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Ruswil: Standort des Gemeindehauses spaltet die Parteien

Wo soll das künftige Gemeindehaus Ruswils dereinst entstehen? Das sind die politischen Meinungen.
Ernesto Piazza und Ismail Osman
Eine Konsultativabstimmung soll in Ruswil das neue Gemeindehaus einen Schritt näher bringen. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

Eine Konsultativabstimmung soll in Ruswil das neue Gemeindehaus einen Schritt näher bringen. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

Welche Bedeutung hat ein Gemeindehaus? Erfüllt es eine rein praktische Aufgabe als Verwaltungsgebäude oder hat es auch einen repräsentativen Charakter für die Gemeinde?

Diese Frage schwingt bei der bevorstehenden Konsultativabstimmung über den künftigen Standort des Ruswiler Gemeindehauses wohl zu einem gewissen Grad mit. Über die beiden noch verbleibenden Varianten «Dorfkern West ohne Chrämerhus» und «Dorfkern Südwest» (Landi-Areal) wurde in den vergangenen Monaten intensiv diskutiert. Während die Variante «Dorfkern West» das Gemeindehaus als Bestandteil des Dorfzentrums dort behalten würde, hätte man beim Landi-Areal wohl mehr Gestaltungsmöglichkeiten.

Nun also liegt der Ball beim Volk: Eine Konsultativabstimmung, wie sie am 17. November erfolgt, ist zwar rechtlich nicht bindend. Im Urnengang liegt jedoch die Hoffnung, einen klaren Favoriten ausmachen zu können, um in der Folge nur noch ein Projekt weiterzuverfolgen.

SVP: Abkehr von der Variante Wolfsmatte

Bleibt die Frage: Wie stellen sich die Parteien zu den beiden Varianten? Eine klare Meinung dazu hat die SVP. Sie wehrte sich seinerzeit vehement gegen das erste Projekt, führte dabei zu hohe Kosten an und machte sich für eine Variante in der Wolfsmatte stark, die inzwischen nur noch als Reservestandort gehandelt wird. Vizepräsidentin Nicole Felder sagt: «Wir sind sehr erfreut über das Resultat der Projektgruppe. Die Nutzwert- und Standortanalyse zeigt ein deutliches Bild: Das Landi-Areal ist Standort Nummer eins.» Doch die SVP ist auch selbstkritisch: «Wir haben aus dem Prozess gelernt. Die Wolfsmatte ist nicht die beste Version. Deren Beitrag zur Aktivierung des Erneuerungsprozesses im Dorf ist zu klein», so Felder. Für die SVP hat der «Dorfkern West» zwar auch seine Berechtigung. «Die Fakten belegen aber: Mit der Landi gibt es einen klar besseren Standort.»

Auch die FDP bevorzugt den Standort Landi, wie sie in einem Beitrag im «Anzeiger vom Rottal» schreibt. Zwar würden beide Standorte eine vergleichbare Qualität aufweisen. Mit Blick auf die Risiken bezüglich Kosten liege der Standort Landi jedoch im Vorteil. Die FDP führt in ihrer Argumentation unter anderem den niedrigeren Quadratmeterpreis und die Kosten für einen allfälligen Rückbau beim Dorfkern an. Zudem würden sich beim Projekt «Dorfkern West» auch noch diverse Fragen bezüglich der Parkplatzsituation stellen. Die seien dort nur bedingt gelöst, heisst es im Beitrag weiter. Die Parkierung sei beim Landi-Areal einfacher planbar, argumentieren die Freisinnigen.

Hoffen auf einen klaren Entscheid

Anders sieht es die CVP. Gemäss Ortsparteipräsident Hanspeter Bucheli komme man zum Schluss, dass das Projekt «Dorfkern West», bei dem das zuvor umstrittene Teilprojekt Chrämerhus inzwischen ausgeklammert wurde, letztlich doch das geeignetere sei. «Wir sind uns bewusst, dass dieses Projekt etwas vorbelastet ist. Wir stehen aber hinter unseren Gemeinderäten und hinter dem Projekt», sagt Bucheli gegenüber unserer Zeitung.

Der Abstimmung blicke man entspannt entgegen, sagt Bucheli. Dies nicht zuletzt, weil das Hauptargument dagegen – das Chrämerhus – nun vom Tisch sei. «Wichtig wäre aber ein klarer Entscheid», so Bucheli. «Ein sehr knappes Resultat könnte wiederum für lange Diskussionen sorgen.»

Auch die SP befürwortet ein zentral gelegenes Gemeindehaus. «Es gehört in den Ortskern», sagt Parteisprecher Peter Eggenschwiler auf Anfrage. «Es würde dort auch dazu beitragen, gemeinsam mit den dort bereits geplanten Neubauten den Kern als Ensemble aufzuwerten.»

Eggenschwiler weist zudem darauf hin, dass beim Landi-Areal-Projekt ein Gestaltungsplan notwendig wird. «Zusammen mit der Tatsache, dass noch gar nicht feststeht, wo genau auf dem Areal gebaut werden soll, kann es hier zu längeren Verzögerungen kommen.»

Die SP argumentiert aber auch, dass ein Gemeindehaus einen symbolischen Wert habe. «Seinen administrativen Zweck kann es durchaus im Landi-Areal erfüllen. Dort ist aber nicht die Seele des Dorfes, der bleibt im Dorfkern und dort gehört auch das Gemeindehaus hin.»

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