SALLE MODULABLE: «Respekt vor der Privatsphäre»

Donatoren wollen Luzern für 100 Millionen Franken ein multimediales Opernhaus schenken, wie es die Welt noch nie gesehen hat. Warum bleiben sie anonym?

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Karl Reichmuth, Bankier und Vertreter der Donatoren der 100-Millionen-Franken Spende für die geplante Salle Modulable. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Karl Reichmuth, Bankier und Vertreter der Donatoren der 100-Millionen-Franken Spende für die geplante Salle Modulable. (Bild Chris Iseli/Neue LZ)

Karl Reichmuth, auf Ihrer Bank lagert das 100-Millionen-Geschenk für die so genannte Salle Modulable. Sie weigern sich standhaft, die Namen der Donatoren zu nennen. Warum?
Karl Reichmuth: Es geht um den Respekt vor der Privatsphäre. Es geht auch ums Bankgeheimnis, zu dem das Schweizer Volk bei der letzten Abstimmung vor zwei Jahrzehnten klar Ja sagte.

Auf der anderen Seite ist die Öffentlichkeit vom Bau der Salle Modulable stark betroffen und will wissen, wer sie finanziert. Können Sie das verstehen?
Reichmuth: Ein Sprichwort sagt: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Da aber die Salle Modulable die Öffentlichkeit wirklich etwas angeht, verstehe ich das Interesse insbesondere im Grossen Stadtrat.

Dennoch geben Sie die Namen nicht preis?
Reichmuth: Ich kann dreierlei dazu sagen. Punkt 1: Alles Geld, das auf unserer Bank deponiert wird, ist sauberes Geld. Dafür verbürge ich mich. Punkt 2: Bevor kein nachhaltiges Betriebskonzept vorliegt, ist es aus Sicht der Donatoren verständlich, dass sie nicht ins oft kleinkarierte politische Räderwerk Luzerns hineingeraten möchten.

Kleinkariert? Was meinen Sie damit?
Reichmuth: Ich erinnere an die Geschichte des KKL. Als es in Luzern darum ging, das neue Kultur- und Kongresshaus zu planen, schenkte die Zeitungsverlegerin und Mäzenin Alice Bucher der Stadt eine knappe Million Franken um die Planung zu finanzieren. Sie machte das auf völlig eigenes Risiko. Und obwohl in Luzern alle wussten, wer Alice Bucher war, wurde dennoch eine Volksabstimmung über diese geschenkte knappe Million verlangt. Das meine ich mit kleinkariert.

Interview von Hugo Bischof

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.