SALLE MODULABLE: Kulturschaffende demonstrieren vor Stadthaus

«Die Stunde der gelben Schuhe»: So der «Titel» der «medien­wirksamen Aktion» der Luzerner Kulturschaffenden, die damit gegen die Sprechtheater-Pläne des Stadtrates protestieren.

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Die Demonstranten sollen gelbe Schuhe tragen. (Bild Guido Röösli/Neue LZ; Bearbeitung scd)

Die Demonstranten sollen gelbe Schuhe tragen. (Bild Guido Röösli/Neue LZ; Bearbeitung scd)

«So wie im Stück 'Der Besuch der alten Dame' erhält Luzern ein verführerisch grosszügiges Geschenk, für das aber ein Verrat begangen werden muss. Das Opfer heisst 'Sprechtheater'. Oder anders: Soll Luzern eine Patenstadt von Güllen werden?»

«Geschenk» und «Verrat»
Mit dem «Geschenk», von dem in dem per E-Mail verbreiteten Rundbrief einleitend gesprochen wird, ist die Salle Modulable gemeint, die mit 100 Millionen Franken – von nach wie vor unbekannten Gönnern – realisiert werden soll. Der «Verrat»: Die Pläne des Stadtrats, das Sprechtheaters aus dem Betrieb des Luzerner Theaters zu verbannen, das in die Salle Modulable integriert werden soll.

Gegen diese Aufhebung des Mehrspartenbetriebs hat als Erster Dominique Mentha, Direktor des Luzerner Theaters, sein Veto eingelegt, ihm gefolgt sind der Innerschweizer Schriftstellerinnen- und Schriftstellervereins. Und auch die Vertreter der freien Theaterszene – obgleich diese mehr Gelder zugestanden bekäme.

Mäzene soll nicht bestimmen
Mentha hat auf den (morgigen) Mittwoch eine Pressekonferenz zum Thema einberufen – und das Forum Freies Theater Luzern doppelt nach: Am Freitag zwischen 12 und 13 Uhr wird eine Protestaktion vor dem Luzerner Stadthaus einberufen. Diese stelle keine generelle Absage gegen die Salle Modulable dar. Man wolle sich damit dagegen wehren, dass «unbekannte Mäzene darüber entscheiden können, ob Luzern in Zukunft ein Sprechtheater (und ein Tanztheater) haben darf oder nicht».

Sämtliche Kulturschaffende aller Sparten werden dazu aufgefordert, sich mit gelb gestrichenen Schuhen beim Haus am Hirschengraben einzufinden. «Dort, vor dem Haupteingang, soll aus den Schuhen eine prächtige Installation entstehen.»

scd