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SALLE MODULABLE: Jetzt sammeln auch Private Geld

Ein Crowdfunding soll Stadt und Kanton beim Projekt eines Musiktheaters entlasten – ab 5 Franken ist man dabei.
Hugo Bischof
Von links: Heinz Wild, Fabian Reinhard, Jost Schumacher beim Inseli, wo die Salle Modulable geplant ist. Sie blicken auf einen Laptop mit ihrer Crowdfunding-Website. (Bild Pius Amrein)

Von links: Heinz Wild, Fabian Reinhard, Jost Schumacher beim Inseli, wo die Salle Modulable geplant ist. Sie blicken auf einen Laptop mit ihrer Crowdfunding-Website. (Bild Pius Amrein)

Hugo Bischof

Nimmt man die Leserbriefspalten vergangener Wochen in unserer Zeitung zum Massstab, hat das Projekt eines neuen Kulturhauses im Bereich Inseli-Süd in Luzern zurzeit wenig Chancen. Die Salle Modulable verschandle den dortigen Grünraum, heissts dort etwa. Zudem sei das Projekt viel zu teuer und völlig unnötig. Und die 80 Millionen Franken der Schenkung Engelhorn seien ein unheilvolles «Danaergeschenk», mit dem Luzern «erpresst» werde.

Prominenter Vorstand

Eine Gruppe Privatpersonen sieht das ganz anders. Die drei haben den Verein Theater am See gegründet, mit dem sie der «Salle» zum Durchbruch verhelfen wollen. Im Vorstand sitzen prominente Luzerner Persönlichkeiten. Vereinspräsident ist Rechtsanwalt Jost Schumacher, der als Herausgeber von Kulturbänden und mit spektakulären Aktionen (Kopien aller Kapellbrückenbilder) für Aufsehen sorgte. «Wenn wir uns jetzt nicht einsetzen, scheitert das grossartige Projekt; es kann nicht sein, dass Luzern so mutlos agiert und eine so einmalige Chance – die Salle Modulable – bereits in der Planungsphase scheitern lässt», schreibt er auf der Website des Vereins. Vizepräsident ist Fabian Reinhard, Parteichef der Stadtluzerner FDP. Kassier ist Unternehmer und Kulturliebhaber Heinz Wild.

Erklärtes Ziel des neu gegründeten Vereins ist es, zusätzliche private Gelder für die Finanzierung der Salle Modulable aufzutreiben – mittels Crowdfunding. Das heisst: Jede private Person kann eine Spende an das Projekt leisten. «Schon mit 5 Franken ist man dabei», sagt Fabian Reinhard. «Man kann aber auch 50 Franken, 500 Franken oder jeden anderen Betrag spenden.»

Zuerst die Projektierungskosten

Die Einzahlung ist unbürokratisch möglich über die Website des Vereins, via Kreditkarte. «Die Salle Modulable soll ein Projekt für alle werden, entsprechend sollen hier auch alle mitmachen können, gemäss ihren finanziellen Möglichkeiten», betont Reinhard. Das entspreche auch der Grundidee, wonach die räumlich flexible «Salle» ein Gefäss für alle Ausdrucksformen der Kunst sein soll – «von etabliert bis alternativ, von gross- bis kleinformatig».

Ziel des Crowdfundings ist es, bei der Finanzierung des Projekts die öffentliche Hand, sprich Stadt und Kanton Luzern, zu entlasten. In einer ersten Etappe geht es vorerst um die Planungskosten. Der entsprechende Kredit für das neue Kulturhaus am Inseli beträgt 12 Millionen Franken. 7 Millionen davon soll der Kanton Luzern finanzieren, 3 Millionen die Stadt. Die restlichen 2 Millionen will die Stiftung Salle Modulable über Sponsoren beitragen.

Dass die öffentliche Hand allein zur Planung der «Salle» bereits 10 Millionen Franken beitragen soll, hatte in den vergangenen Wochen für heftige Kritik gesorgt – auch unter Politikern. Dank dem jetzt gestarteten Crowdfunding soll dieser Betrag reduziert werden. Der Verein will bei Privaten möglichst viel Geld sammeln. «Wie viel, ist noch offen», sagt Fabian Reinhard. «Schön wäre es, wenn wir nochmals 2 Millionen sammeln könnten – so viel, wie ihrerseits die Stiftung Salle Modulable beiträgt.»

Erste Entscheide fallen bald

Der Kantonsrat stimmt am 19. September über den kantonalen Anteil am Projektierungkredit ab. Am 29. September folgt der Grosse Stadtrat. «Die entscheidenden politischen Kommissionsgespräche erfolgen aber schon früher, Ende dieses Monats», sagt Reinhard. «Deshalb ist es Zeit, dass wir jetzt handeln.» Der FDP-Politiker hofft, durch das Crowdfunding «ein Signal zu setzen, dass grosse Teile der Bevölkerung das Projekt wollen». Er vergleicht es mit der Spende von 960 000 Franken, mit der die Mäzenin Alice Bucher 1988 eine entscheidende Weichenstellung für die Planung des KKL Luzern einläutete.

Die über das Crowdfunding einbezahlten Gelder sollen zurückbezahlt werden, falls das Projekt nicht zu Stande kommt, konkret wenn die Stadtluzer­ner Stimmbevölkerjng am 27. November bei der Abstimmung über das Baurecht am Inseli und den Planungskredit Nein sagt. Falls die Stadtluzerner am 27. November Ja sagen, soll das Crowdfunding später auf die Bau- und Betriebskosten der Salle Modulable ausgeweitet werden.

www.theateramsee.ch

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