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SALLE MODULABLE: Finanzierung ist die grösste Knacknuss

Das neue Theater kostet viel mehr als erwartet, auch im Betrieb. Luzerns Regierungspräsident Reto Wyss fordert Abstriche – und bleibt dennoch zuversichtlich.
Hugo Bischof
Hubert Achermann, Präsident Stiftung Salle Modulable, Regierungsrat Reto Wyss, Stadträtin Ursula Stämmer und Regula Huber vom Luzerner Kulturdepartement gestern an der Pressekonferenz (von links nach rechts). (Bild Boris Bürgisser)

Hubert Achermann, Präsident Stiftung Salle Modulable, Regierungsrat Reto Wyss, Stadträtin Ursula Stämmer und Regula Huber vom Luzerner Kulturdepartement gestern an der Pressekonferenz (von links nach rechts). (Bild Boris Bürgisser)

Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Opernanordnung mit Orchestergraben. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Opernanordnung mit Orchestergraben. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Alternative Inszenierung mit Akteuren in Fensteröffnungen in der Wand.Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Alternative Inszenierung mit Akteuren in Fensteröffnungen in der Wand.
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Theateranordnung. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Klassische Theateranordnung. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Offene Flachbodenanordnung mit mehreren Bühnen. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der grossen Bühne im neuen Theater Luzern: Offene Flachbodenanordnung mit mehreren Bühnen. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht der kleinen Bühne im neuen Theater Luzern. (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht der kleinen Bühne im neuen Theater Luzern. (Bild: Visualisierung PD)
Mögliche Innenansicht Studio im neuen Theater Luzern (Bild: Visualisierung PD)Mögliche Innenansicht Studio im neuen Theater Luzern (Bild: Visualisierung PD)
Volumenstudie am Standort Inseli (Bild: Visualisierung PD)Volumenstudie am Standort Inseli (Bild: Visualisierung PD)
Salle Modulable am Standort Inseli (Bild: Fotomontage PD)Salle Modulable am Standort Inseli (Bild: Fotomontage PD)
Die Salle Modulable soll aufs Inseli kommen. (Bild: Visualisierung PD)Die Salle Modulable soll aufs Inseli kommen. (Bild: Visualisierung PD)
Salle Modulable am Standort Inseli bei Nacht mit Aussenprojektion (Bild: Visualisierung PD)Salle Modulable am Standort Inseli bei Nacht mit Aussenprojektion (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: offene Flachbodenanordnung. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: offene Flachbodenanordnung. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Flachbodenanordnung mit kreativer Nutzung von Balkonen und Wandfenstern. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Flachbodenanordnung mit kreativer Nutzung von Balkonen und Wandfenstern. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Bühnenperspektive. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Bühnenperspektive. (Bild: Visualisierung PD)
Modell grosse Bühne: Publikumsperspektive. (Bild: Visualisierung PD)Modell grosse Bühne: Publikumsperspektive. (Bild: Visualisierung PD)
Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, Reto Wyss, Regierungspräsident und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Ursula Stämmer-Horst, Kulturdirektorin der Stadt Luzern und Regula Huber, Kommunikationsbeauftragte Kulturdepartement des Kanton Luzern (von links) informierten am 5. April über das Projekt Salle Modulable. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, Reto Wyss, Regierungspräsident und Kulturdirektor des Kantons Luzern, Ursula Stämmer-Horst, Kulturdirektorin der Stadt Luzern und Regula Huber, Kommunikationsbeauftragte Kulturdepartement des Kanton Luzern (von links) informierten am 5. April über das Projekt Salle Modulable. (Bild: Keystone / Alexandra Wey)
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Visualisierungen der Salle Modulable

Hugo Bischof

Endlich ist die Katze aus dem Sack: 161,2 Millionen Franken soll der Bau des in Luzern geplanten neuen Theatergebäudes kosten. Das gaben Kanton und Stadt Luzern sowie die Stiftung Salle Modulable gestern an einer gross angelegten Medienkonferenz in Luzern bekannt. Ebenfalls informiert wurde über die betriebliche Gestaltung und den Standort des ambitionierten Kulturgebäudes (Seite links).

