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In der Beromünster Sargfabrik werden viele verschiedene Särge hergestellt. Auf Wunsch sind diese auch beispielsweise in den FCL-Farben weiss-blau erhältlich. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)

In der Beromünster Sargfabrik werden viele verschiedene Särge hergestellt. Auf Wunsch sind diese auch beispielsweise in den FCL-Farben weiss-blau erhältlich. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)

Särge im FCL-Sujet gibt's aus Beromünster

Im Spital, in der Kirche und beim Bestatter gehört das Sterben gleichsam zum Jobprofil. Doch es gibt auch noch andere Berufsleute, die den Tod als ständigen Begleiter haben. Drei von ihnen haben wir besucht. In diesem Artikel lesen Sie mehr über den Alltag eines Sargproduzenten.
Chiara Zgraggen

Sarg an Sarg reiht sich in den Beromünster Fabrikhallen. Es dominiert der Geruch von Holz und Leim. «Wir benützen fast ausschliesslich Schweizer Holz – darauf sind wir besonders stolz», sagt Andreas Egli, Geschäftsleiter der Egli Sargproduktion. Gut 120 Särge verlassen hier täglich die Produktionsstätte. Die Abnehmer: Bestatter aus der gesamten Schweiz. Deren Ansprüche unterscheiden sich. «Welsche und Tessiner geben für den Tod mehr Geld aus. Ihnen liegt mehr an einem spezielleren, teureren Sarg», klärt Andreas Egli auf. Unter anderem im Sortiment: Totenschreine mit Schnitzereien vom letzten Abendmahl oder Särge mit Kieselsteinverzierungen.

Im Krematorium Luzern: Das Innere des Ofens sollte stets 800 Grad betragen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
In der Egli Sargfabrik arbeiten 41 Personen – davon 10 gelernte Schreiner. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Auch wenn Roboter Teilarbeitsschritte ersetzen, sind die Schreiner der Sargfabrik unerlässlich. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Pro Jahr stellt die Sargfabrik 28000 Särge her. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Roboter ersetzen einige Arbeitsschritte. Auch wenn es auf den ersten Blick paradox kling: «Dies hilft, Arbeitsplätze in der Schweiz zu sichern», sagt der Geschäftsleiter Andreas Egli. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Die Totenschreine sind nur wenige Kilogramm schwer. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Die meisten Särge aus Beromünster sind aus Tannenholz oder Weymouthföhre. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Die Totenschreine werden in vielen Arbeitsschritten hergestellt, auch wenn gut 90 Prozent der Särge schon nach kurzer Zeit im Ofen eines Krematoriums enden. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Die Egli Sargproduktion: «Ein Business wie jedes andere», so der Geschäftsleiter. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)
Die Gärtnerei Heini betreut 1700 Gräber auf dem Friedhof Friedental. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 25. Oktober 2018)
Ole Meyer von der Gärtnerei Heini mag das kreative Arbeiten. (Bild: Dominik Wunderli, Luzern, 25. Oktober 2018)
Das Krematorium in Luzern liegt gleich beim Friedhof Friedental. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Roland Zurkirch holt einen Sarg aus dem Kühlraum im Krematorium Luzern. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Zeitgleich brennen jeweils zwei Öfen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Die Temperaturunterschiede in den Räumen des Krematoriums sind enorm. Im Kühlraum herrschen gut 10 Grad, in den innersten Räumen sind es bis zu 30. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Hier im Bild: Tonurnen. Mittlerweile erfreuen sich jedoch auch biologisch abbaubare Urnen grosser Beliebtheit. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Paul Gisler nimmt drei Stunden nach dem Start des Kremationsprozesses die Überreste aus dem Ofen. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Nach der Einäscherung müssen Operationsimplantate wie etwa künstliche Hüftgelenke herausgenommen werden. Dann folgt der finale Schritt, der Zermahlungsprozess. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Auch Büroarbeiten gehören zum Arbeitsalltag von Paul Gisler (links) und Roland Zurkirch im Krematorium. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
Angehörige geben ihren verstorbenen Familienmitgliedern manchmal Rosen oder Teddybären mit auf den letzten Weg. (Bild: Philipp Schmidli, Luzern, 16. Oktober 2018)
20 Bilder

Sie arbeiten mit dem Tod

«Wir verwenden hauptsächlich Tannenholz und Weymouthföhre», erzählt Andreas Egli bei der Führung durch seine Hallen. Lagerten nicht in jeder Ecke Särge, könnte man sich auch auf einer Führung durch eine gewöhnliche Produktionsstätte wähnen. Die meisten Särge (gut 90 Prozent) enden schon kurz nach der Produktion im Ofen der Krematorien der Schweiz. Wie ist es für einen Unternehmer, Produkte herzustellen, die sehr schnell wieder zerstört werden? «Es ist ein Business wie jedes andere», sagt Andreas Egli trocken.

«Es ist ein Business wie jedes andere.»


Andreas Egli, Geschäftsleiter einer Sargproduktion

Särge im FCL- oder Ferrari-Sujet

Doch nicht jeder Totenschrein endet im Feuer. Dies wird im Obergeschoss der Produktionshallen klar. In der kühlen Umgebung lagern speziellere Ausführungen, beispielsweise aus Weide. Andreas Egli zeigt auf einige Exemplare in der Ecke. «Die rohen rechteckigen Särge werden von jüdischen Glaubensangehörigen gekauft», sagt er und erklärt, dass Juden aus religiösen Gründen grundsätzlich keine Bestattung in einem Sarg erlaubt sei. Die Särge aus rohem, ungehobeltem Tannenholz seien hier ein Kompromiss.

Pro Jahr stellt die Sargfabrik 28000 Särge her. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)

Pro Jahr stellt die Sargfabrik 28000 Särge her. (Bild: Pius Amrein, Beromünster, 22. Oktober 2018)

Aber auch nicht-religiöse Kunden bestehen ab und zu auf unkonventionelle Ausführungen. «Wir hatten schon einmal eine Anfrage von einem Angehörigen eines verstorbenen FCL-Fans. Eigens für ihn stellten wir einen Totenschrein in blau-weiss her. Wir produzierten auch schon einen Sarg in ferrarirot für einen Ferrari-Anhänger», so Egli. Doch Andreas Egli hat nicht nur Särge im Angebot. Auch Kreuze oder Urnen findet man in seinem Bestand. Dahinter stehe ein einfaches Geschäftsmodell. «Stellen sie sich vor, sie kaufen in einem Laden Hosen. Bestenfalls nehmen sie auch gleich noch ein paar Schuhe dazu», so der Unternehmer.

Die Egli Sargfabrik hat zwei Konkurrenten in der Schweiz, wovon nur einer noch «richtig» produziere. Auf diesem Markt schenke man sich nichts. «Bei der Sargproduktion handelt es sich um einen Verdrängungsmarkt», so Egli. Der Preisdruck aus östlicheren Ländern sei gross. Egli ärgert sich, wenn Särge aus Polen oder Rumänien als einheimische Produkte verkauft werden. «Zur Arbeitsplatzerhaltung verwenden wir auch Roboter. Diese können 24 Stunden täglich produzieren und helfen, Arbeitsplätze in der Schweiz zu sichern» Überhaupt sei der Automatisierungsgrad bei der Produktion von Sargteilen «enorm hoch».

Hier finden Sie die beiden weiteren Artikel zum Thema «Menschen, die mit dem Tod arbeiten»:

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