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Ausgezeichnet in Ruswil: Theres Studer-Bucher prägt die Freiwilligenarbeit seit 20 Jahren

Von der Pfarrei über die Pro Senectute bis zu Senioren-Aktivitäten: Theres Studer-Bucher (65) setzt sich in Ruswil seit Jahren für die Freiwilligenarbeit ein. Dafür erhält sie nun den Anerkennungspreis. Sie gilt als «Türöffnerin» und «Brückenbauerin», die auch hartnäckig verhandeln kann.
Hannes Bucher
Das ausserordentliche Engagement von Theres Studer in der gemeinnützigen Arbeit zugunsten der Senioren wird mit dem Anerkennungspreis der Gemeinde Ruswil honoriert. (Bild: Pius Amrein, Ruswil 15. Mai 2019)

Das ausserordentliche Engagement von Theres Studer in der gemeinnützigen Arbeit zugunsten der Senioren wird mit dem Anerkennungspreis der Gemeinde Ruswil honoriert. (Bild: Pius Amrein, Ruswil 15. Mai 2019)

Eben ist Theres Studer-Bucher 65 Jahre alt geworden und gehört selbst offiziell zum Kreis der Senioren – oder vielmehr «Jungsenioren». So nämlich spricht sie von der dritten Generation, von der Altersgruppe, welche beruflich in Rente gegangen ist und teils erst dann «endlich» mehr Zeit findet, andere Seiten des Lebens kennen zu lernen.

Für und mit dieser dritten Generation hat Theres Studer in den letzten gut 20 Jahren in Ruswil eine Vielfalt von Angeboten ins Leben gerufen. Dafür hat ihr die Gemeinde den diesjährigen Anerkennungspreis zugesprochen. Am kommenden Dienstagabend findet die offizielle Preisübergabe im Alterswohnheim Schlossmatte statt.

Sozialkompetenz in der 16-köpfigen Grossfamilie erworben

Der Grundstein für ihre soziale Ader fusst in ihrer Kindheit, erzählt Studer in ihrem Zuhause in Rüediswil: Sie wuchs als zweitjüngstes von 14 Kindern auf einem Bauernhof auf dem Steinhuserberg bei Wolhusen auf. Rücksichtnahme, gegenseitige Hilfe, Sich-zurücknehmen-Können, aber auch gesundes Durchsetzungsvermögen waren in der Grossfamilie mit mehreren Generationen unter einem Dach unabdingbar.

Nach der Schulzeit machte sie eine Lehre als Floristin und arbeitete mehrere Jahre in diesem Beruf in Luzern. Mit ihrem Ehemann Josef Studer zog sie 1975 nach Ruswil. In erster Priorität war sie da in den kommenden Jahren Familienfrau – vier Töchter haben die Studers grossgezogen.

Seit den 90er-Jahren leistet sie Freiwilligenarbeit

Die gemeinnützige Arbeit begann in den 90er-Jahren. Da betreute sie im Vorstand der damaligen Frauen- und Müttergemeinschaft das Ressort Alter. Gleichzeitig wurde sie Ortsvertreterin der Pro Senectute für Ruswil. Ab 1999 begann sie in einem Teilpensum für die Pfarrei St. Mauritius Ruswil mit dem Aufbau der Seniorenarbeit und fungierte als Bindeglied zwischen den vielen gemeinnützigen Organisationen und der Fach- und Beratungsstelle Pro Senectute.

Dabei hat sie sich die Attribute «Türöffnerin» und «Brückenbauerin» erworben: Studer war begehrte Ansprechperson in Fragen rund um die Themen Alter und Senioren. Zuhören, allfällige Schwellenangst abbauen, Senioren ermuntern oder notwendige Unterstützungsangebote anzunehmen – all das sind Kompetenzen, welche sie auszeichnen. Durchgeführt hat sie beispielsweise auch 22 Mal die Seniorenferien.

«All das wäre nie im Alleingang möglich gewesen»

Studer will die Lorbeeren auf keinen Fall allein einheimsen. «All das Viele wäre nie im Alleingang möglich gewesen. Ich habe immer ganz tolle, freiwillig mitarbeitende Leute gehabt, auf die ich zählen konnte. Ihnen allen gehört die Anerkennung ebenfalls», sagt sie.

Insgesamt waren es in Pfarrei und Pro Senectute um die 70 Personen, die mitwirkten – es wurde zu einem eigentlichen «Unternehmen Freiwilligenarbeit», dem die Preisträgerin vorstand. Für all die vielen Helfer organisierte sie auch Weiterbildungen. «Begegnung auf Augenhöhe» – dies war und ist ihre Grundhaltung. Gegenüber den Senioren und auch den Mitarbeitenden.

Beharrlichkeit und «Sorge tragen»

Theres Studer-Bucher hat sich auch nicht zurückgehalten, sich für die Anerkennung der freiwilligen Helfer und ihrer Leistung einzusetzen, und an den zuständigen Stellen auch mal für Forderungen zu kämpfen; dafür, dass es nicht bei einem freundlichen «Dankeschön» bleibt. Sie hat sich etwa dafür stark gemacht, dass ein Spesenreglement geschaffen wurde. «Es kann nicht sein, dass die Helferinnen den Kuchen, den sie mitbringen, auch noch selber zahlen müssen», sagt sie. «Wir müssen Sorge tragen, speziell zu den vielen Frauen, die an der Basis arbeiten.» Auch für den Ausbau des Pensums Seniorenarbeit in der Pfarrei war viel Beharrlichkeit notwendig.

Nebst der öffentlichen Anerkennung, dem Dank, dem Preis, den sie jetzt entgegennehmen kann, hat Theres Studer-Bucher einen anderen grossen Gewinn: «Ich habe persönlich so viel zurückbekommen, durch die vielen Gespräche, Begegnungen, Lebenserfahrung und Weisheit. Da habe ich auch viel motivierende Kraft erhalten.»

Eine Genugtuung für sie auch: «So vieles ist in der organisierten Freiwilligenarbeit in Ruswil gut aufgegleist und geht so weiter.» Auch Theres Studer-Bucher wird weiterhin aktiv sein, einfach reduzierter – damit sie selber mehr Zeit findet für ihre Hobbys (darunter Astrologie, Wandern, Skifahren), die sieben Enkel und nicht zuletzt Ehemann Sepp hat. Dieser habe vieles mitgemacht und mitgeholfen. Sepp Studer hört lächelnd zu und scherzt: «Aber ich habe auch etwa mal gefragt: Gehst du schon wieder fort?»

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