«SALLE MODULABLE»: «Kulturdebatte ist eine Finanzdebatte»

Das Luzerner Theater will ein Dreispartenbetrieb bleiben. Das machten Direktor Dominque Mentha und seine Mitredner an einer Medienkonferenz unmissverständlich klar.

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Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters. (Bild pd)

Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters. (Bild pd)

«Jetzt wird eine Kulturdebatte geführt, die im Grunde eine Finanzdebatte ist», betonte Mentha. Es handle sich um den Versuch, die zu erwartende Finanzlücke von 7 bis 11 Millionen Franken beim zukünftigen Betrieb «Salle Modulable» durch Ausgliederung zweier Sparten (Tanz und Schauspiel) zu decken.

Musiktheater könnte sich nicht entfalten
Das sei auch kontraproduktiv für die «Salle Modulable», in das das Luzerner Theater nach den Plänen des Stadtrats ziehen soll: Denn gemäss Mentha hätte das Musiktheater dor keine Entwicklungsmöglichkeiten: «Wegen des geringen Budgets, wegen der Grösse des Orchesters, wegen fehlender Orchesterdienste, wegen der Kleinheit des Chores, wegen der geringen Grösse des Sängerensembles, wegen des sehr tiefen Gagengefüges.»

Mentha plädiert – und das ziele nicht gegen die «Salle Modulable» an sich – für ein Mehrspartentheater unter einem Dach, denn nur mit drei Ensembles unter einem Dach ergäben sich Synergien und «geballte Energie».

Marginalisierung des Schauspiels befürchtet
Das Schauspiel, das mit dem Planungsbericht in Frage gestellt werde, sei in der vergangenen Spielzeit die erfolgreichste Sparte des Luzerner Theaters gewesen, sagte Andreas Herrmann, Künstlerischer Leiter des Schauspiels. Auch er hält es nicht für den richtigen Weg, die «kulturelle Vielfalt eines vitalen Theaterortes zu beschneiden, um die Betriebskosten einer auf Monokultur ausgerichteten 'Salle Modulable' zu finanzieren». Er befürchtet eine «Marginalisierung der lebendigen Kunstform Schauspiel in der Region und in der Stadt Luzern».

scd