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SALLE MODULABLE: Erst ein Traum, dann ein Rechtsstreit und nun ein konkretes Projekt

Die Idee für ein Musiktheater der Extraklasse entzückt Luzern seit 2007. Ein Rückblick.
Frühere Visualisierungen der Salle Modulable, die heute überholt sind. (Bild: Visualisierungen PD)

Frühere Visualisierungen der Salle Modulable, die heute überholt sind. (Bild: Visualisierungen PD)

29. August 2007:Der Intendant des Lucerne Festivals, Michael Haefliger, stellt die Idee eines flexiblen Saales für Musiktheater - den Salle Modulable - vor. Sie stammt vom französischen Komponisten und Dirigenten Pierre Boulez. Gemäss den Initianten sicherten Mäzene über 100 Millionen Franken zu. Die "SonntagsZeitung" deckte später auf, dass es sich um den in Meggen wohnhaften Industriellen Christof Engelhorn handelt.

April 2008: Das Lucerne Festival gründet die Stiftung Salle Modulable. Diese soll das neue Theater mit bis zu 1000 Sitzplätzen projektieren, bauen, unterhalten und zur Verfügung stellen. Wunschstandort der Initianten ist der Parkplatz beim Verkehrshaus.

16. September 2009: Erstmals tritt die Leitung der Projektierungsgesellschaft zusammen. Sie besteht aus Vertretern von Stadt und Kanton Luzern, des Theaters, des Sinfonieorchesters sowie der Stiftung Salle Modulable und des Lucerne Festivals. Das Projekt rief inzwischen weitere Interessenten auf den Plan, darunter die Hochschule.

17. Dezember 2009: Eine Machbarkeitsstudie der Stiftung empfiehlt einen Standort in der Nähe des KKL am See zwischen Motorboothafen und Werft. Insgesamt wurden 23 mögliche Standorte geprüft, darunter auch das Gebiet Lido/Verkehrshaus und die Tribschenkrete.

3. August 2010:Der Gönner des Projekts, Christof Engelhorn, stirbt mit 84 Jahren.

13. Oktober 2010: Der Butterfield Trust mit Sitz auf den Bermudas, der das Vermögen des Verstorbenen verwaltet, zieht die Zusage für die Finanzierung des Projekts zurück. Begründet wurde dies mit vielen Ungewissheiten hinsichtlich Standort, Konzept und Kosten. Bisher wurden rund 5,75 Millionen Franken in die Projektierung investiert.

14. November 2010: Die Stiftung Salle Modulable kündigt Klage gegen den Rückzug der insgesamt einst zugesicherten 120 Millionen Franken an. Sie beruft sich auf eine schriftliche Zusage des verstorbenen Gönners.

22. September 2011: Der Butterfield Trust reicht auf den Bermudas Gegenklage ein. Er kommt der von der Stiftung angekündigten Klage in der Schweiz zuvor und will erreichen, dass die Forderungen der Stiftung abgelehnt werden.

11. August 2012:Die Stiftung Salle Modulable erhält für den Prozess auf den Bermudas den Beistand der auf grosse Rechtsfälle spezialisierten englischen Firma Harbour Litigation Funding. Diese übernimmt die Prozesskosten und erhält im Erfolgsfall einen Teil der Klagesumme.

12. November 2013: Auf den Bermudas beginnt in der Hauptstadt Hamilton am Supreme Court der Zivilprozess um die noch ausstehenden 114 Millionen Franken. Als Zeugen treten unter anderem der Luzerner Finanzdirektor Marcel Schwerzmann, Hubert Achermann und Michael Haefliger von Lucerne Festival sowie Privatbankier Karl Reichmuth auf.

21. Februr 2014: Der Supreme Court auf Bermuda kommt zum Schluss, dass der Rückzug der Gelder unrechtmässig war. Der zuständige Einzelrichter wies die Gegenklage des Trusts ab. Der Stiftung Salle Modulable räumte er zwölf Monate Zeit ein für eine neue Machbarkeitsstudie zum Musiktheater.

1. Dezember 2014:Nach mehrmonatigen Verhandlungen geben die Stiftung und der Trust bekannt, dass sie den Rechtsstreit um die Finanzierung des Projekts Salle Modulable beilegen. Der Trust sichert 120 Millionen zu für neues Luzerner Musiktheater unter Bedingungen zu. Im Rennen sind die Standorte Theaterplatz, Inseli und Schotterplatz Motorboothafen Alpenquai.

Ab Mai, 2015: Parteien und Private lancieren Volksinitiativen gegen mögliche Standorte der Salle Modulable. Die JUSO und die BDP gegen das Inseli, Architekt und Künstler Ariel Kolly gegen den Abriss des alten Theatergebäudes.

15. Juni 2015:Stadt und Kanton Luzern sowie die Stiftung Salle Modulable nennen erste Details zum Projekt. Demnach soll dieses nach zweijähriger Bauzeit 2023 seine Tore öffnen. Das neue Theater soll bis zu 1200 Sitzplätze verfügen.

5. Januar 2016:Pierre Boulez, der geistige Vater der Salle Modulable und langjährige Gast am Lucerne Festival, stirbt mit 90 Jahren in Baden-Baden.

5. April 2016: Die Promotoren von Kanton und Stadt Luzern sowie die Stiftung Salle Modulable wählen die Landzunge Inseli direkt neben dem KKL und der Uni als Standort für das neue Theaterzentrum. Sie berufen sich auf zwei Studien. Die Baukosten werden mit 208 Millionen Franken angegeben, die jährlichen Betriebskosten mit rund 31 Millionen Franken (Zum Artikel »).

sda

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