Salle Modulable beim Standort Lido machbar

Das Gesamtprojekt der Projektierungsgruppe Salle Modulable liegt vor. Das Konzept zeigt die Machbarkeit des Musiktheaters am Standort Lido auf.

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So könnte die Salle Modulable dereinst aussehen. (Bild: PD)

So könnte die Salle Modulable dereinst aussehen. (Bild: PD)

Das von der Leitungsdelegation der Projektierungsgesellschaft Salle Modulable verabschiedete Gesamtkonzept weist die Machbarkeit des Projekts detailliert nach. Wie die Leitungsdelegation in einer Medienmitteilung verlauten lässt, bedauert sie ausserordentlich, dass die zugesicherte finanzielle Unterstützung von privater Seite in Frage gestellt wird.

«Absurde» Situation

Der Präsident der Projektierungsgesellschaft, Franz Steinegger, bezeichnet die Situation als «absurd». Vorher sei das Geld vorhanden gewesen, aber kein Projekt. Nun gebe es ein Projekt, aber die Geldgeber seien auf der Flucht. Die Idee zu dem flexibel bespielbaren Musiktheater war vor drei Jahren aufgekommen. Der bei Luzern lebende Milliardär Christof Engelhorn sicherte für das Vorhaben 120 Millionen Franken zu. Im Oktober, nachdem Engelhorn gestorben war, zog sich der Trust, der das Geld verwaltet, vom Projekt zurück. Zu Unrecht, ist man sich in Luzern sicher, erst recht jetzt, wo die Projektierungsgesellschaft die vom Donator verlangte Machbarkeit fristgerecht erwiesen habe. Stadtpräsident Urs W. Studer bezeichnete den Trust folglich als «Schuldner».

Das entwickelte räumliche Konzept umfasst drei Gebäudeteile: Das Gebäude für das (Musik-)Theater Salle Modulable, den Neubau der Hochschule Luzern - Musik sowie ein Parkhaus. Das Raumprogramm der Salle Modulable umfasst eine Fläche von 20'000 Quadratmetern. Der Theaterraum selbst ist auf 1'200 Sitzplätze ausgelegt und kann durch seine Unterteilbarkeit in zwei Räume mit 700 und 300 Plätzen verkleinert werden.

Am Standort Lido ist es möglich, dass die Salle Modulable beziehungsweise Musiktheaterbetrieb und Hochschule Luzern - Musik eine enge räumliche Verbindung eingehen und eine intensive inhaltliche Zusammenarbeit aufbauen. Der Standort Lido ist bereits heute sowohl für den öffentlichen Verkehr als auch für den Privatverkehr gut erschlossen. Hinsichtlich Verkehrssituation besteht weiteres Ausbaupotenzial.

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Modell der Salle Modulable auf dem Lido-Areal. (Bild: PD)
Zwei Bühnen als Inseln im Raum. (Bild: pd)
Eine Halbarena mit Projektionen an den Wänden. (Bild: pd)
Die Zuschauer stehend frei im Raum verteilt, Projektionen an den Wänden. (Bild: pd)
Drei Bühnen als Inseln, mit Stegen verbunden. (Bild: pd)
Klassischer Saal mit Orchestergraben. (Bild: pd)
Arena mit zwei grossen beweglichen Elementen. (Bild: pd)

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Ganzjahresbetrieb mit Musiktheater, Schauspiel und Tanz

Zentraler Punkt des Gesamtkonzepts ist das Betriebskonzept, welches das bisherige Programm des Luzerner Theaters mit dem Spielbetrieb eines Festivals kombiniert. Dabei wird das Luzerner Theater die Salle Modulable neun Monate und Lucerne Festival das neue Haus jährlich drei Monate bespielen. Der Ganzjahresbetrieb der Salle Modulable sieht Musiktheater, Schauspiel und Tanz vor.

In einem detaillierten Spielplanmodell über drei Jahre zeigt das Gesamtkonzept auf, wie die Salle Modulable künftig bespielt werden könnte. Musiktheater wird hauptsächlich im Stagione-Spielsystem produziert, das heisst die Aufführungen werden in Folge abgespielt und es wird mit Stückverträgen gearbeitet. Im Bereich Schauspiel soll weiterhin ein Ensemble geführt werden. Mischformen sind in beiden Sparten sowie im Bereich Tanz denkbar.

Jährliches Defizit von 3,1 Millionen Franken

Das Planbetriebsergebnis weist inklusive eines Aufwandpostens für Immobilienbetriebskosten (plus jährlichen Technikkosten) von 3,4 Millionen Franken sowie einer Reserve von 2 Millionen Franken für (künstlerische) Aufbau- und Entwicklungskosten ein Defizit von 3,1 Millionen Franken aus. Der Zweckverband hat sich dazu bereit erklärt, mit dem Ziel einer Defizitbeseitigung im weiteren Projektverlauf über eine Anpassung des bisherigen Leistungsvertrags zu verhandeln.

Das Investitionsvolumen für die Salle Modulable beträgt inkl. Projektierungskosten rund 157 Millionen Franken, die wie folgt finanziert werden sollen: Donation / Sponsoren: 120 Millionen Franken; Stiftung Luzerner Theater (Erneuerung): 27 Millionen Franken; Trägerverein Luzerner Sinfonieorchester: 7 Millionen Franken; Hochschule Luzern - Musik (Anteil an gemeinschaftlichen Räumen): 3 Millionen Franken

Die geplante Salle Modulable, der Neubau der Hochschule Luzern - Musik sowie das Parkhaus befinden sich auf städtischen Grundstücken. Für die Realisierung der Salle Modulable soll ein unentgeltliches, für die beiden anderen Gebäude ein entgeltliches Baurecht eingeräumt werden. Sowohl die Hochschule Luzern - Musik als auch das Parkhaus sollen separat über ein Investorenmodell realisiert werden.

Weiteres Vorgehen

Das Gesamtkonzept weist die Machbarkeit der Salle Modulable am Standort Lido nach. Es bildet die Basis für die detaillierte Diskussion und Weiterarbeit aller interessierten Kreise, die es nun in den kommenden Wochen und Monaten zu führen gilt, um das Projekt einer Realisierung zuzuführen. Auf Seiten Stadt und Kanton Luzern werden im Jahr 2011 kulturpolitische Standortbestimmungen durchgeführt. Gemäss Michael Haefliger, Chef von Lucerne Festival, behalte sich die Stiftung Salle Modulable rechtliche Schritte vor, suche aber auch das Einvernehmen mit der Familie des Donatoren. Haefliger streckt zudem die Fühler nach anderen Sponsoren aus, dies sei in der jetzigen unklaren Situation aber schwierig.

pd/zim