SAALSPORTHALLE: Reichen die Parkplätze auf der Allmend?

Die Besucher der geplanten Pilatus-Arena sollen auf der Allmend parkieren. Beim FCL löst dieses Vorhaben Skepsis aus.

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Allmend - öffentliche Parkplätze (Bild: Quelle: Stadt Luzern / Grafik: Lea Siegwart)

Allmend - öffentliche Parkplätze (Bild: Quelle: Stadt Luzern / Grafik: Lea Siegwart)

Robert Knobel

Am 28. Februar stimmen die Stadtluzerner über einen Landverkauf im Mattenhof ab. Das städtische Grundstück neben dem Bahnhof Mattenhof soll für 18 Millionen Franken den Besitzer wechseln. Kaufinteressentin ist die Eberli Sarnen AG, die auf dem Grundstück bis 2019 eine neue Saalsporthalle, die Pilatus-Arena, bauen will. Die Arena soll 4000 Plätze bieten und als Sporthalle national ausstrahlen. Zudem soll sie dem HC Kriens als Heimstätte dienen.

Ein Knackpunkt des Grossprojekts wird der Verkehr sein. Die Strassen rund um den Mattenhof sind bereits heute an der Kapazitätsgrenze angelangt. Ausbauten sind nicht vorgesehen – obwohl in den nächsten Jahren im Gebiet Schlund Hunderte von neuen Wohnungen und Büros gebaut werden.

Besucher sollen per ÖV kommen

Für die Initianten der Pilatus-Arena ist deshalb klar: Die Sporthalle soll möglichst wenig zusätzlichen Autoverkehr verursachen. «Zum ganz grossen Teil sollen die Besucher mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen», sagt Daniel Deicher, Sprecher der Eberli Sarnen AG. Das biete sich auch an, da die S-Bahn-Station Mattenhof unmittelbar neben der geplanten Halle liegt. Künftig werden die Züge dort im 7,5-Minuten-Takt anhalten. Eine Möglichkeit wäre auch, den Besuchern mit vergünstigten Billetten die Anreise per ÖV zusätzlich schmackhaft zu machen, so Deicher.

Dennoch ist wohl kaum zu verhindern, dass ein Teil der Besucher der Pilatus-Arena mit dem eigenen Auto anreist – gerade solche, die von weiter herkommen. Diese sollen auf der Allmend parkieren, so der Plan der Arena-Initianten. Auf der Allmend gibt es nämlich mehrere hundert öffentliche Parkplätze – und wenn zu Spitzenzeiten der Zirkusplatz geöffnet wird, stehen über 2000 Parkplätze zur Verfügung (siehe Grafik). Und diese werden auch gebraucht. «Wenn der FCL spielt, ist der Zirkusplatz voll besetzt», sagt Reto Mattmann, Stadionmanager der Swissporarena. Wie viele Match-Besucher jeweils mit dem Auto anreisen, kann Mattmann nicht sagen. Sicher sei aber, dass die vorhandenen Parkplätze auf der Allmend allein nicht ausreichten. «Viele parkieren wild – in den Quartieren, im Eichhof oder auch auf dem Areal des früheren Pilatusmarkts im Nidfeld», sagt Mattmann. Er betont, dass man den Leuten nicht vorschreiben könne, wie sie anreisen sollen. Gleichzeitig versucht der FCL die Anreise ohne Auto zu fördern, indem er pro Matchticket 1.25 Franken an den ÖV zahlt.

2500 Autos pro Tag zugelassen

«Erfahrungsgemäss sind die Plätze auf dem Zirkusplatz und bei der Schiesssporthalle nicht immer vollständig belegt», sagt hingegen Dario Buddeke, Projektleiter Mobilität bei der Stadt Luzern. Die Plätze unmittelbar neben dem Stadion, in der Vorzone, seien hingegen jeweils sehr stark ausgelastet. Für die Allmend besteht ein sogenanntes «Fahrtenmodell», das eine maximal zulässige Anzahl Fahrten vorschreibt. Solche Modelle wurden in den letzten Jahren bei sehr publikumsintensiven Einrichtungen, etwa bei Einkaufszentren eingeführt. Für das Fussballstadion und die Messe gilt das Fahrtenmodell allerdings nicht – es gilt lediglich für die neuen Nutzungen auf der Allmend, also für die Hochhäuser und das Sportgebäude. Dafür sind täglich maximal 2500 Autofahrten vorgesehen. Die Einhaltung dieses Wertes wird mittels einer Schrankenanlage überwacht. Gemäss Dario Buddeke wurde die maximal zulässige Fahrtenzahl bisher immer deutlich unterschritten. So lag sie in den letzten drei Jahren bei unter 2000.

Damit Besucher von Messe oder Swissporarena nicht die Parkplätze des Sportgebäudes besetzen, gelten dort jeweils speziell hohe Tarife während Grossanlässen (ab 2,5 Stunden Parkdauer). Für die normalen öffentlichen Parkplätze auf der Allmend zahlt man wie im übrigen Stadtgebiet 2 Franken pro Stunde. Die Spezialparkplätze bei Grossanlässen kosten 10 Franken pro Tag.

Reto Mattmann betont, dass man bisher in Sachen Grossanlässe immer gut aneinander vorbeigekommen ist. Das heisst: Die Swissporarena und die Messe Luzern sprechen sich ab, damit möglichst nicht gleichzeitig zwei Grossanlässe stattfinden. Das müsse man künftig wohl auch mit der Pilatus-Arena machen. «Es wird wohl wenig Sinn machen, wenn gleichzeitig ein Fussball- und ein grosser Handballmatch stattfinden.» Mattmann gibt dennoch zu bedenken, dass die ganze Koordination schwieriger werde, wenn auf der Allmend ein dritter grosser Player seine Bedürfnisse geltend macht.

Daniel Deicher hat diesbezüglich wenig Bedenken. «Die Pilatus-Arena umfasst weniger als ein Viertel der Anzahl Zuschauer der Swissporarena.» Mit anderen Worten: Selbst bei einem internationalen Grossanlass in der Pilatus-Arena werden weit weniger Besucher potenziell ihr Auto auf der Allmend abstellen als bei einem wichtigen FCL-Match. Eine Erhöhung der Parkplatzzahl auf der Allmend kommt für die Stadt denn auch nicht in Frage. Im Gegenteil: Ende 2016 werden die 260 Plätze bei der Schiesssporthalle aufgehoben. Dies als Kompensation für die Vergrösserung des Zirkusplatzes (der Platz wurde kürzlich von 800 auf 1000 Parkplätze ausgebaut).

Parkplätze im Mattenhof?

Kommt hinzu, dass es für Arena-Besucher umständlich ist, auf der Allmend zu parkieren. Sie müssen einen mehrere hundert Meter langen Fussweg auf sich nehmen, der zudem noch durch einsames, kaum beleuchtetes Gebiet führt. «Die Sicherheit im Umfeld der Arena ist für uns sehr wichtig», sagt Daniel Deicher. Für konkrete Rezepte, wie man dieses Problem lösen könnte, sei es aber noch zu früh. Ausserdem könnte ein Teil der Arena-Besucher allenfalls in der benachbarten Mobimo-Überbauung parkieren. Die Mobimo hat Bereitschaft signalisiert, beispielsweise am Wochenende einen Teil der Parkplätze für Besucher der Arena zu öffnen. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden. «Wir sind hier auf gutem Weg», so Deicher.