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RUSWIL: Rüediswiler starten Charmeoffensive für ihr Moos

Ein Erlebnispfad soll der Bevölkerung den Wert des Rüediswiler Mooses vor Augen führen. Das Naherholungsgebiet stand in der Vergangenheit im Fokus von zwei Grossprojekten.
Evelyne Fischer
Das Rüediswilermoos. (Bild: Grafik LZ)

Das Rüediswilermoos. (Bild: Grafik LZ)

Diese knapp 200 Hektaren gehören vielleicht zu den begehrtesten der ganzen Bauerngemeinde Ruswil. Jedenfalls wurden für das Rüediswiler Moos schon diverse Pläne geschmiedet. In aller Munde war das Land vor zehn Jahren: Hier sollte eine Pferderennbahn mit Concoursfeld, Stallungen, Restaurant und Hotel entstehen. Zugleich war die Ebene für einen Wake-Park im Gespräch.

Das nationale Pferdezentrum ist längst vom Tisch, eine Wakeboard-Anlage ist mittlerweile in Ettiswil Thema (Ausgabe vom 14. Februar). Höchst aktuell ist hingegen eine Idee, die sich damalige Skeptiker ausgedacht haben: Am Mittwoch wird im Moos ein Erlebnispfad eingeweiht. Die erste Tafel wird um 13.30 Uhr bei der Leinstrasse platziert.

Fünf Tafeln zeigen auf, was wächst und entsteht

«Wir wollen mit unserem Erlebnispfad die Bedeutung des Mooses für die Bevölkerung aufzeigen», sagt Franzsepp Erni (48). Der Landwirt hat das Projekt initiiert – zusammen mit Anwohnerin Cornelia Reichmuth (49) und Heinz Bachmann (53) von der Ortsgemeinschaft Rüediswil, ebenfalls ein Bauer. Es habe ihn frustriert, wie wenig Wert dem Land – und insbesondere der Produktion von Lebensmitteln – bei den Diskussionen um die Pferderennbahn beigemessen wurde, sagt Erni. «Mit fünf Tafeln wollen wir nun aufzeigen, was auf dem jeweiligen Feld wächst, welche Arbeit dabei anfällt und welches Produkt daraus entsteht.» Will man damit indirekt nicht auch allfällige Ideen für neue Grossprojekte im Keim ersticken? Erni winkt ab. «Wir wollen nicht als Verhinderer dastehen, sondern als Brückenbauer zwischen Konsumenten und Produzenten.»

Das Rüediswiler Moos wird heute von gegen 30 Landbesitzern bewirtschaftet. Für 2017 sind Plakate zu Raps, Gerste, Mais, Gras und Flower Sprout vorgesehen, 2018 wechseln ­Tafelstandorte und Infos. «Mit unserem Erlebnispfad starten wir eine Charmeoffensive für die Landwirtschaft, aber längst nicht nur», sagt Erni. «Wir wollen auch den Wert des Kulturlandes aufzeigen.» Denn hier sei einst intensiv Torf gestochen worden. Heinz Bachmann von der Ortsgemeinschaft ergänzt: «Wir möchten das Moos auch stärker als wichtiges Naherholungsgebiet von Ruswil positionieren.»

Dialog statt Faust im Sack

Doch wenn Jogger, Hundehalter und Bauern auf dieselben Wege angewiesen sind, birgt dies Konfliktpotenzial. Das wissen die beiden Landwirte, denen je rund sechs Hektaren der Fläche gehören, aus eigener Erfahrung. Wer mit schweren Maschinen auf engen Wegen unterwegs sei oder nach Arbeiten im Feld erdverschmutzte Strassen nicht sofort reinige, ernte schon mal böse Blicke. «Statt die Faust im Sack zu machen, wollen wir mit unserer Aktion das gegenseitige Verständnis fördern», sagt Erni. «Wir wären stolz, würde unser Konzept auch andernorts kopiert.» Laut Bachmann sei das Ziel erreicht, wenn «Passanten die Bauern künftig auf ihre Arbeit ansprechen und ein Dialog stattfindet». Er ist gespannt auf die Reaktionen. «Auf der Suche nach Sponsoren war das Echo durchwegs positiv. Die Verhandlungen verliefen einfacher als erwartet.»

Rund 5000 Franken betragen die Kosten für Grafik und Druck. Daran beteiligt hat sich auch die Gemeinde Ruswil. Mit «einem symbolischen Beitrag angesichts des Aufwands der Bauern, die die Tafeln stets aktualisieren und neu platzieren», so Gemeindepräsident Leo Müller. Zum konkreten Betrag äussert er sich nicht.

Die «frische, spritzige Idee» habe den Gemeinderat überzeugt. «Bei der Präsentation der Ortsgemeinschaft lernte selbst ich mit bäuerlichem Hintergrund noch Neues dazu.» Ist dieser Support als Zeichen zu werten, dass neue Grossprojekte fürs Moos ausgeschlossen sind? «Nein», sagt Müller. Eine so grosse Bedeutung habe dieser Erlebnisweg dann doch nicht. «Tauchen innovative Ideen auf, werden wir diese wieder prüfen. Wir freuen uns über jede leidenschaftliche Aktivität in der Gemeinde.»

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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