Bei den rund 161 Millionen Franken handelt es sich um die reinen Baukosten der Salle Modulable. Dazu kommen im Rahmen des Gesamtprojekts «Theaterwerk Luzern» weitere Kosten (siehe Tabelle), etwa ein geschätzter Baurechtswert von 20 Millionen Franken für das zu überbauende Grundstück im Bereich Inseli Süd, das der Stadt Luzern gehört.

Insgesamt 208,3 Millionen Franken

Dazu sollen für 10 Millionen Franken zusätzliche Proberäume im Südpol entstehen und die Werkstatt Theater ausgebaut werden. Unter den 14,8 Millionen für «weitere Projektkosten» subsumiert sind einerseits rund 8 Millionen zusätzliches Theater-Equipment für die Salle Modulable sowie 6,8 Millionen Franken für Aufwertungsmassnahmen im übrigen Bereich des Inselis. So unter anderem die Umwandlung des heutigen Carparkplatzes in eine Grünfläche. Inklusive Wettbewerbs- und Erschliessungskosten kommt man so auf einen Gesamtbetrag von 208,3 Millionen Franken. Das ist deutlich mehr als bisher angenommen.

Gönner sollen 35 Millionen spenden

Auf der anderen Seite stehen von den vom 2010 verstorbenen Mäzen Christof Engelhorn ursprünglich in Aussicht gestellten 120 Millionen Franken nach Abzug der bisherigen Planungs- und Rechtsstreitkosten für den Bau der ­Salle Modulable heute noch 80 Millionen Franken zur Verfügung. Das reicht für das ambitionierte Projekt also bei weitem nicht mehr. Deshalb sollen nun zusätzliche Beiträge im Umfang von insgesamt 35 Millionen Franken von privater Seite und von Unternehmen für den Bau des neuartigen (Musik-)Theaters dazukommen. «Wir sind zuversichtlich, dass diese zusätzlichen privaten Mittel beschafft werden können», sagte gestern Reto Wyss, Regierungspräsident sowie Bildungs- und Kulturdirektor des Kantons Luzern. «Die Faszination, die von diesem einmaligen Kulturprojekt ausgeht, wird dies möglich machen.»

Auch wenn dies gelingt, verbleiben für die öffentliche Hand Zusatzkosten von 93,3 Millionen Franken (inklusive 20 Millionen Franken Baurechtswert). Diese müssen Kanton und Stadt Luzern unter sich aufteilen. Nach welchem Verteilschlüssel, ist gemäss Reto Wyss noch offen. Auch bei den Betriebskosten muss laut Machbarkeitsstudie mit deutlich höheren Kosten gerechnet werden. Bei der Salle Modulable rechnen die Planer für den Theaterbetrieb und den laufenden Unterhalt inklusive Rückstellung für den langfristigen Werterhalt des Gebäudes mit jährlich 31 Millionen Franken. Beim heutigen Luzerner Theater sind es (auch inklusive langfristigen Werterhalt) 24 Millionen Franken.

«Aus unserer Sicht sind die Kosten zu hoch», sagte Reto Wyss unmissverständlich. «Die Planer haben nun die Aufgabe, diese zu senken.» Die 161,2 Millionen Franken für den Bau seien für ihn gesetzt, sagte Wyss auf Rückfrage unserer Zeitung. Reduktionspotenzial sieht er bei den Kosten, die darüber hinaus entstehen. Und klar ist für Wyss: «Auch die Betriebskosten gilt es zu senken.»

Die Alternative: Theatersanierung

Die Alternative zum Bau der Salle Modulable wäre eine umfassende Sanierung des aus dem Jahr 1839 stammenden heutigen Luzerner Theaters. Dafür müsste man, je nach Ausbaustandard, mit Kosten von 45 bis 80 Millionen Franken rechnen. Hinzu kämen die Kosten für ein Provisorium während des Umbaus. Die von der Engelhorn-Schenkung verbliebenen 80 Millionen Franken stünden dafür allerdings nicht zur Verfügung. Für die Sanierung müsste die öffentliche Hand gemäss diesen Berechnungen ähnlich tief in die Tasche greifen wie für die Salle.

