zu früh sei, konkret darüber zu sprechen. Weiter stand die Zukunft beim Chrämerhus zur Diskussion. Auch, weil alle vorhandenen Vereinbarungen des ersten Projekts ausser Kraft sind. «Verhandlungen mit Grundeigentümern laufen», so der Projektleiter.

Bis zur Konsultativabstimmung bleibt die Projektgruppe bestehen. Danach besteht die Absicht, eine Kommission einzusetzen, welche sich mit der Auswertung der Ergebnisse und der weiteren Planung beschäftigt.

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