SALLE MODULABLE: Mentha: Klares Votum für Mehrspartenbetrieb

Direktor Dominique Mentha erachtet eine neue räumliche Lösung für das Luzerner Theater als zwingend notwendig. Doch auf Schauspiel und Tanz will er in seinem Theater nicht verzichten.

Drucken
Teilen
Dominique Mentha, Leiter des Luzener Theaters. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Dominique Mentha, Leiter des Luzener Theaters. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

«Die heutige Situation im Haus an der Reuss wird mittel- bis langfristig weder bühnen- und sicherheitstechnisch noch hinsichtlich der Ansprüche an einen modernen Zuschauerraum und an ein zeitgemässes Foyer Bestand haben», schreibt Dominique Mentha in einer Medienmitteilung aus Reaktion auf den Vorschlag des Stadtrates, das Luzerner Theater dereinst in die geplante Salle Modulable zu integrieren. Was diesen Punkt anbelange, begrüsse er die nun in Gang kommende Diskussion.

«Verlust für die Theaterlandschaft»
Von einem Luzerner Theater ohne Schauspiel und Tanz hält er jedoch nicht viel. «Ich gehe bei meiner Arbeit in der Zentralschweiz von einem Theaterbegriff aus, der nicht allein Musiktheater als Theater versteht, sondern eben auch Tanz und Schauspiel. Die Idee, einen derart vitalen Kulturort wie das Luzerner Theater, dem einzigen professionellen Dreispartentheater der Zentralschweiz, in Frage zu stellen, bedeutet einen Verlust für die Theaterlandschaft der Region.» Gradmesser für die Legitimation eines Mehrspartenhaus sind gemäss Mentha die in den letzten fünf Jahren stark gestiegenen Besucherzahlen des Luzerner Theaters.

Die Sparten Schauspiel und Tanz würden laut Planungsbericht in Zukunft ausschliesslich in der freien Szene stattfinden. Auch das sieht Dominique Mentha als problematisch an: «In einer lebendigen Theaterlandschaft haben Tanz und Schauspiel an subventionierten Häusern in Stadt und Region eine Leuchtturmfunktion. Stadttheater und freie Szene ergänzen sich und treiben sich gegenseitig an. In der aktuellen Diskussion um eine Salle Modulable werden nun das Luzerner Theater und die freie Szene gegeneinander ausgespielt, was eben diesen künstlerischen Austausch erschwert.»

Diskussion über kulturelle Vielfalt
Mentha, der sich zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern in den letzten beiden Jahren – wie er betont – «intensiv und in hoher Qualität» für die Idee der Salle Modulable eingesetzt hat, lädt am Mittwoch, 11. November, nun selber zu einer Medienkonferenz im Luzerner Theater zum Thema ein. Er betrachtet den Planungsbericht als «Diskussionsgrundlage für eine kritische Auseinandersetzung zur kulturellen Vielfalt Luzerns und der Zentralschweiz».

scd