«Nutzen wir stattdessen jetzt also die grossartige Chance für eine vollständige neue Theater-Infrastruktur», sagte Reto Wyss. Unterstützung erhielt er von Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable: «Wir wollen das Inseli zu einer Kultur-Brücke für die ganze Bevölkerung machen», sagte dieser. «Hier sollen alle, die Schauspiel, Oper, Musiktheater und Tanz erleben wollen, zusammenkommen können – in entspannter und ungezwungener Atmosphäre.»

HINWEIS

ÖffentlicheInfo-Veranstaltungen zur Salle Modulable im Südpol Kriens: Montag, 11. April, 17.30 Uhr und Donnerstag, 14. April, 19 Uhr. Referenten: Regierungspräsident Reto Wyss, Stadträtin Ursula Stämmer und Hubert Achermann, Präsident der Stiftung Salle Modulable, und Vertreter der Machbarkeits- und Standort-Studien.

35 Millionen – «Das ist durchaus möglich»

hb. Die Finanzierung gilt als grösster Knackpunkt der Salle Modulable. Fritz Studer, ehemals CEO und Verwaltungsratspräsident der Luzerner Kantonalbank, glaubt trotzdem an den Erfolg des Projekts.

Fritz Studer, wie realistisch ist es, dass zusätzlich zu den 80 Millionen Franken aus der Schenkung Christof Engelhorn weitere 35 Millionen Franken von privaten Sponsoren und Unternehmen für den Bau des Projekts Salle Modulable zusammenkommen?
Fritz Studer*:
Ich halte das für durchaus möglich. Wir Luzerner müssen das schaffen.

Worauf gründen Sie Ihre Hoffnung?
Studer:
Die Salle Modulable ist ein überaus spannendes Projekt. Je innovativer und einzigartiger ein solches Kulturprojekt ist, desto grösser ist die Chance, zusätzliche Gelder zu generieren. Bei bestehenden Gebäuden ist das um einiges schwieriger. Das zeigte sich schon, als es um die nachträgliche Entschuldung des KKL Luzern ging. Aber auch da kamen schliesslich genügend zusätzliche private Mittel zusammen.

Wer werden die zusätzlichen Geldgeber bei der Salle Modulable sein? Wohl nicht nur Luzerner.
Studer:
Natürlich nicht. Das werden Stiftungen und Unternehmungen aus der ganzen Schweiz sein, wie das ja schon beim Bau des KKL Luzern der Fall war.

Läuft die Geldsammlung schon?
Studer:
Nein, dafür ist es noch zu früh. Es wurde noch kein Sammlungskomitee gegründet. Das kann man dann bei gegebener Zeit in die Hand nehmen.

Werden Sie im Sammlungskomitee dabei sein – wie einst beim KKL?
Studer:
Nein, das muss man jüngeren Kräften überlassen. Ich betone aber nochmals: Auch wenn ich überzeugt bin, dass es realistisch ist, darf man sich nichts vormachen; zusätzliche Gelder zu beschaffen, wird viel Energie erfordern. Es wird eine Herkulesaufgabe sein. Wird es vielleicht sogar möglich sein, mehr als zusätzliche 35 Millionen Franken von Privaten, Stiftungen und Unternehmen zusammenzubringen?
Studer: Darüber jetzt zu spekulieren, wäre vermessen. Schon die 35 Millionen sind eine beträchtliche Summe.

Sie haben Erfahrung im Sammeln von privaten Geldern für grosse Kulturprojekte, etwa auch für die Sanierung der Museggmauer.
Studer:
Ja. Diese wäre eigentlich eine Aufgabe der öffentlichen Hand. Aber auch hier zeigten Private, Stiftungen und Unternehmen ein Herz. In Luzern ist das immer wieder möglich. Weitere Beispiele sind das Museum Stiftung Rosengart und die Naturarena Rotsee.

* Fritz Studer (73) ist auch Verwaltungsratspräsident der Parkhaus Musegg AG und ist unter anderem Mitglied des Patronatskomitees für die Sanierung der Museggmauer Luzern.

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