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SALLE MODULABLE: Ein Hochhaus am Luzerner Seeufer?

Das neue Theater wird bis zu 32 Meter hoch. Damit ist die Salle ein Hochhaus – weshalb es wohl zu einer weiteren Volksabstimmung kommt.
Hugo Bischof
Die Fotomontage zeigt die ungefähre Dimension der Salle Modulable (links) neben dem KKL. (Bild: Visualisierung PD)

Die Fotomontage zeigt die ungefähre Dimension der Salle Modulable (links) neben dem KKL. (Bild: Visualisierung PD)

Hugo Bischof

Elitär? Zu teuer? Verschandelung des Inseli? So lauteten bisher die brennendsten kritischen Fragen zur Salle Modulable (Ausgabe von gestern). Kritisch gefragt wird nun auch, ob das im südlichen Bereich des Luzerner Inseli geplante neue Theatergebäude nicht zu hoch dimensioniert ist und deshalb gar als Hochhaus bezeichnet werden muss.

Bühnenturm für die Kulissen

Tatsache ist: Die Salle Modulable reicht an ihrem höchsten Punkt 32 Meter in die Höhe. So hoch ist der Bühnenturm, der die anderen Gebäudeteile überragt. 32 Meter: Das liegt über der zurzeit in der Stadt Luzern geltenden Mindesthöhe eines Hochhauses. «Hochhäuser sind Bauten mit einer Gesamthöhe von mehr als 25 Metern», heisst es in dem seit 2014 geltenden Artikel 166 des kantonalen Planungs- und Baugesetzes (PGB).

Doch gehört ein Bühnenturm, der dem Kulissenaufzug dient, überhaupt zur eigentlichen Gebäudenutzfläche? Ja, sagt das Gesetz. «Die Gesamthöhe ist der grösste Höhenunterschied zwischen den höchsten Punkten der Dachkonstruktion und den lotrecht darunterliegenden Punkten auf dem massgebenden Terrain», heisst es im PBG.

Kanton ändert Gesetz

Interessanterweise hat der Kanton Luzern nun aber vom Herbst 2015 bis zum März 2016 eine Vernehmlassung zu diversen Änderungen im Planungs- und Baugesetz durchgeführt. Eine davon: Die Mindesthöhe für Hochhäuser soll auf 30 Meter erhöht werden – in Abstimmung mit der bereits Anfang 2015 angepassten Brandschutznorm. Gemäss dieser gelten nun erst Gebäude über 30 Metern als Hochhäuser, in denen brandschutzmässig besondere Vorkehrungen getroffen werden müssen. Wann die Gesetzesänderung in Kraft tritt, ist noch offen. Der Regierungsrat wird seine Botschaft diesen Sommer abgeben. Der Kantonsrat soll danach im Herbst darüber beraten.

Was bedeutet dies für die künftige Salle Modulable? «Die Thematik Hochhaus ist ein Punkt, der in der weiteren Planung berücksichtigt werden muss», sagt Markus Hofmann, Leiter Ressort Baugesuche der Stadt Luzern. Was das für allfällige Konsequenzen hat, könne zurzeit nicht abschliessend beantwortet werden. Er betont gleichzeitig: «Die zurzeit vorliegenden Studien zur Salle Modulable sind noch kein Projekt, die Höhe von 32 Metern ist damit noch nicht fix.» Das bestätigt Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable: «Die definitive Höhe über Boden wird sich im Verlauf der weiteren Arbeiten und im Rahmen des Architekturwettbewerbs zeigen.»

Nur drei Hochhaus-Standorte

Die Hochhaus-Diskussion hat in der Stadt Luzern eine spezielle Brisanz: 2013 entschied das Volk im Rahmen der revidierten Bau- und Zonenordnung (BZO), dass nur am Bundesplatz, Pilatusplatz und im Steghof Hochhäuser erlaubt sind. Mit dem Standortentscheid Inseli für die Salle Modulable ist eine neue Situation entstanden. Dass für den Bau der Salle die BZO angepasst werden muss, ist klar. Die Anpassungen unterliegen dem fakultativen Referendum. Somit wird in dieser Sache wohl das Volk das letzte Wort haben. Dieses wird sich schon am 27. November ein erstes Mal an der Urne zur Salle äussern können, wenn es um das Baurecht geht.

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