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RUSWIL: Verein Tropfstei holt den Anerkennungspreis

Vor 35 Jahren gab es noch scheele Blicke für die Initianten, inzwischen hat sich der Verein Tropfstei in Ruswil längst etabliert. So gut, dass ihm die Gemeinde Ruswil den diesjährigen Anerkennungspreis zuspricht.
Hannes Bucher
Der Vorstand des Kulturvereins Tropfstei freut sich sehr über den Anerkennungspreis. (Bild: Dominik Wunderli (Ruswil, 5. Mai 2018))

Der Vorstand des Kulturvereins Tropfstei freut sich sehr über den Anerkennungspreis. (Bild: Dominik Wunderli (Ruswil, 5. Mai 2018))

Hannes Bucher

kanton@luzernerzeitung.ch

Der Ruswiler Christian Vannay schmunzelt, wenn er von «damals» spricht. Gemeint sind damit die Anfangsjahre des Ruswiler Tropfstei-Chällers vor bald 40 Jahren. «Wir wurden als alternative Störmis und Linke abgestempelt», sagt Vannay. Für die abstruse Idee nämlich, im Felsenkeller, tief unter dem «Zückehoger» in Ruswil einen Kulturraum einzurichten.

Es war im Jahre 1980. Da war ein leer stehender Sandsteinkeller und da waren vier junge, kulturbegeisterte Ruswiler Ehepaare. Christian Vannay gehört zu diesen «Tropfstei-Urgesteinen». Sie hatten die Absicht, den einstigen Eiskeller zu einem Theaterraum auszubauen. Gesagt – und in immenser Fronarbeit auch getan. Der Keller wurde zu einem schmucken Kleintheater. Weil es im feuchten Kellergewölbe stets tropfte, war auch der Name gegeben: Tropfstei-Chäller. 1983 erfolgte die Gründung des gleichnamigen Vereins.

Schnell machte man über die Region hinaus von sich reden. Bekannte Grössen der Kleinkunst-Szene – von Franz Hohler über Jakob Stickelberger zu Alex Porter und Konsorten – standen auf der Kleinstbühne. Dazu kam schon bald alle zwei Jahre eine Eigenproduktion; Stücke wie «Andorra», «Flügelschläge» oder «Griessbach» wurden aufgeführt. Schliesslich sind es komplette Eigenproduktionen geworden mit selber geschriebenen Stücken.

1996 wurde der Felsenkeller ein Opfer des stetigen Tropfens: Die Kalkablagerung führte dazu, dass der Raum aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen. Doch das war nicht das Ende. Eine «Kultur-Traumwoche» trug Früchte. 1997 stimmte die Ruswiler Bevölkerung dem Projekt «Kulturraum am Märtplatz» zu. Im Obergeschoss des Feuerwehrgebäudes finden seither der Tropfstei-Verein und weitere interessierte Vereine ideale Verhältnisse vor. Dort wartet «Tropfstei … am Märtplatz» seither regelmässig mit einem Frühlings- und einem Herbstprogramm auf. Seit 16 Jahren ist auch das Jugendtheater alljährlich mit einer Produktion dabei, alle zwei Jahre folgen besagte Eigenproduktionen.

Junge Generation am Tropfstei-Ruder

Nun hat die Gemeinde dem Verein den diesjährigen Anerkennungspreis der Gemeinde zugesprochen, nachdem er bereits 2013 den Kulturpreis der Region Luzern West erhalten hat. Daniela Erni-Bachmann und Brigitte Grüter-Duss stehen dem heute 170-köpfigen Verein als Co-Präsidentinnen vor: «Wir freuen uns sehr über diese Anerkennung und sehen sie als Wertschätzung für die Arbeit aller Beteiligten — selbstverständlich auch für alles Geleistete in der 35-jährigen Geschichte des Tropfstei-Vereins. Das gibt auch Schub für die Zukunft.» Der Preis soll auch einen zusätzlichen Werbeeffekt bewirken. «Wir brauchen Publikum über Ruswil hinaus, um zu bestehen.» Ja, natürlich gehe es weiter: «Gerade im Ressort Jugendtheater arbeitet auch die jüngere Generation fest mit.» Diese soll noch vermehrt ans Ruder kommen: «Wir sind bereit, den Jungen die Verantwortung zu übergeben und Platz für neue Ideen zu schaffen», sagen die Co-Präsidentinnen. Optimistisch blicken auch die einstigen Gründer in die Zukunft: «Tropfstei ist und bleibt Garant für kulturelle Highlights in Ruswil und Umgebung. Die neue, jüngere Generation führt weiter, was 1983 geboren wurde, das ist der Traum eines jeden Initianten», freut sich Christian Vannay. Der Anerkennungspreis Preis der Gemeinde Ruswil ist mit 1000 Franken dotiert und wird am kommenden Dienstag offiziell übergeben.

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