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SALLE MODULABLE: Hätte Theater am Inseli überhaupt Platz?

Bäume fällen im Inseli-Park für ein neues Theater? Für die SP ist das nicht denkbar; bei der Standortevaluation wird aber genau dies geprüft.
Das Inseli ist einer der möglichen Salle-Modulable-Standorte. (Bild: Boris Bügrisser / Neue LZ)

Das Inseli ist einer der möglichen Salle-Modulable-Standorte. (Bild: Boris Bügrisser / Neue LZ)

Hugo Bischof

Für das in Luzern geplante Theatergebäude Salle Modulable sind laut Projektleitung von Kanton und Stadt Luzern drei Standorte im Rennen: der heutige Theaterplatz an der Reuss, der Inseli-Carparkplatz beim KKL und der als Parkplatz dienende Schotterplatz beim Motorboothafen Alpenquai (inklusive Boule-Platz westlich Ufschötti). Ende 2015 muss die Firma Ernst Basler und Partner, die mit der Evaluation beauftragt ist, eine Standort-Empfehlung abgeben.

Wie viel Grundfläche?

Bis dahin hüllen die Verantwortlichen sich in Schweigen. Unsere Zeitung fand dennoch Spannendes heraus – etwa zur Grundfläche, die an den drei Standorten für das neue Theatergebäude offiziell zur Verfügung steht. Mit folgenden Zahlen wird laut dem Luzerner Stadtplaner Ruedi Frischknecht gearbeitet:

  • Theaterplatz:zirka 2700 Quadratmeter.
  • Inseli-Carparkplatz: zirka 4200 Quadratmeter.
  • Alpenquai-Schotterplatz: zirka 6500 Quadratmeter.

Diese Zahlen lassen aufhorchen – aus diversen Gründen. Beim Theaterplatz ging man bisher in der öffentlichen Wahrnehmung von einer viel grösseren Fläche aus. 2009, beim ersten Anlauf zur Salle Modulable, als der Luzerner Theaterexperte Michael Gnekow den Theaterplatz als Standort vorschlug, bezifferte man dessen Grundfläche mit bis zu 3700 Quadratmetern – inklusive heutiges Theater-Grundstück plus Wiese östlich der Jesuitenkirche. Allerdings: Auch das erachteten die privaten Salle-Modulable-Initianten damals, vor sechs Jahren, für ihr Vorhaben als zu klein.

Theaterplatz: Wieso so klein?

Weshalb ist die für die Salle Modulable beim Theaterplatz zur Verfügung stehende Fläche mit 2700 Quadratmetern heute so viel kleiner? «Wie man damals auf 3700 Quadratmeter kam, kann ich nicht beurteilen», sagt Frischknecht. «Die beiden Parzellen mit dem heutigen Theatergebäude und dem Theaterplatz weisen zusammen rund 2700 Quadratmeter auf.»Frischknecht betont aber: «Die Bahnhofstrasse muss unangetastet bleiben, ebenso der Hirschengraben. Ob diese Fläche vollständig beansprucht werden kann, hängt davon ab, wie nahe an die Jesuitenkirche gebaut werden kann. Dies ist Gegenstand der laufenden Machbarkeitsstudien.»

Inseli: Carparkplatz reicht nicht

Noch spannender sind die 4200 Quadratmeter, die beim Inseli als mögliche Grundfläche für ein neues Theater angegeben werden. Eine grobe Rechnung anhand Google Maps zeigt: Der Carparkplatz selber ist rund 130 Meter lang und 25 Meter breit, was etwa 3250 Quadratmeter ergibt. Um auf die jetzt offiziell angegebenen 4200 Quadratmeter zu kommen, müsste man also einen Teil der gegen den See hin gelegenen Grünzone antasten und einige der grossen Bäume dort fällen. Dass auf der anderen Seite die Inseliquai-Strasse verkleinert oder gar aufgehoben würde – davon ist nicht auszugehen.

