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SALLE MODULABLE: Beteiligen sich Private stärker?

Lehnen Kantons- oder Stadtparlament im September den Planungskredit ab, wäre dies das Ende des Projekts. Die Stiftung versucht nun, die öffentliche Hand zu entlasten.
Hugo Bischof
«Gelder zu sammeln, hat viel mit Vertrauen zu tun.» Hubert Achermann, Stiftung Salle Modulable (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

«Gelder zu sammeln, hat viel mit Vertrauen zu tun.» Hubert Achermann, Stiftung Salle Modulable (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Hugo Bischof

Das Projekt Salle Modulable hat noch viele Hürden zu nehmen. Nun stehen die ersten politischen Entscheide bevor. Es geht um den Projektierungskredit von 12 Millionen Franken. In zwei Monaten, am 19. September, wird der Luzerner Kantonsrat über den kantonalen Anteil am Kredit von 7 Millionen Franken abstimmen. Am 29. September folgt der Grosse Stadtrat; er wird in gleicher Sache über den städtischen Anteil von 3 Millionen Franken befinden. Die restlichen 2 Millionen sollen Private übernehmen (wir berichteten).

Dabei geht es erst um Geld für die Planung, noch nicht um die eigentlichen Baubeiträge. Was aber, wenn dieser Projektierungskredit in einem der Parlamente durchfällt? «Dadurch würde sich das Projekt wohl massiv verzögern», sagt dazu Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable. «Wir gehen nicht davon aus, dass dann der Zeitplan noch eingehalten werden kann.»

Keine weitere Fristverlängerung

Die Bedingungen für die Auszahlung der von der Schenkung Engelhorn für den Bau der Salle Modulable verbliebenen 80 Millionen Franken sind klar definiert: Bis Ende 2018 müssen die Finanzierung gesichert und alle politischen Entscheide gefällt sein. Für Achermann ist deshalb klar: «Kann der Zeitplan nicht eingehalten werden, wird die Finanzierung durch den Butterfield Trust (Bermuda) Ltd. gestoppt.» Beim Trust in Bermuda ist die Engelhorn-Schenkung deponiert – bereit für eine allfällige Auszahlung.

Laut Achermann hat der Trust im Frühjahr 2016 bereits einer Verlängerung der Frist bis zur Durchführung der geplanten zweiten Volksabstimmung zugestimmt – um ein halbes Jahr, bis Ende Juni 2019, unter der Bedingung, dass die erste Volksabstimmung im November 2016 stattfindet. Achermann: «Der Trust hat dabei klar festgehalten, dass eine weitere Erstreckung der Frist gänzlich ausgeschlossen ist.»

Kanton: «Arbeiten abbrechen»

Auch für den Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Reto Wyss, ist klar: «Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt von Kanton und Stadt gemeinsam mit Privaten. Wenn ein Parlament dem Projektierungskredit nicht zustimmt, müssen wir die Arbeiten an diesem Projekt abbrechen.» Ein Nein zum Projektierungskredit in einem der beiden Parlamente würde so gesehen also wohl den Todesstoss für die Salle Modulable bedeuten.

Klar ist: die Schenkung Engelhorn darf für den Projektierungskredit nicht angetastet werden. Die 80 Millionen Franken sind für den Bau reserviert.

Die Frage ist nun, ob Private und Firmen schliesslich gar mehr als 2 Millionen Franken an die Projektierung beitragen werden. Dies könnte dem Projekt einen zusätzlichen Schub in letzter Minute geben. «Gespräche um weitere private Gelder laufen; ich bin da sehr zuversichtlich, und wir sind auf gutem Weg», sagt dazu Hubert Achermann. Mit der Gründung eines entsprechenden Komitees sei bereits begonnen worden. Aber: «Gelder zu sammeln, hat auch viel mit Vertrauen zu tun. Details können wir deshalb erst dann veröffentlichen, wenn sie spruchreif sind.» Regierungsrat Wyss antwortet auf die gleiche Frage: «Eine Erhöhung des Beitrags der privaten Projektpartner an die Projektierung wäre ein starkes Signal, dass diese das Projekt massgeblich unterstützen und daran glauben.»

Sollte die Projektierung – kritischen Stimmen zum Trotz – gesichert sein, wartet gleich die nächste Hürde: die erste Volksabstimmung am 27. November. Dann befindet die Luzerner Stadtbevölkerung über das Baurecht am Inseli. Auch hier stellt sich die Frage: Was passiert bei einem Nein? Wäre dies das definitive Ende? Oder könnte man das Projekt neu beim Motorboothafen Alpenquai/Ufschötti planen, wie dies Politiker im linken und grünen Spektrum insgeheim hoffen – inklusive der Engelhorn-Millionen? Immerhin wird dieser Alternativstandort in der Machbarkeitsstudie von Ernst Basler + Partner nicht einstimmig verworfen (1 Stimme dafür, 8 Stimmen dagegen, 2 Enthaltungen).

Motorboothafen chancenlos

Hoffnungen auf ein derartiges Szenario verweisen die Projektverantwortlichen aber sofort ins Reich der Träume. «Eine Ablehnung des Baurechtsvertrags bedeutet aus zwei Gründen den Projektabbruch», sagt Regierungsrat Reto Wyss. «Einerseits würde sich das Projekt massiv verzögern und der Terminplan mit den Terminvorgaben des Butterfield Trusts könnte nicht mehr eingehalten werden. Andererseits erfüllt der Standort Motorboothafen die Bedingungen der Schenkung nicht.»

Auch Stiftungspräsident Hubert Achermann betont klipp und klar: «Seit dem Standortentscheid des Stadtrats ist das Inseli Teil der Bedingung für die Schenkung Engelhorn.»

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