SALLE MODULABLE: Jetzt liegt auch die zweite Studie vor

Der letzte Expertenbericht zur Standortfrage ist endlich eingetroffen. Noch bleibt er allerdings unter Verschluss – auch aus sprachlichen Gründen.

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Salle Modulable: Zur Diskussion stehen die drei Standorte Inseli, Theaterplatz und Alpenquai (von links). (Bilder Boris Bürgisser)

Salle Modulable: Zur Diskussion stehen die drei Standorte Inseli, Theaterplatz und Alpenquai (von links). (Bilder Boris Bürgisser)

Robert Knobel

Eigentlich müsste das Geheimnis seit Ende 2015 gelüftet sein. Auf diesen Termin hin wollten Stadt und Kanton Luzern sowie Stiftung Salle Modulable einen Standort inklusive Baurechtsvertrag präsentieren. Doch die Frage, wo das neue Musiktheater in Luzern dereinst stehen soll, ist weiter offen. Immerhin liegen nun die beiden Studien vor, auf denen die «Salle»-Initianten ihren Entscheid aufbauen wollen.

Zum einen ist dies die Standortevaluation des Büros Ernst Basler + Partner. Sie liegt schon seit einiger Zeit vor und untersucht die drei im Rennen verbliebenen Standorte Inseli, Theaterplatz und Alpenquai, die alle im Besitz der Stadt sind. Die zweite Studie der US-Firma Arup untersucht die technische, betriebliche und künstlerische Machbarkeit. Sie traf Ende Dezember bei der Stiftung Salle Modulable ein, bestätigt Daniel Deicher, Sprecher der Stiftung.

Definitiver Entscheid im Sommer

Zurzeit sei man dabei, diese Studie aus dem Englischen ins Deutsche übersetzen zu lassen. Anschliessend sollen die Ergebnisse der beiden Studien den Vertretern der Stadt und des Kantons vorgelegt werden. Diese haben dann etwa zwei Monate Zeit, um die Ergebnisse zu analysieren. Voraussichtlich im April sollen die Ergebnisse dann der Öffentlichkeit präsentiert werden, so Deicher. Zu diesem Zeitpunkt wird aber wohl weiterhin noch kein definitiver Standortentscheid gefallen sein. Vielmehr sollen die Ergebnisse der Studien sowie die Schlussfolgerungen von Stiftung und Behörden danach öffentlich zur Diskussion gestellt werden.

Aufgrund der Rückmeldungen aus Politik und Öffentlichkeit soll dann im Sommer 2016 ein definitiver Standortentscheid gefällt werden.

Beide Studien sind nicht öffentlich. Stadt- und Regierungsrat wollen dazu bis zum April auch keinerlei Kommentar abgeben. Unklar ist auch, ob die Standortstudie von Ernst Basler + Partner eine klare Standortempfehlung zuhanden von Stiftung und Behörden abgibt. Dies ist eher unwahrscheinlich. Die bisherigen Äusserungen etwa von Stadträtin und Kulturdirektorin Ursula Stämmer lassen eher darauf schliessen, dass die Studie einfach die Vor- und Nachteile jedes einzelnen Standorts beleuchtet. Die Schlussfolgerung dazu, das heisst den eigentlichen Standortentscheid, müssen die Verantwortlichen – und insbesondere die Stadt als Landeigentümerin und Standortgemeinde – selber fällen.

Öffentliche Vernehmlassung

Es ist naheliegend, dass sie den finalen Entscheid nicht im stillen Kämmerlein fällen wollen, sondern die drei Standorte auch einem Öffentlichkeitstest unterziehen wollen. Denn: Neben der technischen und finanziellen Machbarkeit steht und fällt die Salle Modulable mit der öffentlichen Akzeptanz. Würde die Bevölkerung in der späteren Volksabstimmung einen Baurechtsvertrag ablehnen, stünde das Projekt Salle Modulable erneut vor einem Scherbenhaufen. Ob die Geldgeber dann weiter bereit wären, das Geld für einen Neuanfang mit ungewissem Ausgang bereitzuhalten, ist zweifelhaft.

Juso-Initiative als Risiko

Eine der wichtigsten Fragen überhaupt bei der Standortevaluation lautet deshalb: Welcher Standort kommt bei der Bevölkerung am besten an? In diesem Zusammenhang muss auch eine weitere Frage geklärt werden. Nämlich die nach der «Inseli-Initiative». Die Initiative «Lebendiges Inseli statt Blechlawine» der Juso verlangt, dass der Carparkplatz auf dem Inseli zu Gunsten einer Grünfläche aufgehoben wird. Es geht notabene genau um denjenigen Parkplatz, auf dem das neue Musiktheater zu stehen käme.

Inwiefern die Salle Modulable von der Juso-Initiative tangiert wird, will die Stadt nun bis April klären lassen. Sollte sich herausstellen, dass eine Annahme der Initiative den Bau der Salle Modulable verunmöglichen würde, müsste die Stadt handeln: Entweder sie lässt möglichst bald, sicher noch in diesem Jahr, über die Initiative abstimmen, um rasch Klarheit zu erhalten. Oder der Standort Inseli wird gleich aus dem Rennen genommen, um die weitere Planung der «Salle» nicht unnötig zu verzögern. Denn die Zeit drängt: Bis Ende 2018 muss ein baureifes Projekt vorliegen. So lautet die Vorgabe des Butterfield Trust, aus dem die 80 Millionen Franken für das neue Musiktheater stammen.

Drei Standorte

Musiktheater red. Für die Salle Modulable werden drei Standorte geprüft:

  • Inseli (Carparkplatz): Vorteil: Nähe zum KKL. Nachteil: Unsicherheit wegen Inseli-Initiative
  • Theaterplatz: Vorteil: zentrale Lage am Platz des bisherigen Theaters. Nachteil: enge Platzverhältnisse, schwierige Zufahrt für LKW.
  • Alpenquai (Schotterplatz): Vorteil: viel Platz, wenig städtebauliche Zwänge. Nachteil: Distanz zum Zentrum.
Die möglichen Standorte der Salle Modulable.

Die möglichen Standorte der Salle Modulable.