Grünzone antasten, Bäume fällen – das ist für viele Stadtluzerner ein Graus. Schon vor mehr als einem Vierteljahrhundert bei der Projektierung des heutigen Kultur- und Kongresszentrums Luzern (KKL) war der Grünraum Inseli ein hoch emotionales Thema. Auch heute ist der Kampf um die Erhaltung des Grünraums Inseli in vollem Gang. Die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» kam diesen Mai mit 868 gültigen Unterschriften zu Stande. Die Initiative der Jungsozialisten verlangt, die Inseli-Carparkplätze aufzuheben und die Grünfläche entsprechend zu erweitern. Es braucht nicht viel Fantasie, um vorauszusagen, dass bei einer Annahme der Initiative ein neues Theater beim Inseli gestorben wäre. Wann die Initiative vors Volk kommt, steht noch nicht fest. Zuerst muss innert sechs Monaten das Stadtparlament dazu Stellung nehmen.

Dennoch die Frage: Warum rechnet man beim Inseli schon jetzt mit einer derart grossen Grundfläche fürs neue Theatergebäude, dass ein Antasten der Grünfläche unausweichlich erscheint? «Wie viel Platz die Salle Modulable dereinst braucht und ob und wie viel Grünfläche sie beanspruchen wird, steht noch nicht fest», sagt Stadtplaner Ruedi Frischknecht dazu lediglich. Er fügt hinzu: «Um genau solche Fragen geht es in der laufenden Evaluation von Ernst Basler und Partner.»

SP will Standort Inseli bekämpfen

In Teilen der politischen Öffentlichkeit ist die Meinung schon gemacht. Man habe sich zwar noch nicht vertieft mit der Standortfrage beschäftigt, sagt etwa Nico van der Heiden, Fraktionschef der SP, der mitgliederstärksten Partei im Stadtparlament, auf Anfrage. «Trotzdem erscheint uns recht klar, dass wir einen Standort beim Inseli nicht unterstützen werden, respektive aktiv bekämpfen werden. Die grüne Lunge am See wird sehr geschätzt, und wir unterstützen die Juso-Initiative für ein carfreies Inseli. Auch bei der Stadtbevölkerung dürfte ein solcher Standort klar durchfallen.»

Höhenmässig keine Limite

Wie gross die Salle Modulable wird und wie sie aussehen wird, muss ein Architekturwettbewerb zeigen. Dieser ist für 2016 geplant. «Höhenmässig haben wir für das neue Theater bisher keine Limite festgelegt», sagt Ruedi Frischknecht. Alle drei im Rennen befindlichen Grundstücke gehören der Stadt. «Es wird bei allen eine Umzonung brauchen, in deren Rahmen auch die Maximalhöhen definiert werden», so Frischknecht.

Was hält der Stadtplaner von der kürzlich in einem Leserbrief in unserer Zeitung geäusserten Idee, die Salle Modulable im See zu errichten – analog der Gästival-Seerose, aber mit einem soliden Fundament? «Sehr abwegig, sehr aufwendig», sagt dazu Frischknecht. «Dafür bräuchte es zudem grosse Kompensationsmassnahmen.» Frischknecht betont: «Dass die Salle Modulable See antastet, ist undenkbar. Und beim Theaterplatz wird sicher auch nicht in die Reuss hinein gebaut.»

Eine weitere Zahl ist interessant: 2007, bei der erstmaligen Präsentation der Vision Salle Modulable, rechnete man für das Vorhaben noch mit einer Grundfläche von bis zu 10 000 Quadratmetern. Das entspricht der Fläche des KKL-Dachs. Davon ist heute längst nicht mehr die Rede. Die Salle-Modulable-Initianten denken heute in deutlich kleineren Dimensionen. Dazu ist anzufügen, dass zwischenzeitlich in den «Salle-Plänen» die neue Musikhochschule inbegriffen war. Diese ist inzwischen neben dem Südpol-Kulturgebäude in Kriens geplant.

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