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RUSWIL: Tüftler verziert Haus mit 25 000 Lämpchen

Für die Weihnachtsbeleuchtung hat Franz Müller Tausende von Franken investiert. Die zündende Idee kam von seiner verstorbenen Frau.
Erensto Piazza
Der Hof Honig bei Ruswil erstrahlt derzeit in weihnächtlichem Lichterglanz. (Bild Eveline Beerkircher)

Der Hof Honig bei Ruswil erstrahlt derzeit in weihnächtlichem Lichterglanz. (Bild Eveline Beerkircher)

Hoch über Ruswil liegt ein Hauch Schnee. Mittlerweile hat die Dämmerung auf dem Hof Honig der einbrechenden Nacht Platz gemacht. 25 000 Lämpchen strahlen. Ob Sterne, grosse und kleine Girlanden oder meterlange Ketten: Der Lichterzauber vermittelt viel Wärme und Geborgenheit. Ob draussen in einer kühlen Nacht oder später im Wintergarten des heimeligen Chalets: Franz Müller (77) kann diese speziellen Momente durchaus geniessen. Auch wenn er betont: «Ich habe in meinem ganzen Leben immer etwas gemacht. Werken und Anpacken gehören zu meiner Natur.» Um fast im gleichen Atemzug mit einem Lächeln anzufügen: «Ich finde es toll, wenn andere Menschen sich daran erfreuen.» Doch nicht nur: Auch ihm gefällt das alljährliche, weihnachtliche Lichtermeer rund um sein Haus.

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, entspringt einer Idee seiner vor drei Jahren verstorbenen Ehefrau Martha. So etwas zu Hause, wäre doch schön, habe sie damals gesagt, erinnert sich der rüstige Rentner. «Wir waren um die Weihnachtszeit oft in Gran Canaria und haben dort viele dieser, jedoch meist flackernden Lichter gesehen», weiss er. Doch Franz Müllers Blick wird ernster, seine Stimme ein wenig leiser, während er dies sagt. Die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit sind bei ihm nach wie vor präsent. «Immerhin waren wir während 47 Jahren zusammen.»

Doppelräder für Traktoren

Vor rund 15 Jahren begann der «Doppelrad-Müller» – unter diesem Namen kennt man ihn nicht nur in der näheren Umgebung – mit dem Aufbau. Die Bezeichnung kommt übrigens daher, weil er in den 60er-Jahren neben dem Landwirtschaftsbetrieb noch eine Schlosserei hatte. In der Werkstatt entwickelte er Doppel­räder für bäuerliche Traktoren.

Die Lichteranlage läuft über eine Verteilstation mit einem 380-Volt-Anschluss. Drei grosse Abgänge von 220 Volt speisen pro Abgang 25 kleine Trafostationen. Daraus resultieren 75 Anlagen mit insgesamt rund 25 000 LED-Lämpchen. Auch vor Franz Müller hat der technische Fortschritt nicht haltgemacht. «Ich habe im Laufe der Jahre die ganze Anlage von konventionellen Glühbirnen auf LED-Lampen umgerüstet», sagt er.

Der Stromverbrauch pro Abend kostet ihn 12 Franken. In neue Sujets hat er in den letzten zehn Jahren rund 10 000 Franken investiert. «All die Arbeitsstunden sind in diesem Betrag nicht mitgerechnet», betont Müller. «Es sind aber viele», so der 77-Jährige, ohne auch nur eine Grössenordnung definieren zu können. Er nimmt sich viel Zeit für sein Hobby. Das Entwickeln von Neuem gehört seit jeher zu seinen Steckenpferden. Manchmal wache ich nachts auf und muss eine Idee auf dem auf dem Nachttisch liegenden Block festhalten», sagt Müller. Er sei eben ein akribischer Tüftler.

Hilfe vom «Kaminfeger-Franz»

Von 17 Uhr bis 0.30 Uhr in der Früh ist die Anlage täglich mit einer entsprechenden Zeitschaltung in Betrieb. Und zwar vom 1. Adventssonntag bis Ende Februar. All diese Arbeiten – mit Beginn im September – macht er praktisch im Alleingang. Ausser, wenn es hoch hinausgeht. Dann hilft ihm ein anderer Franz – der «Kaminfeger-Franz». In diesem Jahr war allerdings einiges anders. Tochter Brigitte – sie besitzt in Ruswil ein Blumengeschäft – «fragte mich, ob sie die Weihnachtsausstellung diesmal auf dem Hof Honig einrichten darf.» Für Vater Franz gab es kein langes Überlegen. Es war auch kein Problem, zwei Wochen früher als üblich bereitzustehen. Doch damit nicht genug: Müller setzte noch einen drauf und schmückte eigens für diesen Event bei der Einfahrt zum Hausvorplatz einen neuen Lichterbogen.

Bereits weitere Ausbaupläne

Noch bevor es Ende Februar erneut ans Abräumen geht, beschäftigt sich der 77-Jährige schon mit nächsten (Ausbau) plänen. Wie die Erweiterung allerdings aussieht, will er noch nicht verraten. Das bleibe vorderhand sein Geheimnis, weiss er. Bekannt ist jedoch: Auch im nächsten Jahr wird der Hof Honig hoch über Ruswil zur Weihnachtszeit ein spezieller Anziehungsmagnet sein. «Immer vorausgesetzt: Die Gesundheit erlaubt es mir, vielen Menschen weiter eine Freude zu bereiten», sagt Franz Müller.

Franz Müller (77) : «Werken und Anpacken gehören zu meiner Natur.» (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

Franz Müller (77) : «Werken und Anpacken gehören zu meiner Natur.» (Bild: Eveline Beerkircher / Neue LZ)

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