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SALLE MODULABLE: Bürgerlicher Support für das neue Luzerner Theater fehlt

Der Kantons- und der Grosse Stadtrat befinden im Herbst über das Musiktheater. Insbesondere bei Bürgerlichen gibt es einen Stadt-Land-Graben.
Cyril Aregger
So könnte eine mögliche Sitzordnung in der Salle Modulable aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So könnte eine mögliche Sitzordnung in der Salle Modulable aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Cyril Aregger

Das Projekt Salle Modulable beschäftigt auch in den Sommermonaten: Grund sind die Projektierungskredite, die vom Luzerner Kantonsrat und dem Stadtparlament am 19. respektive 26. September behandelt werden. 7 Millionen Franken soll der Kanton dafür bereitstellen, 3 Millionen die Stadt. 2 weitere Millionen trägt die Stiftung Salle Modulable. Ursprünglich war mit 6,5 Millionen Franken Projektierungskosten gerechnet worden (Ausgabe vom Dienstag).

Die beiden Ratstermine sind für den weiteren Verlauf des Projektes von entscheidender Bedeutung: Nur wenn beide Parlamente den Krediten zustimmen, kommt es am 27. November in der Stadt Luzern zur Abstimmung über den Projektierungskredit und den Baurechtsvertrag für das Musiktheater auf dem Inseli hinter dem KKL. Insgesamt soll das Projekt gut 208 Millionen Franken kosten. Die jährlichen Betriebskosten werden derzeit auf 31 Millionen geschätzt, sollen aber noch gesenkt werden.

«Finanzielles Abenteuer»

Die kantonale CVP ist dem Projekt gegenüber derzeit «sehr skeptisch» eingestellt, wie Fraktionschef Ludwig Peyer erklärt. Man sehe zwar die grosse Chance des Projekts, müsse sich aber gleichzeitig fragen, ob man sich die Salle angesichts der Finanzlage leisten könne. «Können wir gleichzeitig Dienstaltersgeschenke für kantonale Arbeitnehmer streichen und uns mit der Salle Modulable in ein finanzielles Abenteuer mit ungewissen Betriebskosten stürzen? Ich habe Probleme damit, das dem Bürger zu erklären.» Deutlich optimistischer klingt es bei der städtischen CVP: Sie stehe dem anstehenden parlamentarischen Prozess positiv gegenüber, schreibt die Partei. Unbestritten sei, dass Luzern eine neue Theaterinfrastruktur brauche.

Auch die städtische SVP zeigt sich optimistisch: Zwar seien insbesondere die geschätzten Betriebskosten noch zu hoch, doch es sei wichtig, dass ein detailliertes Projekt ausgearbeitet werden könne. «Eine Ablehnung des Projektkredits oder des Baurechts am Inseli wäre deshalb eine verpasste Chance und würde möglicherweise teuer zu stehen kommen.» Die kantonale SVP hat noch keinen Entscheid gefasst. Präsident Franz Grüter glaubt aber, dass das Projekt bei der Luzerner SVP schlechte Karten haben dürfte: «Es ist ein überrissenes Projekt, die Betriebskosten dürften riesig sein.» Dass die Projektierungskosten nun doppelt so hoch sind wie ursprünglich erwartet, sei ein schlechtes Zeichen.

Unterschiede zwischen Stadt und Kanton sind auch bei der FDP spürbar: Die Stadtpartei «steht nach wie vor hinter dem Projekt», die Salle Modulable sei eine grosse Chance, auch wenn sie «mit Risiken verbunden ist und noch etliche Fragen offen sind». Etwas verhaltener äussert sich die Kantonalpartei, die dem Projekt «weiterhin grundsätzlich offen gegenüber steht». Es sei jedoch «auf einem sehr kritischen Pfad». Die Partei zeigt sich enttäuscht, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch vieles unverbindlich sei. Im Hinblick auf die Kantonsratsdebatte im September müssen deshalb für die FDP über die Sommer­monate die offenen Fragen im Zusammenhang mit dem Kostenteiler Stadt/Kanton, dem Bedarf/Marktsituation sowie den Senkungsmöglichkeiten von Investitions- und Betriebskosten mit einer hohen Verbindlichkeit beantwortet werden. «Nur so wird das nötige Vertrauen geschaf­fen, um überhaupt den Projektierungskredit sprechen zu können.»

Einigkeit bei SP und Grünen

Gemeinsame Positionen auf kantonaler und städtischer Ebene haben SP und Grüne: Die SP begegnet dem Projekt skeptisch, zumal viele Fragen zu Inhalten der Salle weiterhin unbeantwortet blieben. Eine Salle Modulable auf dem Inseli ist für die Partei zudem «nicht denkbar». Das gilt auch für die Grünen. Man sei für ein Luzerner Theater und eine lebendige Theaterkultur. Die Botschaft zum Projektierungskredit sehe man jedoch kritisch: «Das Dekret mit rund 7 Millionen Franken wäre ein Zugeständnis zum engen, vom Trust auferlegten Korsett.»

Bei der GLP befindet man sich noch mitten im Meinungsbildungsprozess. Die Partei sehe die Chancen des Projekts, aber auch die Probleme, insbesondere mit dem Standort und den Kosten. Wichtig sei auch, dass der aktuelle Kulturkompromiss nicht aufgetrennt werde.

Gestern haben sich auch die Bauberater des Innerschweizer Heimatschutzes, Sektion Luzern, zu Wort gemeldet: Sie unterstützen das Projekt grundsätzlich, ein Bau auf dem Inseli mit dem vorgesehenen Volumen werde jedoch klar abgelehnt.

Es wird eng in beiden Räten

Schon heute zeichnet sich ab, dass der Projektierungskredit im Grossen Stadtrat einen schweren Stand haben dürfte. Bleiben SP und Grüne bei ihrer Ablehnung gegen den Standort Inseli, sind das bereits 21 Nein-Stimmen im 48-köpfigen Grossen Stadtrat. Im 120-köpfigen Luzerner Kantonsrat zeichnet sich sogar ein Nein ab: Vorbehaltlos steht derzeit keine Partei hinter dem Projekt.

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