SAALSPORTHALLE: Kommt es zum Volksentscheid?

Im Mattenhof soll bis 2018 die Pilatus-Arena entstehen. Offen ist, ob die Stadt ihr Grundstück verkauft. Klar ist aber: Der Streit ums Mattenhof-Land wird neu entfacht.

Robert Knobel und Hugo Bischof
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Bereits 2018 soll hier die Salsporthalle «Pilatus-Arena» stehen. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Bereits 2018 soll hier die Salsporthalle «Pilatus-Arena» stehen. (Bild: Pius Amein / Neue LZ)

Robert Knobel und Hugo Bischof

Für 30 Millionen Franken will die Eberli Sarnen AG im Krienser Mattenhof eine neue Saalsporthalle bauen (Ausgabe von gestern). Realisiert werden soll das Projekt durch private Investoren sowie Beiträge von Bund und Kanton. Der Zeitplan ist ambitiös: Bereits 2018 soll die Pilatus-Arena eröffnen.

Ob dies möglich ist, hängt zu einem wesentlichen Teil von der Stadt Luzern ab. Ihr gehört nämlich das Grundstück, auf dem die Halle gebaut werden soll. Doch noch ist unklar, ob die Stadt das Land verkaufen oder es im Baurecht abgeben will. Klar ist hingegen bereits, dass die politischen Debatten rund um den Mattenhof nun wieder aufflammen werden. Erst im vergangenen November hatten die Stadtluzerner Stimmberechtigten dem Verkauf des Nachbargrundstücks im Mattenhof an die Mobimo AG zugestimmt. Die Grünen hatten dagegen das Referendum ergriffen.

Verkaufen oder Baurecht?

Verkaufen oder Abgabe im Baurecht? Gemäss der städtischen Baudirektorin Manuela Jost ist dies tatsächlich noch offen. «Die Modalitäten der Abgabe des Grundstückes ist Verhandlungsgegenstand.» Markus Mächler (CVP), Mitglied der Baukommission des Stadtparlaments, ist grundsätzlich für beide Varianten offen. «Bei einer Abgabe im Baurecht ist insbesondere der Heimfall schwierig zu regeln.» Damit ist ein Szenario gemeint, bei dem das Areal vor Ablauf des Baurechts an den Besitzer, also die Stadt, zurückfällt. «Dieses Szenario müsste man speziell regeln, damit für die Stadt keine Nachteile entstehen», sagt Mächler. Auch FDP-Fraktionschefin Sonja Döbeli ist zwar grundsätzlich «offen für beides». Aber auch sie sieht mit der Möglichkeit eines vorzeitigen Heimfalls zusätzliche Schwierigkeiten. «Mit einem Verkauf wäre das wohl einfacher gelöst.»

Das sieht auch SVP-Präsident Peter With so: «Ein Verkauf ist die optimale Lösung.» Würde der Stadtrat eine Abgabe im Baurecht bevorzugen, würde die SVP eine solche Vorlage wohl bekämpfen.

Grüne wollen autoarme Siedlung

Ganz anders sehen dies die Grünen. Gleich nach der verlorenen Mattenhof-Abstimmung im November machten sie klar, dass sie auch einen Verkauf des zweiten Grundstückes per Referendum bekämpfen würden. Grünen-Präsident Marco Müller bekräftigt diese Haltung nun. «Für uns kommt ein Verkauf des Grundstückes nicht in Frage.» Müller hat zudem grundsätzliche Vorbehalte gegenüber einer Saalsporthalle im Mattenhof. «Die Stadt soll diese wertvolle Parzelle nicht für dieses Projekt zur Verfügung stellen.» Die Grünen fürchten insbesondere die Verkehrsbelastung. «Aus der Erfahrung weiss man, dass sehr viele Besucher von solchen Hallen mit dem Auto kommen.» Anstelle einer Sporthalle wünschen sich die Grünen deshalb eine Wohnüberbauung, die den Kriterien einer autoarmen 2000-Watt-Siedlung entspricht.

Kritik am Stadtrat

Müller kritisiert den Luzerner Stadtrat hart: «Anstatt selber das Heft aktiv in die Hand zu nehmen und etwas zu entwickeln, bietet er jedem Hand, der mit einem fixfertigen Projekt anklopft. Dies war schon beim ersten Mattenhof-Projekt so und droht sich nun zu wiederholen.»

Auch die SP hatte für das städtische Grundstück im Mattenhof andere Pläne. Der Partei schwebte ein Carparkplatz zur Entlastung der Innenstadt vor. Allerdings wäre dies auch mit einer Saalsporthalle noch möglich, glaubt SP-Fraktionschef Nico van der Heiden. «Man könnte die Carparkplätze beispielsweise in einer Tiefgarage integrieren.» Die Frage «Baurecht oder Verkauf?» ist für die SP noch offen. Noch brauche es präzisere Informationen zu den beiden Varianten, so van der Heiden. «Geklärt werden muss etwa, was die finanziellen Verpflichtungen der Stadt wären, wenn das Investorenmodell nicht funktioniert.»

Andràs Özvegyi, Fraktionschef der GLP, tendiert zum Verkauf des Grundstückes. «Aber der Preis muss stimmen.» Dies sei beim Verkauf an die Mobimo nicht der Fall gewesen. Das erste Mattenhof-Grundstück war für 800 Franken pro Quadratmeter verkauft worden. Dieser Preis war mit ein Grund für das Referendum. Ganz vergleichen lassen sich die beiden Fälle gemäss Özvegyi allerdings nicht. Denn beim Mobimo-Projekt handelte es sich um eine rein private Nutzung, während eine Saalsporthalle öffentlich genutzt wird. «Das ist eine Chance für den Sport, und da sollte die Stadt keine Steine in den Weg legen», findet Andràs Özvegyi.

Stadt will Einsprache zurückziehen

Neben der Saalsporthalle im Mattenhof soll ein Geschäfts- und Wohnhochhaus mit 80 Metern Höhe entstehen. Der Einwohnerrat Kriens bewilligte 2013 diese Gebäudehöhe – unter der Bedingung, dass das Areal eine öffentliche Nutzung erhält. Gegen diese Einschränkung reichte die Stadt Luzern Einsprache ein. Die Stadt wollte sich sämtliche Optionen offenhalten – inklusive 80-Meter-Haus und privater Nutzung. Bei der Stadt machte man in der Vergangenheit keinen Hehl daraus, dass man auf dem Grundstück lieber etwas Rentableres hätte als eine Saalsporthalle. Heute sagt Manuela Jost: «Der Stadtrat unterstützt die Idee des Baus einer Sportarena, weil dies einem grossen regionalen Wunsch entspricht.» Der Stadtrat wolle seine regionale Verantwortung wahrnehmen. Jost: «Sobald auch politisch sichergestellt ist, dass die Pilatus-Arena im Mattenhof realisiert werden kann und die Finanzierung gesichert ist, werden wir die Einsprache selbstverständlich zurückziehen.»