Ruswiler wollen neues Gemeindehaus auf dem Landi-Areal bauen

Der Standort für das neue Ruswiler Gemeindehaus steht fest. Wenn auch knapp, wie der Gemeindepräsident einräumt. Nun kommt die Detailplanung.

Alexander von Däniken
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Das Dorfzentrum von Ruswil. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

Das Dorfzentrum von Ruswil. (Bild: Pius Amrein, 22. November 2018)

Es war eine krachende Niederlage für den Gemeinderat von Ruswil: Vor knapp zwei Jahren schickten die Stimmbürger einen 15-Millionen-Kredit für die Sanierung des denkmalgeschützten Chrämerhus und eine neue Gemeindeverwaltung mit 58 Prozent Nein-Stimmen bachab. Der Gemeinderat ging daraufhin über die Bücher und setzte eine Projektgruppe ein. Diese empfahl eine Konsultativabstimmung über den künftigen Standort des Gemeindehauses.

Zur Auswahl standen am Sonntag zwei Varianten: Das Landi-Areal und der ursprünglich geplante Standort hinter dem Chrämerhus – ohne dessen Sanierung und ohne Verbindungsbauten. Mit einer Zustimmung von 53,6 Prozent entschieden sich die Stimmbürger für das Landi-Areal. Die Stimmbeteiligung lag bei 37,7 Prozent.

«Es ist zwar knapp, aber es ist ein Resultat»

Es ist also ein knapper Entscheid. Gemeindepräsident Franzsepp Erni (CVP) sagt dazu: «Es ist zwar knapp, aber es ist ein Resultat.» Wichtig sei, dass sich die Bevölkerung zum Standort geäussert habe. Den Ausschlag hätten wohl die grösseren Gestaltungsmöglichkeiten des Landi-Areals gegeben – inklusive Tiefgaragenplätze.

Der Standort sei zwar weniger zentral, aber dennoch gut erschlossen. «Wir werden nicht so stark frequentiert wie ein Detailhändler.» Nun setze der Gemeinderat eine Planungskommission ein und intensiviere den Kontakt mit dem Investor.

Kostenziel: 10,5 Millionen Franken

Zwar ist eine Konsultativabstimmung rechtlich nicht bindend. Der Gemeinderat will sich nun aber voll auf das Landi-Areal konzentrieren. Jetzt geht es an die Detailplanung. Was die Kosten betrifft, besteht derzeit ein grobes Kostenziel von 10,5 Millionen Franken. Die benötigte Landmenge für die Erstellung des Gemeindehauses beträgt zwischen 800 und 1100 Quadratmeter. Je nach Verlauf der weiteren Planung können die Stimmbürger im ersten Halbjahr 2021 über einen Sonderkredit befinden.

Für einen Neubau auf dem Landi-Areal votierten SVP und FDP. Erstere bevorzugte bei der Abstimmung vor zwei Jahren noch eine Variante in der Wolfsmatte, kam aber davon ab. Für einen Neubau beim Chrämerhus sprachen sich CVP und SP aus. Die Projektgruppe favorisierte wiederum das Landi-Areal. Der Entscheid im Gremium fiel einstimmig, während der Entscheid fürs Chrämerhus mit 8 von 13 Stimmen knapper ausfiel.

Budget und Abrechnung genehmigt

Nicht nur der Standort des Gemeindehauses war am Abstimmungssonntag in Ruswil ein Thema. Die Stimmbürger haben auch das Budget mit einem Ja-Stimmen-Anteil von 81,3 Prozent genehmigt. Das Budget sieht bei einem Gesamtaufwand von 44,3 Millionen Franken einen Aufwandüberschuss von knapp 206'000 Franken vor.

Genehmigt wurde mit 83,9 Prozent auch die Abrechnung zur Sanierung und zum Ausbau der Schwerzistrasse. Die Stimmbürger hatten 2013 einen Sonderkredit in der Höhe von 1,805 Millionen Franken genehmigt. Dieser wurde um knapp 50'000 Franken unterschritten.